Überraschender Abschied: Airbus gibt den Superjumbo A380 auf

Airbus stellt die Produktion des Superjumbos A380 ein.

Airbus stellt die Produktion des Superjumbos A380 ein.

Airbus gibt das Prestigeprojekt A380 auf. Die Nachfrage nach dem größten Flugzeug der Welt war zuletzt deutlich zurückgegangen, Großkunde Emirates hat die Bestellungen zurückgeschraubt. Die Produktion wird eingestellt, der letzte A380 im Jahr 2021 ausgeliefert.

Es war ein Griff nach den Sternen: Mit dem A380 hat der europäische Flugzeughersteller Airbus neue Maßstäbe in der Luftfahrt gesetzt, das größte Passagierflugzeug aller Zeiten mit einer Kapazität von bis zu 853 Passagieren und einer Reichweite von 15.200 Kilometern bei einer Reisegeschwindigkeit von rund 900 km/h gebaut.

Am Papier übertrumpfte der A380 das bis dahin größte Flugzeug, die Boeing 777, bei weitem. Während aber von der "Triple-Seven", wie die Boeing 777 im Fachjargon genannt wird, seit dem Start der Serienproduktion im Jahr 1994 bereits 1.584 Stück ausgeliefert wurden kam Airbus mit dem A380 nicht so richtig vom Fleck. Nur 234 der Superjumbos konnten seit dem Jungfernflug im Jahr 2005 ausgeliefert werden.

Airbus’ A380 is the ideal solution for capturing growth as air traffic expands. This 21st century double-deck flagship offers more capacity for key routes between aviation hubs with a lower cost per seat for operators.

Die meisten A380 gingen nach Dubai. Emirates, die staatliche Fluglinie des Emirats, hatte insgesamt 162 Bestellungen für den Superjet, abgegeben und das Prestigeprojekt A380 damit praktisch im Alleingang in der Luft gehalten.

Todesstoß aus Dubai

Jetzt aber hat Emirates seine Strategie geändert und will statt des A380 vermehrt auf kleinere Flugzeuge setzen. "Einer Überprüfung ihres Flugbetriebs folgend, und jüngste Entwicklungen in Flugzeug- und Triebwerkstechnologien berücksichtigend, wird Emirates ihre A380-Bestellungen von 162 auf 123 Maschinen reduzieren, wobei über die nächsten zwei Jahre noch 14 verbleibende A380 in Empfang genommen werden", heißt es in einer von Airbus ausgesandten Erklärung. Eine Entscheidung, die den Todesstoß für den A380 bedeutet.

Visit the most unique and quietest cabin in the sky. Featuring true widebody comfort on two levels, the A380's interior is the best in class.

„Infolge dieser Entscheidung gibt es keinen nennenswerten A380-Auftragsbestand mehr und damit keine Grundlage für eine Fortsetzung der Produktion – trotz aller Bemühungen unseres Vertriebs in den vergangenen Jahren, weitere Airlines als Kunden zu gewinnen. Das bedeutet, dass wir die Auslieferung der A380 ab 2021 einstellen“, sagte Tom Enders, Chief Executive Officer von Airbus.

Vom Aus für den Superjumbo sind auch tausende Mitarbeiter betroffen. Airbus wird in den nächsten Wochen Gespräche mit den Sozialpartnern bezüglich der 3.000 bis 3.500 Stellen aufnehmen, die in den nächsten drei Jahren betroffen sein könnten. Möglichst vielen Mitarbeitern sollen interne Stellenwechsel, etwa in die Produktion des A320, angeboten werden.

Schmerzlicher Abschied

Für Airbus-CEO Enders ist der Abschied vom Modell A380 offensichtlich ein schwerer Schritt. „Die A380 ist nicht nur eine überragende technische und industrielle Leistung. Passagiere in aller Welt lieben dieses wunderbare Flugzeug. Die heutige Ankündigung ist schmerzlich für uns und für die A380-Communities weltweit", erklärt er. Fluglinien, die den A380 in Betrieb haben, sollen jedoch auch weiterhin uneingeschränkt unterstützt werden.

Airbus' A380 has earned its place as the airline industry's new "queen of the skies," with the first five years of operational service confirming.

Als Flaggschiff von Emirates habe der Airbus A380 wesentlich zum Erfolg der Fluglinie beigetragen. So sehr wir die Position der Fluggesellschaft bedauern, so sehr freuen wir uns darüber, dass die A330neo und A350 das künftige Wachstum von Emirates sicherstellen werden – eine enorme Bestätigung für unsere extrem wettbewerbsfähigen Großraumflugzeuge“, erklärt Guillaume Faury, President von Airbus Commercial Aircraft und künftiger CEO von Airbus.

FACC: "Einstellung bedauerlich"

Der österreichische Flugzeugzulieferer FACC muss aufgrund der Einstellung des A380 seine EBIT-Erwartungen für das laufende Geschäftsjahr leicht reduzieren. Es wird ein negativer Einmaleffekt von zwölf Millionen Euro schlagend. Dabei handelt es sich vor allem um die Abschreibung von Entwicklungskosten rund um das A380 Programm. Ab dem Jahr 2021 sind nur geringfügige Auswirkungen auf die Umsatzentwicklung zu erwarten, diese waren zuletzt mit rund zehn Millionen Euro prognostiziert.

„Wir bedauern, dass die Produktion der A380 als größtes Passagierflugzeug der Welt ab 2021 eingestellt werden muss. Gleichzeitig freuen wir uns über die Neubestellung von 70 neuen Flugzeugen, auf denen FACC stark vertreten ist“, kommentiert FACC-CEO Robert Machtlinger die Entscheidung des Airbus-Konzerns.

Neben dem Einmaleffekt werde, so die FACC, die A380-Einstellung sowohl kurz- als auch langfristig keine Auswirkungen haben, da wesentliche FACC A380 Arbeitspakete bei Partnerfirmen im Ausland gefertigt werden. Unter Berücksichtigung der in Umsetzung befindlichen Neuprojekte im Wert von 750 Millionen Euro, darunter im Besonderen die Projekte mit dem wichtigen Kunden Airbus, gäbe es auch nach dem Jahr 2021 keinen Einfluss auf die nachhaltige und positive Entwicklung der FACC Gruppe und ihrer Standorte.

Trevor D. Traina, Botschafter der Vereinigten Staaten von Amerika in Österreich

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