Am Bau wird weitergearbeitet

Die Gewerkschaft konnte sich bei ihrer Forderung nach einem Baustopp nicht durchsetzen. Einigung auf strengere Schutzmaßnahmen sollen kurz bevorstehen.

Am Bau wird weitergearbeitet

Auf zahlreichen Baustellen wird trotz Coronavirus gearbeitet. Eine klare gesetzliche Regelung gibt es nicht. Die Gewerkschaft ist darüber alles andere als glücklich. Einen Baustopp konnte sie bei der Regierung aber nicht durchbringen. Momentan laufen Gespräche über neue Schutzbestimmungen, eine Einigung dürfte noch am Donnerstag (26. März) erfolgen.

Vollvisierhelm und Masken sollen kommen
"Wir sind in der Zielgeraden", sagte Baugewerkschaftschef Josef Muchitsch. Die Sozialpartner seien mit dem Gesundheitsministerium über konkrete - verbindliche - Schutzmaßnahmen in Gesprächen. Bestimmungen dürfte es etwa zu Schutzbekleidung - Vollvisierhelme, Masken - und auch zum Mindestabstand geben.

Die Bauarbeiter seien "bestmöglich zu schützen. Dazu braucht es organisatorische Maßnahmen und zusätzliche Schutzausrüstung", sagte Muchitsch. "Wenn es die nicht gibt, ist die Baustelle zu stoppen." Muchitsch hätte sich einen kompletten Baustopp gewünscht. "Die Regierung hat uns mitgeteilt, dass es keinen Baustopp gibt."

Große Firmen haben Arbeit unterbrochen
Von den rund 95.000 Bauarbeitern, die vor der Coronakrise in Beschäftigung waren, sind momentan rund 55.000 zu Hause, so Muchitsch. Sie sind entweder auf Zeitausgleich, bauen alten Urlaub ab oder aber sind in Kurzarbeit. "Sehr, sehr viele Firmen werden die Kurzarbeit in Anspruch nehmen", so der Chef der Gewerkschaft Bau-Holz (GBH). Vor allem die großen Konzerne haben die Arbeit unterbrochen.

"Vielen Dank an die Fürsorgepflicht der Arbeitgeber - obwohl die Bauherren sie erpressen", sagte Muchitsch, der auch Sozialsprecher der SPÖ ist. Manchen Bauherren sei "die Profitgier offenbar wichtiger als die Gesundheit".

Kleinere Firmen am häufigsten betroffen
Rund 40.000 Arbeiter sind laut Schätzungen der Gewerkschaft Bau-Holz trotz Virus weiter am Bau tätig, es seien dies vor allem Beschäftigte kleinerer Firmen. Für alle Arbeiter, die nicht zu Hause bleiben dürfen, brauche es strenge Schutzbestimmungen. Die Gewerkschaft hofft überdies auf strenge Kontrollen durch die Behörden.

In dem Papier, das gerade in Ausarbeitung ist, werden genaue Standards definiert. So muss es etwa Desinfektionsmöglichkeiten und Schutzmasken geben. Ein großes Thema sind die Sicherheitsabstände, etwa in Pausenräumen oder Firmenbussen; Arbeiter könnten mit dem privaten Auto zur Baustelle fahren.
Bei bestimmten Arbeiten dürfte es sich nach Ansicht der Arbeitnehmervertreter als schwierig erweisen, den Mindestabstand von einem Meter einzuhalten. Auf keinen Fall, so Muchitsch, dürfe es via Baustellen zu Infektionsketten kommen.

Weiterer Artikel zu diesem Thema: Bauherrn drohen bei Baustopp mit rechtlichen Schritten.

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Zur Person. Martin Butollo ist seit 2013 Country CEO der Commerzbank in Österreich. Davor war Butollo für die Commerzbank und die Dresdner Bank in Frankfurt/Main in Managementfunktionen tätig. Seine berufliche Laufbahn begann bei PriceWaterhouseCoopers.

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