Die guten Abwickler

Es geht auch anders als bei Zielpunkt. Bei Baumax hat das Management gezeigt, dass das Ende eines Konzerns nicht mit Streit und zu vielen Arbeitslosen enden muss.

Die guten Abwickler

BALD ALLEINE IM HAUS. Finanzvorstand Michael Seidel (l.) und Personalchef Michael Pichler verlieren täglich Mitarbeiter. Genau das, was sie wollen.

Die Gemälde hängen noch. "Und sie werden auch bleiben", sagt Michael Pichler mit Nachdruck und blickt in das weitläufige Atrium der Baumax-Zentrale in Klosterneuburg, wo in jedem Gang und jedem Zimmer Bilder aus der Sammlung Essl hängen. Der Personalchef des Unternehmens weiß, warum er auf die Kunst an den Wänden besteht. "Als die Bilder für zwei Tage abgenommen wurden, weil es einen Wechsel in der Ausstellung geben sollte, ist gleich sehr große Unruhe ausgebrochen", schildert Pichler, "alle haben gedacht, jetzt ist es wirklich vorbei."

Mittlerweile ist es bei der Heimwerker-Kette tatsächlich vorbei, zumindest fast. Rund 80 Personen arbeiten noch in der Zentrale, täglich werden es weniger. Angeführt wird das letzte Aufgebot von Finanz-Vorstand Michael Seidel und Personalchef Michael Pichler. Ihre Mission ist erfüllt, wenn sie die Letzten sind, die ihren Kalender und die Familienfotos in Pappkartons verstauen und ihre Schreibtische räumen.

Doch von Untergangsstimmung ist auf den Baumax-Fluren wenig zu spüren. Denn dort ist gelungen, was Georg Pfeiffer bei Zielpunkt nicht gelungen ist: die strukturierte und mit Bedacht durchgeführte Zerschlagung eines Unternehmens, bei der so wenig Porzellan wie möglich zu Bruch geht.


SCHLUSSSTRICH - Die letzte Bilanz

Die Auflösung von Baumax im Überblick.

Stand 2013. Österreich: 65 Märkte, 3.800 Mitarbeiter. International: 96 Märkte in acht Ländern, ca. 6.000 Mitarbeiter
Stand Dezember 2015. 3.000 Mitarbeiter von neuen Eigentümern übernommenen, 400 mit Hilfestellung über das AMS vermittelt. Von einst 3.800 Beschäftigten sind nur noch 400 ohne neuen Job.
International. Märkte in der Slowakei, Slowenien, Tschechien,Rumänien, Bulgarien, Ungarn an neue Betreiber verkauft; Türkei und Kroatien geschlossen bzw. insolvent.
Jobbilanz. Von den insgesamt 6.000 Mitarbeitern haben mehr als 5.000 wieder einen Job.

Die ganze Geschichte lesen Sie im FORMAT Nr. 50/2015 vom 11.12.2015
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