VW soll Kosten aus dem Abgasskandal voll übernehmen

Geschädigte Autobesitzer werden laut Verbraucherschützer weiterhin über Neben- und Folgekosten des Rückrufs wie Verdienstausfall, Mietwagen und geringere Wiederverkaufswerte völlig im Unklaren gelassen.

Berlin/Wolfsburg Die deutschen Verbraucherzentralen pochen darauf, dass der VW-Konzern alle Kosten wegen des Abgasskandals für die Autobesitzer übernimmt. Der Chef des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv), Klaus Müller, rief den deutschen Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) auf, dies per Weisung an das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) verpflichtend in die Wege zu leiten.

Nach wie vor fehle eine eindeutige Erklärung des Autobauers dazu, heißt es in einem Schreiben Müllers an Dobrindt, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Zusagen gebe es lediglich dafür, die vom KBA angeordnete Nachrüstung von 2,4 Millionen Diesel-Fahrzeugen zu tragen und drohende höhere Kfz-Steuerzahlungen wegen falscher CO2-Werte zu übernehmen.

Völlig im Unklaren gelassen würden geschädigte Autobesitzer weiterhin über Neben- und Folgekosten des Rückrufs wie Verdienstausfall, Mietwagen und geringere Wiederverkaufswerte. Dies gelte auch für den Ersatz von Schäden durch Falschangaben bei CO2-Werten. "Damit Verbraucher nicht auf Schaden sitzen bleiben, muss das KBA eine Kostentragungspflicht anordnen", bekräftigte vzbv-Chef Müller.

ZUR PERSON: Martin Butollo ist seit 2013 Country-CEO der Commerzbank in Österreich. Nach seinem Studium an der Wiener Wirtschaftsuniversität und der Pariser HEC trat Butollo bei PricewaterhouseCoopers ein und wechselte dann nach Frankfurt, wo er bei der Dresdner Bank und der Commerzbank Bankerfahrung sammelte.
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