Adidas geht in die Offensive - Dividende wird höher

Der deutsche Sportartikelkonzern Adidas rechnet im Jahr der Fußball-Euro 2016 in Frankreich mit höherem Umsatz und steigendem Gewinn. Ob die Profitabilität auch ein Volltreffer wird wollte Adidas nicht versprechen.

Adidas geht in die Offensive - Dividende wird höher

Herzogenaurach. Der deutsche Sportartikelhersteller Adidas will seinen Aktionären wieder eine höhere Dividende zahlen. Für 2015 sollen die Anteilseigner 1,60 Euro je Aktie erhalten, teilte der Konzern am Donnerstag in Herzogenaurach mit. 2014 hatte Adidas die Ausschüttung an die Anteilseigner nach einem Gewinneinbruch bei 1,50 Euro stabil gehalten.

Im laufenden Jahr erwartet Adidas dank der Fußball-Europameisterschaft und verstärkter Werbeaktivitäten ein kräftiges Wachstum von Umsatz und Gewinn. Der scheidende Adidas-Chef Herbert Hainer verordnet sich und seinem Nachfolger Kasper Rorsted auch im laufenden Jahr niedrige zweistellige Wachstumsraten bei dem Sportausrüster. Die Konzernerlöse sollen um zehn bis zwölf Prozent zulegen, wie der Sportausrüster am Donnerstag mitteilte. Der Gewinn solle ebenfalls um zehn bis zwölf Prozent klettern und rund 800 Mio. Euro erreichen.

Im abgelaufenen Jahr hatte der Nike- und Puma-Konkurrent ebenfalls zulegen können. Wegen guter Geschäfte rund um die Hausmarke Adidas und einer starken Nachfrage aus Märkten wie Westeuropa und China kletterte der Umsatz um 16 Prozent auf 16,9 Mrd. Euro.

Währungsbereinigt lag das Plus bei 10 Prozent. Unter dem Strich verdiente Adidas rund 634 Mio. Euro, fast 30 Prozent mehr als vor einem Jahr. Adidas hatte die Eckdaten bereits vorgelegt.

Dribbling um die Profitabilität

Angesichts zunehmender Kosten will Adidas keine Steigerung der Profitabilität versprechen: Die operative Marge werde "mindestens stabil gegenüber dem Vorjahr bleiben", kündigte Hainer an. Abschreibungen auf Geschäfts- und Firmenwerte herausgerechnet, lag die Rendite im vergangenen Jahr bei 6,5 Prozent. Wie anderen Sportausrüstern bläst Adidas durch den starken Dollar und steigende Lohnkosten in Asien der Wind ins Gesicht: Ein Großteil der Sportartikel wird von Zulieferern in dieser Region gefertigt und in Dollar bezahlt.

Auch für Werbung gab der Konzern im Kampf mit Nike und anderen Rivalen mehr aus. Die Marketinginvestitionen stiegen im vergangenen Jahr auf 13,9 Prozent des Umsatzes, das sind 0,6 Prozentpunkte mehr als ein Jahr zuvor. So kamen zu den von Adidas gesponserten Fußballclubs im vergangenen Jahr Manchester United und Juventus Turin hinzu.

Der langjährige Adidas-Chef Hainer wird die Konzernführung zum 1. Oktober nach der Fußball-Europameisterschaft in Frankreich und den Olympischen Spielen in Brasilien an den bisherigen Henkel-Boss Rorsted abgeben.

SERGEI GURIEV, ÖKONOM

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