Dell will EMC für 67 Milliarden Dollar übernehmen

Dell will EMC für 67 Milliarden Dollar übernehmen

Der Mega-Deal der IT-Branche: Michael Dell will mit viel Geld EMC samt VMWare schlucken.

Der einstige PC-Weltmarktführer will mit der Übernahmen des IT-Speicher-Weltmarktführers EMC sein großes Comeback in der IT-Branche starten. 40 Milliarden Dollar des größten Deals in der IT-Branche will Dell-Gründer und Chef Michael Dell über Banken aufstellen. Dell will damit tief in die Kasse greifen und gleichzeitig Hewlett-Packard angreifen.

Round Rock (USA/Texas). Es wäre die bisher teuerste Übernahme in der Tech-Branche: Für insgesamt rund 67 Mrd. Dollar (59 Mrd. Euro) will Dell EMC übernehmen. Der einstige PC-Weltmarktführer will mit dem Speicherkonzern EMC sein Geschäft um Speicherdienste erweitern und damit vor allem den Rivalen Hewlett-Packard angreifen. Schon seit Tagen wird über den Deal spekuliert. Am Montag hat Dell den beabsichtigten Kauf angekündigt. Dell war eine Zeit lang der weltgrößte PC-Hersteller und ist aktuell die Nummer drei in dem schrumpfenden Markt. EMC ist die Nummer 1 bei IT-Speichersystemen. Zu EMC gehört auch der zuletzt stark wachsende Speicherhersteller VMWare.

Doch ganz so glatt dürfte der Deal nicht über die Bühne gehen. Nach Informationen der "Financial Times" sieht die Einigung vor, dass EMC sich noch konkurrierende Angebote einholen kann. Microsoft sowie Netzwerk-Spezialist Cisco zählen zu den Konzernen, die ebenso an einer Übernahme von EMC interssiert sein könnten. Damit solle der Finanzinvestor Elliott Management milde gestimmt werden. Elliott fordert eine Abspaltung von VMware.

Die EMC-Aktionäre sollen 24,05 Dollar in bar bekommen plus ein Papier, das den Wert der zu EMC gehörenden Software-Firma VMware widerspiegeln soll. Insgesamt liege der Wert pro EMC-Anteil damit bei 33,15 Dollar, hieß es. Es ist ein Aufschlag von fast einem Fünftel auf den EMC-Schlusskurs von Freitag. Der ungewöhnliche Aufbau des Deals ist notwendig, weil mehr als die Hälfte des EMC-Werts die Beteiligung von 80 Prozent an VMware ausmacht. Die Firma sorgt dafür, dass Rechenzentren dank virtueller Computer effizienter laufen.

EMC als Spezialist für Daten-Speicherung muss gegen eine Vielzahl neuer Wettbewerber antreten, VMware gilt bei Experten als das wachstumsträchtigere Geschäft. Die bisherige EMC-Tochter wird weiterhin an der Börse in New York notiert bleiben. Der Übernahme-Deal soll Mitte kommenden Jahres abgeschlossen werden, Regulierer und Anteilseigner müssten ihm noch zustimmen.

Comeback von Dell im großen Konzert

Gründer Michael Dell hatte seine Firma vor zwei Jahren mit Hilfe von Finanzinvestoren in einem 25 Mrd. Dollar schweren Deal von der Börse genommen. Jetzt werden Dell und der auch diesmal beteiligte Partner Silver Lake laut Medienberichten weitere 40 Mrd. Dollar von Banken brauchen.

Dell und seine Partner sollen nach Abschluss der Übernahme 70 Prozent an EMC halten. Michael Dell werde das gemeinsame Unternehmen führen. Dell hatte ab ab Mitte der 1990er-Jahre mit einem für damals einzigartigen Vertriebsmodell den PC-Markt aufgemischt. Der Computerkonzerns setzte ab 1995 ausschließlich auf den Verkauf von PC über Telefon, Fax und vor allem das Internet. Im April 2001 hatte Dell die Weltspitze bestiegen. Der Kick: Mit dem sogenannte "built-to-order-System" hatte Dell erstmals dem Kunden via Internet ermöglicht, sich die Konfiguration des PCs selbst zusammenzustellen. Und somit auch den Preis umgehend auszurechnen. Dell ersparte sich gleichzeitig den Zwischenhandel und lieferte direkt ab Werk dem Kunden Notebooks, PCs, Monitore und später auch Speicher- und Serversysteme. Bis zum Jahr 2007 konnte sich Dell an der Spitez behaupten. Mehrere Pannen, sinkende Renditen sowie eine rückläufige Nachfrage machten vor allem Dell zu schaffen. Hewlett-Packard hatte 2007 die Marktführerschaft übernommen. HP wurde selbst im Okobter 2012 von Lenovo aus China von der Spitezn auf Rang zwei verdängt.

Dell-Partner Elliott könnte die EMC-Übernahme noch verhageln. Allerdings hat Michael Dell bereits Erfahrung mit aggressiven Investoren. Beim Rückkauf seines eigenejn Unternehmen hatte Milliardär Carl Icahn sich quergestellt. In einem auch öffentlich geführten Schlagabtausch hatte sich Icahn gegen Dells Pläne das Unternehmen gleichzeitig von der Börse zu nehmen monatelang quergestellt - bis der Preis gepasst hatte und der Dell-Aktionär mit einem verbesserten Angebot milde gestimmt wurde.

Für EMC würde ein Kauf durch Dell zusätzlich ein Nachfolgeproblem lösen: Der seit 2001 amtierende Chef Joe Tucci, inzwischen 68 Jahre alt, plant schon seit einiger Zeit seinen Rückzug.

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