Airpower - in den Fängen von Red Bull

Airpower - in den Fängen von Red Bull

Ohne Red Bull geht auf der Airpower in Zeltweg scheinbar gar nichts.

Das Logo von Red Bull prangt bei der Flugschau Airpower überall. Doch das ist nicht alles, wie der Rechnungshof nun aufdeckte. Dieser zerreißt in seinem Bericht die Airpower. Welche wirtschaftlichen Fehlleistungen es bei der letzten Veranstaltung gab und welche Strategie gänzlich fehlte.

Kurz vor der nächsten Airpower Anfang September im steirischen Zeltweg übt der Rechnungshof massive Kritik an der Flugshow: Die Ausgabe im Jahr 2013 sei ohne Bewilligung nach dem steirischen Veranstaltungsgesetz erfolgt. Es gab trotz Millionen-Kosten keine Nutzen-Analyse fürs Heer und für die Landesförderungen fehlte überhaupt die gesetzliche Grundlage.

Angeschaut hat sich der RH unter anderem auch Kosten, Verträge, Sponsoring und Förderungen. Zwar konzentrierte sich die Prüfbehörde auf die Airpower 2013, berücksichtigte teilweise aber auch Veranstaltungen vorangegangener Jahre.

Das Ministerium erfasste seit 2009 die Kosten der Airpower, sie lagen insgesamt bei rund 11,7 Mio. Euro. Aber, kritisiert der Rechnungshof: "Mangels Zielevaluierung war die Zweckmäßigkeit des Ressourceneinsatzes nicht klar." Dass sich das Ressort nach internen Überlegungen über längere Intervalle dafür entschieden hat, den zweijährigen Veranstaltungsrhythmus beizubehalten, ist für den RH "nicht nachvollziehbar". Detaillierte Kosten-Nutzen-Abwägungen über das Durchführungsintervall der Airpower fehlten.

11 Prozent höhere Kosten als geplant

Die geplanten Aufwendungen für die Airpower 2013 wurden laut Rechnungshof um rund 378.000 Euro oder elf Prozent überschritten. Die tatsächlichen Aufwendungen des Ministeriums beliefen sich auf rund 3,7 Mio. Euro und lagen um rund 736.000 Euro höher als die Erträge. "Für künftige Airpower-Veranstaltungen wären Aufwendungen und Erträge realistisch zu planen, um Kostenüberschreitungen zu vermeiden", mahnte der RH.

Die Probleme zogen sich aus Sicht des RH aber von Beginn an durch die Veranstaltung: So holte das Ministerium für die Airpower 2013 keine Bewilligung nach dem Steiermärkischen Veranstaltungsgesetz ein und die Bezirkshauptmannschaft Murtal forderte das Ressort auch nicht dazu auf. "Bei der Airpower wären die Behördenpflichten im Rahmen der Veranstaltungspolizei wahrzunehmen", richtete der RH dem Land aus. Das Ministerium versicherte gegenüber dem RH, dass man für die heurige Ausgabe einen entsprechenden Antrag eingebracht habe.

Keine Grundlage für Förderung?


Mit dem Veranstaltungspartner Land Steiermark geht der Rechnungshof überhaupt hart ins Gericht: Die Förderung von 800.000 Euro an den Bund hätte aus Sicht der Prüfbehörde "einer expliziten gesetzlichen Grundlage bedurft". Das Land Steiermark genehmigte demnach außerdem das Förderungsansuchen des Ministeriums, obwohl die nach den Förderrichtlinien geforderten Unterlagen zur Projektbeurteilung fehlten.

Zur Verfolgung des angestrebten nachhaltigen touristischen und wirtschaftlichen Impulses für die Region entwickelte das Land weder eine Strategie, noch definierte es konkrete Förderziele, kritisiert der RH. "Es führte auch keine Evaluierung hinsichtlich der Wirkung der eingesetzten Mittel durch." Weil man sich im Wesentlichen auf die finanzielle Beteiligung beschränkte, sei das Werbepotenzial der Veranstaltung nicht ausgenutzt worden.

Sponsor Red Bull mit weitreichendem Beratungsrecht

Auszusetzen hat der RH aber auch einiges an der Zusammenarbeit mit dem Getränkeriesen Red Bull: Das Ministerium habe trotz ressortinterner Bedenken nicht abschließend geprüft, ob dem Sponsoring von 905.000 Euro eine Gegenleistung gegenüberstand und es somit als vergaberechtsrelevanter Beschaffungsvorgang auszuschreiben gewesen wäre. Auch habe das Ministerium Red Bull ein weitgehendes Beratungsrecht eingeräumt, obwohl dadurch "eine Beeinflussung der Verwaltung durch private Sponsoren nicht ausgeschlossen werden konnte".

Marke Red Bull unbefristet auf Airpower-Logo

Gestaunt haben die RH-Prüfer auch, dass sich das Ministerium - zeitlich unbefristet - verpflichtete, die Marke Red Bull im Airpower-Logo zu behalten, und zwar selbst dann, wenn die Kooperation beendet werden sollte. Die Marke Red Bull dürfte im Logo also auch im Fall der Wahl eines anderen Getränkeherstellers als Veranstaltungssponsor nicht durch den Namen bzw. das Warenzeichen des neuen Sponsors ersetzt werden. Allfällige alternative Sponsoren waren also von vornherein ausgeschlossen, schreibt der RH.

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