AK: Gleichstellung am Arbeitsmarkt nicht erreicht

AK: Gleichstellung am Arbeitsmarkt nicht erreicht

Die aktuelle Arbeitsmarktanalyse der Arbeiterkammer Wien hat die Situation von Frauen auf dem österreichischen Arbeitsmarkt genauer unter die Lupe genommen. Trotz gestiegener Erwerbsquote der Frauen seien sie auf dem Arbeitsmarkt schlechter gestellt, so die Arbeiterkammer. Frauen arbeiten häufiger in Teilzeit und tragen oft die Hauptlast bei Betreuungspflichten.

Positiv ist für AK-Arbeitsmarkt-Expertin Ilse Leidl-Krapfenbauer, dass in Österreich immer mehr Frauen erwerbstätig sind. So ist die Erwerbsquote in den letzten 20 Jahren von 58 auf 67 Prozent gestiegen. Doch fast jede zweite Frau arbeitet Teilzeit (47 Prozent), bei Männern ist es etwa jeder zehnte. Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist weiterhin überwiegend "Frauensache".

Der Anstieg der Teilzeitarbeit bei Frauen ist laut der aktuellen Arbeitsmarktanalyse der AK die Folge der stärkeren Erwerbsbeteiligung von Frauen mit Kindern unter den Bedingungen eines anhaltend hohen Ungleichgewichtes in der Verteilung von unbezahlter Arbeit zwischen den Geschlechtern: So ist die Teilzeitquote von Frauen mit Kindern unter 15 Jahren in den letzten zwanzig Jahren von 41 auf 74 Prozent gestiegen. Damit ist Teilzeit heute das Normalarbeitsverhältnis von Müttern mit betreuungspflichtigen Kindern. Ganz im Unterschied zu den Männern im Haupterwerbsalter mit Kindern: Mit 6 Prozent ist die Teilzeitquote dieser Väter nach wie vor marginal und zudem deutlich unter der Teilzeitquote von Männern insgesamt (11 Prozent).

Nur wenige Väter gehen in Karenz

Die Inanspruchnahme der Väterkarenz ist trotz eines Anstiegs auch 20 Jahre nach deren Einführung nach wie vor bescheiden: Obwohl sich der Anteil im siebenjährigen Beobachtungszeitraum verdreifacht hat, nimmt nach wie vor nur in jeder zehnten Partnerschaft der Mann eine Karenzzeit in Anspruch. Begleitet wird dieser Anstieg allerdings von einem Rückgang von längeren Erwerbsunterbrechungen von Männern, nur die kurzen Erwerbsunterbrechungen von maximal drei Monaten sind stark angestiegen.

Handlungsbedarf besteht laut AK-Expertin vor allem beim Einkommen von Frauen im Vergleich zu den Männern: Der "Gender Pay Gap" beträgt beim Berufseinstieg rund 12 Prozent, nach 15 Jahren liegt dieser bereits bei 43 Prozent. Das hänge neben der Arbeitszeit und den betreuungsbedingten Unterbrechungen auch mit den gewählten Berufsfeldern von Frauen zusammen.

Die AK fordert daher verstärkte gleichstellungspolitische Anstrengungen zur eigenständigen finanziellen Absicherung von Frauen, für ausbildungsadäquate Beschäftigung, für den Zugang von Frauen zu besser bezahlten Jobs sowie eine Aufwertung traditioneller Frauenbeschäftigungsbereiche wie etwa Kinderbetreuung und Pflege. Weiters sollten Arbeitszeitverteilungsfragen unter Berücksichtigung unbezahlter Arbeit neu überdacht werden.

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