Abschaffung des 500-Euro-Scheins könnte Millionen kosten

Abschaffung des 500-Euro-Scheins könnte Millionen kosten

Der 500-Euro-Schein: Wenig genutzt und hart umkämpft.

Ein möglicher Abschied vom 500-Euro-Schein könnte laut EZB-Schätzung teuer werden. Die Kosten für den raschen Druck alternativer Scheine und der Umtausch dürfte mindesten 500 Millionen Euro kosten.

Er ist 160 mal 82 Millimeter groß, lilafarben - und dürfte bei den wenigsten der knapp 340 Millionen Einwohner der Eurozone regelmäßig im Portemonnaie stecken: Der 500-Euro-Schein mit seinen Motiven aus der Architektur des 20. Jahrhunderts. Aktuell (2015) sind 614 Millionen Stück davon im Umlauf. Das waren zwar nur 3,2 Prozent aller knapp 19 Milliarden Euro-Banknoten.

Mit 207 Millionen Stück oder 1,1 Prozent aller Banknoten ist übrigens der 200er der seltenste Euro-Geldschein.

Ein möglicher Abschied vom 500-Euro-Schein könnte allerdings teuer werden. Informationen der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" zufolge würde eine Abschaffung der größten Euro-Banknote im günstigsten Fall weit mehr als 500 Millionen Euro kosten, gehe aus Schätzungen der nationalen Notenbanken und der Europäischen Zentralbank (EZB) hervor, die derzeit Einzelheiten einer möglichen 500er-Abschaffung berieten.

Die EZB erklärte am Freitag auf Anfrage, die möglichen Kosten könnten erst geschätzt werden, wenn über alle Details entschieden sei. Bis jetzt sei noch keine Entscheidung gefallen.

Druck und Logistik kosten

Dem Bericht zufolge geht es vor allem um den Druck alternativer Scheine. Wenn die größte der insgesamt sieben Euro-Banknoten nicht mehr zur Verfügung stünde, müssten die bis jetzt kursierenden 600 Millionen 500er in kleinere Noten umgetauscht werden. Dafür müssten mehrere Milliarden neue Scheine in recht kurzer Zeit gedruckt werden. Dafür würden im günstigsten Fall mehr als 500 Millionen Euro einkalkuliert. Hinzu kämen Kosten für die Logistik des Umtausches.

Die Kosten müssten die einzelnen nationalen Notenbanken tragen, die Banknoten im Auftrag der EZB drucken. Auf die Deutsche Bundesbank käme etwa ein Viertel zu.

EZB-Präsidenten Mario Draghi hatte jüngst darauf hingewiesen, dass der 500er für kriminelle Zwecke genutzt werde: "Der 500-Euro-Schein ist ein Instrument für illegale Aktivitäten." Bundesbank-Präsident Jens Weidmann bezweifelte zuletzt aber, ob mit einer Abschaffung kriminelle Machenschaften eingedämmt werden können.

Über die Zukunft des 500ers muss im EZB-Rat entschieden werden. Im obersten Entscheidungsgremium der EZB sitzen die sechs Mitglieder des EZB-Direktoriums sowie die Chefs der 19 nationalen Notenbanken der Eurozone.

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