Air Berlin hofft auf Staatshilfe und stellt Bürgschaftsantrag

Nach dem Scheitern der Verhandlungen mit dem Reisekonzern TUI zur Gründung einer gemeinsamen Ferienfluggesellschaft mit der österreichischen Air-Berlin-Tochter Niki hofft Air Berlin auf staatliche Hilfe. Die Fluglinie hat einen Bürgschaftsantrag gestellt.

"Welt voller Möglichkeiten" - ein aler Werbeslogan von Air Berlin und Etihad. Die Optionen werden nun immer weniger.

"Welt voller Möglichkeiten" - ein aler Werbeslogan von Air Berlin und Etihad. Die Optionen werden nun immer weniger.

Nach dem Abbruch der Verhandlungen des Reisekonzerns TUI mit der arabischen Fluglinie Etihad über eine gemeinsame Ferienfluglinie mit TUIfly und der Air Berlin Tochter Niki ist bei Air Berlin wieder einmal Feuer am Dach.

TUI-Vorstand Sebastian Ebel hat in einem Brief an die Mitarbeiter erkennen lassen, dass es nicht an dem Reisekonzern gelegen ist, dass der Deal nicht zustandegekommen ist. Vielmehr habe die staatliche Airline aus dem Öl-Emirat Abu Dhabi die Gespräche abgebrochen. "Wir müssen zur Kenntnis nehmen, dass Etihad offenbar mit Blick auf seine Investments in Europa neue Pläne verfolgt", erklärte Ebel.

Vertriebsvorstand Götz Ahmelmann bemüht sich indessen, die Passagiere zu beruhigen. Sie müssten nicht um die Gültigkeit ihrer gekauften Tickets bangen. "Die Tickets sind sicher. Die Kunden können beruhigt bei uns buchen", sagte er, "die Buchungszahlen sind stabil. Die Flugzeuge sind gut gefüllt. Es hat sich für uns operativ und finanziell nichts geändert." Allerdings hat die Airline Wegen Mängeln bei der Flugplanung und beim Umbau der Flotte immer wieder Probleme, Flüge plangemäß durchzuführen. Zahlreiche Verspätungen und Ausfälle waren die Folge.

Air Berlin will weiterhin wie geplant Niki an den Großaktionär Etihad verkaufen. Der im Dezember 2016 vereinbarte Verkauf, der Air Berlin eine Finanzspritze von 300 Millionen Euro sicherte, werde einer Erklärung von Air Berlin und Etihad auch fortgesetzt. Bis zum Abschluss der Transaktion bleibe Niki als separate Geschäftseinheit bestehen. Alle Buchungen blieben bestehen. "Wir sind bestrebt, die Transaktion in Kürze abzuschließen", erklärte Etihad-Interimschef Ray Gammell. Er sicherte der seit Jahren in der Krise steckenden Airline die Unterstützung des Großaktionärs zu: "Wir werden weiterhin das Air Berlin Management in seinen Bestrebungen während der Umstrukturierung des Unternehmens unterstützen."

Airline stellt Bürgschaftsantrag

Die in schwerer Finanznot steckende Fluglinie hat nun auch einen Bürgschaftsantrag in Nordrhein-Westfalen und Berlin gestellt. Die Bundesregierung prüft, ob sie der kriselnden Fluglinie unter die Arme greifen kann. Voraussetzung dafür sei laut Bundeswirtschaftsministerium allerdings ein tragfähiges Zukunftskonzept für das Unternehmen. Das wird eine schwere Übung für das Management, denn in den vergangenen neun Jahren hat Air Berlin nur einmal Gewinne geschrieben. Allein voriges Jahr standen unter dem Strich knapp 800 Millionen Euro Verlust.

Air Berlin muss nun Unterlagen einreichen, die "unverzüglich" geprüft würden. In der Regel dauert eine solche Prüfung aber einige Wochen bis Monate, wie eine Sprecherin des Ministeriums erläuterte. Untersucht wird dabei unter anderem, ob das Unternehmen angemessen an dem Risiko beteiligt wird und ob der Bund eine Chance hat, sein Geld wieder zu sehen.

Eine Sanierung der Air Berlin ist nun jedenfalls noch schwieriger geworden. Retter könnte die Lufthansa sein. Die will aber nicht die Schulden von mehr als einer Milliarde Euro übernehmen. Zudem müssten die Kosten bei Air Berlin sinken und die Kartellbehörden zustimmen, hatte Lufthansa-Chef Carsten Spohr wiederholt betont.

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