Alexander Labak wird neuer Chef der Casinos Austria

Mit dem Banker Alexander Labak, 53, wird ein Tiroler die Casinos Austria führen. Der Nachfolger von Karl Stoss ist ein Vertrauter von Jiri Smejc, der den Casinos-Großaktionär Sazka Group kontrolliert.

Alexander Labak wird neuer Chef der Casinos Austria

Alexander Labak - designierter Chef der Casinos Austrias

Nur wenige Tage nachdem Karl Stoss seinen Abschied als General der Casinos Austria erklärt hat, steht sein Nachfolger bereits fest. Der Personalausschuss des Casinos-Aufsichtsrats soll sich am 8.Mai auf den 53-jährigen Tiroler Alexander Labak festlegen.

Der hierzulande bislang gänzlich unbekannte Labak hat einen Abschluss an der Wirtschaftsuniversität Wien und einen MBA der University of Pennsylvania und ist gelernter Banker. Er war Bereichsvorstand Marketing bei der Deutschen Bank und dort auch für die weltweite E-Commerce-Strategie verantwortlich, bevor er 2004 Präsident von Mastercard Europe wurde.

Zwei Jahre später wechselte Labak zur tschechischen Home Credit Group, einem auf dem russischen Markt und in zahlreichen asiatischen Ländern höchst erfolgreichen Finanzdienstleister. Dort hatte er verschiedene Spitzenpositionen inne.

Die Home Credit Group zählt zum Reich des tschechischen Investors Jiri Smejc, der auch einer der beiden Eigentümer des Lotterien-Konzerns Sazka Group ist, der sich anschickt, der größte Aktionär der Casinos Austria zu werden. So schließt sich der Kreis.

Vertrag mit Exit-Klausel

Trotzdem wird Labak vorerst nur einen Vertrag bis Ende 2019 bekommen. Dass endgültige Entscheidungen in der Casinos-Gruppe noch aufgeschoben werden, liegt an den momentan etwas verworrenen Eigentumsverhältnissen. Die Sazka Group hat im Vorjahr die Casag-Anteile der Uniqa-Versicherung und der Leipnik-Lundenburger, beide aus dem Raiffeisen-Sektor, gekauft.

Zusammen mit ihren bereits übernommenen Aktien würde die Sazka Group damit auf gut 34 Prozent bei den Casinos kommen. Voraussetzung für das Closing des Deals sind jedoch Prüfungen von Wettbewerbsbehörden auf der ganzen Welt. Das kann locker eineinhalb Jahre dauern. Bis dahin steht eine mögliche Rückabwicklung im Raum, und die Tschechen dürfen offiziell nicht mitreden.

Das Ansinnen der Sazka, einen Passus in die Kaufverträge aufzunehmen, wonach sich die von den Verkäufern entsandten Casag-Aufsichtsräte mit ihren Leuten abstimmen sollen, wurde von der österreichischen Seite mit Hinweis auf das Aktienrecht abgelehnt. Aber man kommt den Tschechen nun offensichtlich entgegen, indem ein Vertrauter von Jiri Smejc an die Casinos-Spitze gehievt wird - allerdings mit einer Option, 2019 auch wieder den Reset-Knopf drücken zu können, falls die Tschechen wider Erwarten noch scheitern sollten.


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