Airline-Krise: AUA verhandelt nach Sparpaket weiter

Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck sieht nach dem Beschluss des Lufthansa-Rettungspakets in Deutschland bei der AUA keine Eile geboten. Eine Staatsbeteiligung sei noch nicht von Tisch. Die Beschäftigten haben ein neues Sparpaket angenommen.

Airline-Krise: AUA verhandelt nach Sparpaket weiter

Bei der AUA steht immer noch fast alles still. Über Unterstützungsmaßnahmen wird weiter verhandelt.

Für Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck ist eine staatliche Beteiligung an den Austrian Airlines im Rahmen des geplanten Rettungspakets noch nicht vom Tisch. "Es sind im Moment noch alle Wege offen. Es ist noch nicht final unterschrieben", erklärte sie. Bis wann eine Einigung erzielt werden könnte, ließ sie offen. "Geschwindigkeit zulasten der Qualität" sei nicht das Ziel bei den Verhandlungen. Man erwarte sich vom Lufthansa-Management, das die AUA kontrolliert "entsprechende Vorschläge", unter anderem zu Arbeitsplätzen, Drehkreuz Wien, Langstreckenflüge und zur Flotte.

Der Beschluss über das Lufthansa-Rettungspaket in Deutschland könnte die Verhandlungen über ein Hilfspaket für die zur Lufthansa gehörende AUA beschleunigen. Unter anderem übernimmt der deutsche Staat bei dem neun Milliarden Euro schweren Rettungspaket für die von der Corona-Krise schwer angeschlagene Lufthansa 20 Prozent der Lufthansa-Anteile und wird damit Miteigentümer der Fluglinie.

Sparpaket angenommen

Die gut 3.000 Mitarbeiter des AUA-Bodenpersonals haben indessen dem von Betriebsrat, Gewerkschaft und Vorstand ausverhandelten Sparpaket zugestimmt.

Die hohe Zustimmung von rund 90 Prozent zeige, dass die Beschäftigten bereit seien, einen substantiellen Beitrag für die Zukunft des Unternehmens zu leisten, kommentierte Rene Pfister, Betriebsratschef des Bodenpersonals, das Ergebnis der Abstimmung. "Es ist zu hoffen, dass es nun gelingt, durch eine Staatshilfe mit entsprechenden Garantien, sowie Beiträgen der übrigen Partner, nicht nur den Weiterbestand der AUA zu sichern, sondern damit auch die wichtige Drehscheibenfunktion des Flughafen Wien für den Wirtschafts-, Kongress- und Tourismusstandort zu erhalten und auszubauen", ergänzte GPA-djp-Bundesgeschäftsführer Karl Dürtscher.

Weltweite Airline-Krise

Die Corona-Krise hat die Airlines weltweit durchgebeutelt. Einer Kalkulation des Dachverbands der Fluggesellschaften (IATA) zufolge haben deshalb Fluglinien international inzwischen 123 Milliarden Dollar an Staatshilfen bekommen. Dabei geht es unter anderem um Kredite sowie Zuschüsse, Steuernachlässe oder Lohnkostensubventionen.

Allerdings seien rund 55 Prozent der Hilfen Kredite und Kreditgarantien oder aufgeschobene Steuern, sagte der Chefökonom des Verbands, Brian Pearce. Das mache die Erholung der Fluggesellschaften von dem finanziellen Einbruch schwierig, weil sie hohe Schulden anhäuften. Der Verband geht davon aus, dass die Fluggesellschaften weltweit Ende des Jahres zusammen 550 Milliarden Dollar Schulden haben, nach 430 Milliarden Dollar Ende 2019.

Am großzügigsten war Singapur: dort erhielten Fluggesellschaften bisher Hilfen im Umfang von mehr als 84 Prozent der Einnahmen, die sie im vergangenen Jahr durch Ticketeinkünfte erzielten. In den Niederlanden lag der Anteil bei gut 41 Prozent, in Frankreich bei gut 36 Prozent, in den den USA bei fast 33 Prozent, in Japan bei gut 22 Prozent und in Deutschland bei 19,5 Prozent. In der Schweiz erhielten die Lufthansa-Töchter Swiss und Edelweiss Unterstützung im Umfang von knapp 24 Prozent ihrer Ticketverkäufe 2019. In China lag der Anteil bei zwei Prozent, in Großbritannien bei 7,1 Prozent.

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Zu den Personen:
Caroline Palfy (r.) ist neue Geschäftsführerin in der Handler Holding GmbH und verantwortet den Bereich Sustainable-Strategie. Das Familienunternehmen HANDLER ist Spezialist für hochwertige Bau- und Immobilienprojekte in Österreich.
Marieluise Krimmel ist Partnerin bei Deloitte in Wien im Bereich Audit & Assurance und ist in der Prüfung und Beratung tätig. Ihre Branchenschwerpunkte liegen neben der Industrie in der Immobilien- und der Bauwirtschaft.

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