América Móvil setzt sich durch: Alejandro Plater wird Telekom-Chef

América Móvil setzt sich durch: Alejandro Plater wird Telekom-Chef
América Móvil setzt sich durch: Alejandro Plater wird Telekom-Chef

Der Ruf aus Mexiko: Alejandro Plater ist nun die Nummer 1 bei der Telekom Austria.

Nun ist es fix: Der mexikanische Mehrheitseigentümer América Móvil hat seinen Mann durchgesetzt. Der erst im März als Technikchef engagierte Alejandro Plater wird neuer Vorstandschef der Telekom Austria.

Wien/Mexiko. América Móvil, Telekomkonzern des Superreichen Carlos Slim, hat sich gegen Minderheitsaktionär ÖBIB (vormals Staatsholding ÖIAG der Republik Österreich) durchgesetzt. Mit der Nominierung von Alejandro Plater als neuer Vorstandschef bauen die Mexikaner ihren Einfluss bei der Telekom Austria aus. Ab August übernimmt der 47-Jährige den Vorstandsposten, teilte die Firma am Freitag mit. Sein langjähriger Vorgänger Hannes Ametsreiter verlässt das Unternehmen Ende Juli und wird Vorsitzender von Vodafone Deutschland. Im März musste Technikvorstand Günther Ottendorfer den Platz für Plater räumen.

Platerhat mit 1. März im Vorstand der Telekom für die Leitung ´für Technik und Einkauf übernommen. Er galt seitdem bereits als Anwärter für den Chefposten. Im Verlauf des Frühjahrs hatte Plater auch seinen Einfluß in die Agenden von Ametsreiter ausgebaut. Mit der Nominierung von Plater wurde auch ein massives Sparprogramm in die Wege geleitet.

Vor der Neubestzung des Vorstandspostens ist es zwischen den beiden Hauptaktionären zu einem Match gekommen. America Movil hält rund 60 Prozent an dem österreichischen Unternehmen. Die Republik Österreich hält über die ÖBIB 28,42 Prozent der Telekom-Aktien. Die restlichen knapp zwölf Prozent sind im Streubesitz.

Den laut Syndikatsvertrag Österreich zustehenden TA-Chef bekommt nun doch América Móvil überlassen. Im Gegenzug soll die Chefposition bei der Österreich-Tochter A1 aus der Telekom heraus besetzt werden. Der neue A1-Chef wird für den Mobilfunk und Festnetz zuständig sein. Bisher hatte Ametsreiter als Konzernchef auch die A1 geleitet. Es wird damit gerechnet, dass der mit América Móvil vereinbarte Syndikatsvertrag nun nachjustiert wird.

Platers Vertrag läuft bis März 2018 und kann dann um zwei Jahre verlängert werden. Die Zahl der Vorstandsmitglieder schrumpfe damit auf zwei von zuvor drei, erklärte die Firma. Weiterhin im Vorstand bleibt der bisherige Finfnchef Siegfried Mayerhofer.

Die Telekom Austria wird künftig nur noch von einem Zweier-Vorstand geleitet.

Plater hat eine langjährige, internationale Karriere in der Telekombranche hnter sich: Im Jahr 1997 begann Plater bei Ericsson, einem Weltmarktführer in der Telekommunikationstechnologie, als Sales Director für Argentinien und war als Head of Business Development für die Geschäftsentwicklung zuständig. 2004 folgte der Ruf von Ericsson ins Headquarter nach Stockholm. Er wurde zum Sales Driector für die Region Lateinamerika bestimmt. Zwei Jahre später wurde er Sales Director für Mexico. Ein Jahr darauf wurde er Vice.President und Key Account Manager für Großkunden.

Plater absolvierte vor seinem Karrierestart ein Betriebswirtschaftsstudium an der Universität Buenos Aires und mehrere postgraduale Management-Ausbildungen an der Columbia University und Wharton School in den USA sowie der London Business School in Großbritannien.

"Der heutige Beschluss ist eine gute Lösung für die Weiterentwicklung der Telekom Austria Group und wir haben damit eine klare sowie kostenbewusste Management-Struktur geschaffen", so Wolfgang Ruttenstorfer, Aufsichtsratsvorsitzender der Telekom Austria Group.

Die Analysten von Barclays haben heute das Kursziel für die Aktien der Telekom Austria von 7,00 auf 6,70 Euro gesenkt und gleichzeitig das Anlagevotum "Equal Weight" bestätigt. Die Gewinnschätzungen wurden nach Vorlage der Quartalszahlen angepasst.

Die Kapitalerhöhung

Die Mexikaner drängen auf eine weiter Kapitalerhöhung. Finanzminister Hans Jörg Schelling hat jedoch abgewunken. auch nach einem Treffen mit América Móvil-Finanzchef Carlos Garcia beharrt Schelling auf seiner Position, kein weiteres Staatsgeld einsetzen zu wollen.

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