Alt trifft neu: Telekom schafft einen Campus für Start-ups

Alt trifft neu: Telekom schafft einen Campus für Start-ups

Das Pioneers Festival verwandelt heute und morgen die Hofburg in eine Mini-Version des Silicon Valley.

Etablierte Konzerne investieren immer öfter in innovative Start-ups - damit holen sie frischen Wind ins Haus und schneiden mit, wenn das junge Unternehmen wächst. Geld müssen sie dafür nicht mal zwingend in die Hand nehmen: Viele Vertreter der "Old Economy" unterstützen die Neulinge mit ihrer Expertise, ihren Kontakten oder Infrastruktur.

Wenn auf dem Pioneers Festival in der Wiener Hofburg junge Firmengründer aus aller Welt aufeinander treffen, dann verwandeln sie das feudale Gebäude für zwei Tage in einen Hexenkessel: Nach jedem Vortrag wird applaudiert, zwischendurch gepfiffen und gejubelt – und auf den abendlichen Partys treffen Manager auf wirre Programmierer im Kapuzenpulli. Doch der Schein trügt: Die Stimmung mag ausgelassen sein; doch hinter der vermeintlichen Festival-Atmosphäre geht es um das Geschäft – die Start-ups suchen Investoren, und Vertreter der „Old Economy“ halten Ausschau nach lohnenden Investments. „Inzwischen treiben die kleinen Start-ups die Innovationen voran, und die etablierten Unternehmen wissen das“, sagt Andreas Tschas, Organisator des Pioneers Festivals: „In Zukunft werden wir nicht mehr zwischen ‚Old Economy‘ und ‚New Economy‘ unterscheiden, sondern nur noch von einer ‚True Economy‘ sprechen“.

Hannes Ametsreier, CEO der Telekom Austria, auf dem Pioneers Festival.

Als österreichisches Unternehmen bindet etwa die Telekom Austria Start-ups verstärkt in das eigene Unternehmen ein. „Wir nehmen unter anderem kleine Unternehmen auf, um unsere eigenen Mitarbeiter zu inspirieren“, sagt Hannes Ametsreiter, CEO der Telekom Austria. Geld bietet das Unternehmen den Gründern nicht, dafür aber Büroräumlichkeiten, eine 10 Gbit-Internetleitung, diverse Hardware und Cloud-Services, sowie Zugang zu Fachabteilungen der Telekom Austria: Wer etwa Hilfe in Sachen Vertrieb und PR sucht, der ist hier richtig aufgehoben. Ab November wird ein 500 Quadratmeter großer Campus eröffnet, der bis zu zehn Start-ups beherbergen soll.

„Wir rechnen damit, dass die Start-ups über eine Laufzeit von drei Jahren bei uns bleiben“, sagt Ametsreiter im Gespräch mit Format.at: Als Gegenleistung für die zur Verfügung gestellte Infrastruktur möchte die Telekom Austria im Fall eines Exits mitschneiden: Rund 20 Prozent möchte die Telekom haben, der genaue Anteil wird aber individuell verhandelt. Der Fokus liegt dabei vor allem auf kleinen Start-ups mit wenig Fixkosten und wenig Mitarbeitern. Bisher hat die Telekom schon die Start-ups DefectRadar und FlatOut unter ihre Fittiche genommen – weitere sollen folgen. Verlockend ist hier auch die neue internationale Ausrichtung der Telekom Austria: Denn wenn die Idee für den amerikanischen und lateinamerikanische Markt passt, dann kann auch das Netzwerk von Carlos Slims America Movil genutzt werden.

Cisco: Europa-Premiere in Wien

Auch internationale Konzerne blicken nun nach Wien. So hat etwa der IT-Konzern Cisco ein „Entrepreneur in Residence“-Programm (EIR) geschaffen, bei dem Start-ups ein Büro bekommen, sowie Zugang zur Experitise des Unternehmens. Das erste europäische Programm dieser Art setzt der Konzern nun in Wien um.

Ab Jänner werden sechs ausgewählte Unternehmen mit Unterstützung von Cisco sechs Monate lang ihre Projekte weiter entwickeln. Thematisch liegen hier die Schwerpunkte auf den Bereichen „Internet of Things“, „Smart Cities“, „Big Data“ und „Security“.

Drucker-Hersteller trifft Start-up

Und auch Konica Minolta, erneut ein Hauptsponsor des Pioneers Festivals, kündigte an, mehr Geld in Start-ups zu investieren: In den kommenden zwei bis drei Jahren stellt Konica Minolta in Europa insgesamt 10 Millionen Euro für Start-ups zur Verfügung. Über eigene Online-Plattforen können Gründer um Finanzierung und Unterstützung ansuchen, koordiniert wird die Initiative von London aus. „Wir sehen Co-Innovation als Strategie für die Zukunft“, sagt Dennis Curry, der das Business-Zentrum in London leitet.

Der erste strategische Partner von Konica Minolta in diesem Ansatz ist das österreichische Unternehmen Wikitude, das Augmented-Reality-Lösugen für Smartphones entwickelt – ein Geschäft, das mit den Wurzeln von Konica Minolta, also der Herstellung von Druckern, nicht mehr allzu viel zu tun hat.

Microsoft CEO Satya Nadella

Digitalisierung: Vorwärts in die Zukunft

Microsoft schaltet den CO2-Rückwärtsgang ein

Inflation ist 2019 gesunken - Wohnen und Energie wurden teurer

Wirtschaft

Inflation ist 2019 gesunken - Wohnen und Energie wurden teurer

Wirtschaft

Weckruf von VW-Diess: "Uns fehlen Schnelligkeit und Mut"

Wirtschaft

Regierungsprogramm dürfte Jungunternehmern Schub geben