Amazon überrascht mit sattem Milliardengewinn

Online-Händler Amazon profitiert neben dem boomenden Internet-Handel vor allem vom Geschäft mit Cloud-Diensten. Der Gewinn schießt geradezu über die Milliardengrenze hinweg, obwohl der Umsatz langsamer wächst.

Amazon überrascht mit sattem Milliardengewinn

Jeff Bezos wurde mit Amazon der reichste Mann der Welt. Der Online-Händler protzt nun mit kräftigen Gewinnzuwächsen.

Seattle. Dass Amazon Ende der 1990er Jahre nur zähneknirrschend von den damaligen Investoren mehrere Nachschüsse bekommen hat, um die Pleite abzuwenden, ist heute vergessen. Rund 20 Jahre nach den finanziellen Malversationen schreibt die einst als Online-Buchhändler gestartete US-Internetikone satte Gewinne. Und auch das war in den jüngsten Jahren nicht selbstverständlich.

2,53 Milliarden Dollar (2,2 Mrd. Euro) Profit wurden im vergangenen Quartal erzielt - mehr als das 12-fache im Vergleich zum Vorjahresquartal, als nur 197 Millionen Dollar Gewinn unterm Strich übrig blieben. Und Amazon hat damit Analysten und Anleger überrascht. Das Erfreuliche für die Geldgeber: Nicht nur der Internethandel des US-Unternehmens boomt. Mit Cloud-Diensten hat Amazon eine zweiten Geschäftsbereich, der kräftige Profite liefert. Der einst als Online-Händler gestartete Internetkonzern vermietet Speicherplatz und Online-Dienste (unter anderem auch WebShops) über die Sparte Amazon Web Services (AWS). Der Umsatz dieser Sparte hat sich auf 6,1 Milliarden Dollar verdoppelt, der operative Gewinn kletterte um 80 Prozent auf 1,64 Mrd. Dollar. In diesem Geschäftsbereich ist Amazon bereites mit einem Marktanteil von 31 Prozent die globale Nummer 1. Microsoft und Google liegen mit 18 bzw. acht Porzent auf den Rängen dahinter.

Das Image eines Unternehmens, das keine oder nur kleine Gewinne erwirtschaften kann, dürfte Amazon nun widerlegt haben. Amazon hatte lange Jahre die Überschüsse wieder reinvestiert, Forschung und Entwicklung somit forciert.

Der überraschend hohe Gewinn sorgte für deutliche nachbörsliche Kursgewinne. Im nachbörslichen Handel zog um über drei Prozent auf den Bestwert von 1866 Dollar an. Zu diesem Kurs wäre Amazon mehr wert als die zehn größten Dax-Konzerne zusammengenommen. Am Donnerstag hatte die Amazon-Aktie im regulären Handel wegen der Schwäche aller Techwerte infolge enttäuschender Facebook-Zahlen noch knapp drei Prozent verloren.

Das Amazon-Papier befindet sich seit Jahren auf einem Höhenflug. Alleine 2018 zog der Börsenwert des Unternehmens bisher um mehr als die Hälfte auf zuletzt 877 Milliarden Dollar an. Damit ist der Onlinehändler nach Apple das zweitwertvollste börsennotierte Unternehmen der Welt.

Der weltgrößte Onlinehändler Amazon profitiert weiter von einem boomenden Internethandel und florierenden Geschäften mit IT-Diensten. Umsatz und Gewinn zogen im zweiten Quartal erneut deutlich an. Die Umsatzkennziffern enttäuschten dagegen etwas. Die Aktie, die sich seit einiger Zeit auf Höhenflug befindet, legte nachbörslich um zwei Prozent zu.

Der Amazon-Quartalsumsatz zog zwischen April und Ende Juni um 39 Prozent auf 52,9 Milliarden Dollar an, wie das Unternehmen am Donnerstag in Seattle mitteilte. Damit fiel der Umsatzanstieg nicht mehr ganz so stark aus wie zu Jahresbeginn. Experten hatten zudem mit etwas höheren Erlösen gerechnet.

Die Rekordeinnahmen verschaffen Amazon den finanziellen Spielraum, um in neue Projekte zu investieren und vor allem weltweit die Expansion voranzutreiben. Die Potenziale sind dabei noch nicht ausgenutzt. So treibt Amazon auf verschiedenen Märkten - auch in Deutschland und Österreich - den Einstieg in das Geschäft mit Lebensmittellieferungen im großen Stil voran. Zum Verdruss vor den traditionellen Händlern, denen die Expansion in unterschiedlichen Bereichen bereits kräftig zusetzt.

Das gebremste Wachstum

Das Wachstum dürfte in den drei Monaten von Juli bis Ende September erneut etwas langsamer werden. Für das dritte Quartal peilt Amazon-Chef Jeff Bezos einen Umsatz zwischen 54 und 57 Milliarden Dollar an. Das Plus wird auf 23 bis 31 Prozent geschätzt. Zahlen, nach denen sich Unternehmen in anderen Branchen geradezu sehnen. Der Anspruch der Analysten ist aber höher. Amazon liegt mit den eigenen Schätzungen unter denen der Experten.

Der reichste Mann und seine Zeitung

Mit dem Aufstieg Amazons wurde der Gründer und Unternehmenschef Jeff Bezos der reichste Mann der Welt. Sein Vermögen, dass sich vor allem aus Aktien des Unternehmens zusammensetzt, beträgt nach einer Aufstellung der Nachrichtenagentur Bloomberg rund 149 Milliarden Dollar.

Zugleich gerät Amazon wegen der Rolle des Gründers auch ins Visier von US-Präsident Donald Trump. Bezos gehört privat die "Washington Post", die über Trump oft kritisch berichtet. Der Präsident warf Amazon in Tweets unter anderem vor, nicht genug an die US-Post zu zahlen.

Ungachtet der präsidialen Kritik marschiert die Aktie und somit der Börsenwert des Konzerns von einem Rekrod zum nächsten. Alleine seit Ende September hat sich der Wert der Amazon-Aktie verdoppelt. Und nachbörslich hat die Amazon-Aktie um zwei Prozent zugelegt.

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