Westbahn droht ÖBB mit Zahlungsstopp wegen Flüchtlingen

Westbahn droht ÖBB mit Zahlungsstopp wegen Flüchtlingen

1. September 2015: Die ÖBB richtet eine Einsatzzentrale mit Vertretern der ÖBB, Polizei, Caritas und Rettung ein. Die Westbahn will nun den Flüchltingsansturm für einen Gebührennachlass nutzen.

Die Westbahn, zur Hälfte im Eigentum des Industriellen Hans Peter Haselsteiner, will aus der Flüchtlingskrise Kapital schlagen Die ÖBB sind entrüstet. Die Wiener Gesundheits- und Sozialstadträtin Sonja Wehsely (SPÖ) reagierte heute empört.

Wien Die Westbahn fordert von den ÖBB aufgrund des Flüchtlingsansturmes auf Bahnhöfe und Züge einen Gebührennachlass. Die ÖBB lehnen empört ab und drohen bei Zahlungsausfällen mit rechtlichen Schritten. Laut Westbahn gab es durch die Flüchtlinge einen Geschäftsrückgang von 15 bis 20 Prozent. Wie hoch der Verlust bei den ÖBB ist, ist derzeit nicht bekannt - man sei mit Helfen mehr als eingedeckt.

In einem Schreiben von "Westbahn"-Chef Erich Forster an die Staatsbahn fordert dieser bei den Bahnhofsgebühren eine Preisminderung um 100 Prozent und beim Benützungsentgelt (für die Schienen) 20 Prozent Nachlass, bestätigt ÖBB-Sprecher Michael Braun einen entsprechenden Bericht des "Kurier", wonach die Westbahn mit einem Zahlungsstopp droht. Die ÖBB wiederum zeigten sich entsetzt darüber, dass die Westbahn "aus der Flüchtlingskrise Kapital schlagen will".

Der "Nachdruck" der Westbahn

Eine eigenwillige Argumentation, warum die Westbahn aufgrund des Flüchtlingsansturms Zahlungen an die ÖBB nicht leisten will, hat die Westbahn heute nachgeliefert: Sie wollte damit ihren Forderungen nach mehr Sicherheit und Qualität in den Bahnhöfen Nachdruck verleihen. Auslöser für das Druckmittel seien besorgte Anfragen von Kunden gewesen.

"Die Westbahn wollte mit dem Schreiben ein Signal setzen, damit Bemühungen gestartet werden, die im Sinne aller Bahnkunden für Sicherheit und Qualität sorgen", so die Westbahn in einer Aussendung.

Zusatzleistungen

Die ÖBB bringen entgegen der Westbahn Zusatzleistungen für einen reibungslosen Ablauf an den Bahnsteigen, die der Westbahn nicht verrechnet werden. "Wir haben seit Mitte August täglich 100 Mitarbeiter zusätzlich im Einsatz", rechnete Braun im Gespräch mit der APA vor. Noch heute soll ein Antwortschreiben an die Westbahn rausgehen. Einen Stopp der Zahlungen würden die ÖBB auf keinen Fall akzeptieren.

Im Übrigen seien die ÖBB von der Flüchtlingswelle weit stärker betroffen als der Mitbewerber. Alleine am Westbahnhof, der einer der Hotspots in Wien ist, hätten die ÖBB täglich 224 Züge im Einsatz - und die Westbahn nur 32. Die Westbahn gehört zur Hälfte der Familienprivatstiftung des Bauunternehmers Hans Peter Haselsteiner, 33 Prozent gehören der Schweizer Augusta Holding, 17 Prozent hält die französische Staatsbahn SNCF.

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