Air-Berlin-Chef Prock-Schauer geht

Air-Berlin-Chef Prock-Schauer geht

Abflug: Nach zwei Jahren an der Spitze bei Air Berlin tritt Wolfgang Prock-Schauer ab.

Führungswechsel an der Spitze von Deutschlands zweitgrößtem Flugunternehmen: Der Österreicher Wolfgang Prock-Schauer tritt beim krisengeschüttelten Flugunternehmen ab. Ex-Thomas-Cook-Chef Pichler tritt die Nachfolge an.

London. Nach knapp zwei Jahren an der Spitze der angeschlagenen Fluglinie Air Berlin tritt Wolfgang Prock-Schauer ab. Der Österreicher werde sein Amt zum 1. Februar 2015 auf eigenen Wunsch niederlegen, teilte die Fluglinie am Montag mit. Er werde aber weiter im Unternehmen bleiben und die Netzplanung übernehmen. Zu seinem Nachfolger habe der Aufsichtsrat den 57-jährigen früheren Thomas-Cook -Chef Stefan Pichler bestimmt.

Pichler zählt zum Urgestein der deutschen Tourismus- und Reisebranche. Nach Jahren bei der Lufthansa lenkte er vier Jahre bis 2004 den Reisekonzern Thomas Cook. Später managte er Airlines in Australien, dem Mittleren Osten und zuletzt auf den Fidschi-Inseln.

Mit dem Abschied von Prock-Schauer endet eine weitgehend glücklose Ära bei Air Berlin. Dem Österreicher, der zuvor unter anderem die indische Jet Airways geführt hatte, gelang es nicht, die Dauerkrise der als "Mallorca-Shuttle" bekannt gewordenen Airline zu beenden. Stattdessen geriet der Lufthansa -Rivale in der Zeit seiner Führung immer wieder in die Schlagzeilen, im Frühjahr wegen Spekulationen über den Rückzug von der Börse und jüngst, weil das Luftfahrtbundesamt Code-Share-Flüge mit Großaktionär Etihad untersagte. Prock-Schauer hatte die Leitung von Air Berlin im Januar 2013 vom ehemaligen Bahn-Chef Hartmut Mehdorn übernommen.

Air Berlin steckt wegen eines übereilten Expansionskurses tief in der Krise und hat in den vergangenen fünf Jahren nur einmal Gewinne geschrieben. Die arabische Airline Etihad kaufte 2011 knapp 30 Prozent der Aktien und hält die Berliner seither mit Finanzspritzen in der Luft. Gleichzeitig saniert Air Berlin sich seit Jahren - jedoch ohne großen Erfolg. Derzeit werden die Blaupausen für einen Konzernumabau erarbeitet. Details sollen nach früheren Angaben mit der Zwischenbilanz am 13. November vorgestellt werden. Einiges ist schon bekannt: So verringerte die Fluglinie die Kapazität um fünf Prozent und streicht 200 Jobs.

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