Air Berlin: Niki Lauda will es wieder wissen

Niki Lauda

Alter schützt vor Kampfgeist Nicht. Lauda will die von ihm gegründete, 2010 an die Air Berlin verkaufte Fluglinie Niki wieder zurückkaufen. Bis 21. September soll entschieden werden – wenn es sich ausgeht.

Gemeinsam mit dem Reisekonzern Thomas Cook und Condor hat Niki Lauda ein Offert zum Kauf der Air Berlin gelegt. Nun hofft er auf die Hilfe der Kartellbehörden.

Er hat seine Ankündigung wahr gemacht: Niki Lauda hat in dieser Woche dem Masseverwalter der in Insolvenz befindlichen Air Berlin ein Offert für Teile der Airline unterbreitet. Gemeinsam mit dem britischen Reisekonzern Thomas Cook und dessen deutscher Charterfluggesellschaft Condor bietet Lauda gleich für die gesamte Air Berlin.

Man muss nicht unbedingt ein Hell- seher sein, um die nächsten Schritte dieses Planes zu erahnen: Sollte das Konsortium den Zuschlag erhalten, wird man verschiedene Teile von Air Berlin untereinander aufteilen – und Lauda wird die einst von ihm gegründete österreichische Tochter Niki erhalten, die seit 2010 ganz der Air Berlin gehört hat.

Noch vergangene Woche machte der Ex-Rennfahrer und Aufsichtsratschef des Mercedes-F1-Teams Finanzminister Hans Jörg Schelling seine Aufwartung, um zu klären, ob er mit der Unterstützung der österreichischen Politik rechnen könne. Offenbar war der Termin erfolgreich. Lauda zählt nämlich vor allem auf die Kartellbehörden, was seine Chancen betrifft. Die deutsche Politik favorisiert eine weitgehende Übernahme der Air Berlin durch die Lufthansa. Die Wettbewerbsbehörden werden aber wohl Auflagen machen und könnten zum Beispiel den getrennten Verkauf von Niki verlangen.

Marktdominante Lufthansa

Die zuständige heimische Behörde ist jedenfalls alarmiert wegen einer drohenden Marktdominanz der Lufthansa-Gruppe in Österreich. Zwei Prüfer wurden abkommandiert, um die Fakten zu erheben. Dabei sollen, so eine Sprecherin der Bundeswettbewerbsbehörde, zahl- reiche Flugverbindungen einzeln geprüft werden. Um Marktanteile in relevanten Segmenten abschätzen zu können, werden sogar die Wertigkeiten der Slots je nach Tageszeit unterschiedlich angesetzt. Businessflüge an den Tagesrändern sind mehr wert als Ferienflüge.

Wie der trend in der Vorwoche zeigte (Ausgabe 36/2017), gibt es derzeit bei praktisch keinem Flug von Air Berlin oder Niki ab Wien einen anderen Mitbewerber als den Lufthansa-Konzern. Würde also der deutsche Nationalcarrier Niki übernehmen, hätte er auf sehr vielen Strecken ein Monopol.
Lauda hofft auf möglichst strenge Prüfung und warnt davor, sich im heimischen Luftverkehr „gänzlich der Lufthansa auszuliefern“.

Weitere Mitbewerber für das Konsortium aus Lauda, Thomas Cook und Condor sind u. a. der Modeunternehmer Hans Rudolf Wöhrl, der bereits an gut einem halben Dutzend Fluggesellschaften beteiligt war, der Billigcarrier Easyjet und auch ein chinesischer Anbieter. Auch Wöhrl wirft deutscher Regierung und Lufthansa vor, in der Causa Air Berlin nicht fair zu spielen.

Pokern um den Zuschlag

Über den Kaufpreis für Niki kann derzeit nur spekuliert werden. Die Gesellschaft dient als Pfand für einen Rettungskredit über 150 Millionen Euro an die Air Berlin. So viel ist die Airline jedenfalls wert. Etihad Airways hatte der Air Berlin sogar 300 Millionen für Niki überwiesen

Der Zuschlag für die Air Berlin soll laut Zeitplan am 21. September erteilt werden. Aber Lauda glaubt nicht, dass diese Frist eingehalten werden kann. Es werde länger dauern, glaubt er.

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