64.000 Österreicher sind spielsüchtig

64.000 Österreicher sind spielsüchtig

Wenn das Glücksspiel zum Rausch und zur Sucht wird: 64.000 Österreicher sind spielsüchtig.

Nach einer Studie über das Spielverhalten ist die Zahl der Spielsüchtigen seit dem Jahr 2009 stabil geblieben. Unverändert besonders gefährdet sind männliche Jugendliche.

Klagenfurt. Rund ein Prozent der Österreicher - in Summe 64.000 Personen - ist spielsüchtig. Das hat eine Studie des Hamburger Instituts für interdisziplinäre Sucht- und Drogenforschung im Auftrag der Gesellschaft zur Erforschung nicht stoffgebundener Abhängigkeiten (GES) ergeben. Diese Zahl ist seit der vorherigen Untersuchung im Jahr 2009 gleich geblieben. Am stärksten gefährdet sind junge Männer.

Für die Studie wurden heuer im ersten Halbjahr 10.000 Personen im Alter zwischen 14 und 65 Jahren in computergestützten Telefoninterviews befragt. Jens Kalke, einer der Ersteller der Untersuchung, sprach am Mittwoch bei einer Pressekonferenz in Klagenfurt von einem "stabilen Glücksspielverhalten". So haben 41 Prozent der Befragten in den letzten zehn Monaten ein Glücksspiel um Geld gespielt. Der monatliche Einsatz hat sich seit 2009 von 53 auf 57 Euro erhöht.

Am beliebtesten bei den Österreichern ist nach wie vor das klassische Lotto "6 aus 45". Jeder Dritte hat im vergangenen Jahr zumindest einmal einen Lottoschein ausgefüllt. Gestiegen ist die Zahl jener, die bei den Euromillionen auf ihr Glück hoffen. Die Zahl der Spieler ist hier von neun auf 13 Prozent gestiegen. An Sportwetten und klassischen Casinospielen haben sich vier Prozent versucht.

Ein problematisches oder pathologisches Spielverhalten weisen laut Studie 1,6 Prozent der Männer und 0,5 Prozent der Frauen auf. Der klassische Spielsüchtige ist ein junger Mann im Alter von 14 bis 30 Jahren. In dieser Gruppe liegt der Suchtanteil bei 1,8 Prozent. Und er spielt am ehesten an Automaten außerhalb des Casinos, also in Gaststätten oder Tankstellen. An zweiter Stelle folgen die Sportwetten.

Hier müsse man in Sachen Prävention und Aufklärung ansetzen, meinen nicht nur die Studienautoren, sondern auch der Kärntner Suchtexperte Herwig Scholz. So müssten Automaten schwerer zugänglich sein und Sportwetten endlich als Glücksspiel kategorisiert werden, fordert Scholz. Derzeit liefen Sportwetten als "Geschicklichkeitsspiel". Er fordert darüber hinaus stationäre Einrichtungen für Spielsüchtige und ausreichend öffentliche Gelder für Therapie und Prävention. "Schließlich kassieren sie auch genug beim Glücksspiel'", sagte der Suchtexperte.

Erhoben wurde in der Studie auch die Einstellung der Österreicher zu Schutzmaßnahmen. So waren beispielsweise 89 Prozent der Befragten dafür, Glücksspiele erst ab dem Alter von 18 Jahren zuzulassen. 83 Prozent sprachen sich für eine spielartübergreifende Sperre aus, 70 Prozent befürworteten eine Reduzierung der Werbung für Glücksspielangebote. Für ein staatliches Glücksspielmonopol sprachen sich lediglich 48 Prozent der Befragten aus.

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