Air Berlin checkt aus: Time to Say Goodbye

Air Berlin checkt aus: Time to Say Goodbye

Am Sonntag, den 15. Oktober startet der letzte Transatlantikflug der Air Berlin. Zwei Wochen danach ist dann auch auf der Kurzstrecke Schluss. Nach fast vier Jahrzehnten verschwindet der Name Air Berlin vom Flugplan.

"Over and out." Der Funkspruch, mit dem Flugkapitäne das Ende eines Gesprächsbestätigen, gilt bei der Air Berlin am Sonntag, den 15. Oktober im doppelten Sinn: Während in Österreich die Nationalratswahl abgehalten wird hebt die allerletzte Air Berlin Maschine zu einem Transatlantikflug ab. Zwei Wochen danach ist dann auch auf der Kurzstrecke Schluss. Ein Flugverkehr unter dem IATA-Airline-Code "AB" ist dann im bereits eröffneten Insolvenzverfahren nicht mehr möglich.

Der letzte Flug von Air Berlin ist ein Flug nach Hause. Am 27. Oktober wird um 21:35 Uhr die Maschine mit der Flugnummer AB 6210 von München nach Berlin starten. Planmäßige Ankunft in Berlin-Tegel ist um 22:45 Uhr. Dann ist Schluss und Air Berlin nach fast 40 Jahren Flug-Geschichte.

"Thank you for choosing Air Berlin." Für Fluggäste, die noch Tickets haben aber nicht mehr fliegen können, gilt: Wurde der Flug vor 15. August 2017 gebucht, schaut man durch die Fingerm denn es gibt dann keinen Anspruch auf Erstattung des Flugpreises. Die betroffenen Passagiere können nur noch versuchen, Ihre Forderungen nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens zur Insolvenztabelle anmelden.

Auch Gutscheine können nicht mehr eingelöst und auch nicht ausgezahlt werden. Eine Nutzung der noch nicht eingelösten Gutscheine ist insolvenzrechtlich ausgeschlossen. Für Betroffene besteht wieder nur noch die Möglichkeit, die Forderung nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens anzumelden. Wie bei den Inhabern von Tickets dürfte es allerdings ziemlich ausgeschlossen sein, dass sie auf diesem Weg noch Geld zurückbekommen. Und selbst wenn dieser Fall eintritt kann es Jahre dauern, bis das Verfahren abgeschlossen ist und die der Quote entsprechenden Gläubigeranteile ausgezahlt werden.

Besser dran sind jene Passagiere, die erst nach dem 15. August 2017 Flüge bei Air Berlin gebucht haben. Ihnen wird der Flugpreis rückerstattet, wenn der Flug nicht mehr durchgeführt wird. Umbuchungen auf andere Fluggesellschaften sind jedoch nicht mehr möglich. Darum muss man sich als Passagier selbst kümmern.

Wie geht es weiter?

Die Verhandlungen über die Zukunft der zur Air Berlin gehörenden Töchter Niki und LGW laufen und könnten in den nächsten Tagen abgeschlossen sein. Niki ist von der Insolvenz nicht betroffen und ist ein Spielball, ein letzes Asset bei den Verhandlungen mit den Käufern.

Der Air Berlin Vorstand verhandelt seit knapp drei Wochen mit Lufthansa und Easyjet über den Verkauf der Fluggesellschaft oder Teile davon. Die Lufthansa könnte mehr als die Hälfte der noch 134 Flugzeuge übernehmen. Gegen eine Komplettübernahme spricht das Kartellrecht. Allerdings drängt die Zeit: Wenn bis zum 12. Oktober keine Einigung zustande kommt gilt die Exklusivität der Gespräche nicht mehr. Dann könnte auch ein Mitbewerber, etwa der Ferienflieger Condor zum Zuge kommen.

Kritisch steht es auch um die rund 8.000 Mitarbeiter. Piloten und Flugbegleitern werden gute Chancen im wachsenden Luftverkehrsmarkt eingeräumt, für die Mitarbeiter aus der Technik und der Verwaltung wird es weniger leicht. Lufthansa will jedenfalls die Air Berlin Belegschaft nicht kollektiv übernehmen. 300 Mitarbeiter sind bisher zur Lufthansa gewechselt, die 1.000 Stellen ausgeschrieben hat. Die Lufthansa-Tochter Eurowings will bei einer Jobmesse in Berlin um neue Leute werben - allerdings mit deutlich niedrigeren Gehältern.

Mit den Gewerkschaften laufen Verhandlungen über einen Sozialplan. Geld für Abfindungen von Mitarbeitern dürfte es allerdings nach der Pleite keines mehr geben.

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