Zucker für RateBoard: Start-up wird Teil der Zuccetti-Group

Die RateBoard-Gründer Matthias Trenkwalder (li) und Simon Falkensteiner

Die RateBoard-Gründer Matthias Trenkwalder (li) und Simon Falkensteiner

Das Innsbrucker Start-up RateBoard wird von der italienischen Zuccetti-Gruppe übernommen. Das von Simon Falkensteiner und Matthias Trenkwalder im Jahr 2015 gegründete Unternehmen hat eine webbasierte Pricing-Software für die Hotellerie entwickelt.

Als Hotelier dem richtigen Gast das richtige Zimmer zum richtigen Preis anbieten - das war der Grundgedanke von Simon Falkensteiner und Matthias Trenkwalder, als sie 2015 in Innsbruck ihr Start-up RateBoard gründeten und daran gingen, eine webbasierte Software zu entwickeln, die der Individualhotellerie und mittelständischen Ketten quasi auf Knopfdruck genau das können sollte.

Die Idee dabei war, eine dynamische Preisgestaltung zu ermöglichen, bei der Daten aus unterschiedlichen Quellen berücksichtigt werden, wie zum Beispiel das Wetter, die Preise der anderen Hotels und in der Nähe stattfindende Events oder lokale Feiertage.

Die Ergebnisse der Berechnungen werden dann in einem übersichtlichen Dashboard dargestellt und erlauben so eine effiziente Preisgestaltung für noch unbelegte Zimmer. Per Knopfdruck können die Preise anschließend in externe Systeme übertragen werden. Durch die dynamische Preisgestaltung können um bis zu 20 Prozent mehr Umsatz erzielt werden.

Simon Falkensteiner, Co-Gründer von RateBoard: "Viele Hotels treffen Preisentscheidungen immer noch aus dem Bauch heraus. Deswegen bleiben leider vielfach Zimmer leer oder werden zu einem zu günstigen Preis zu früh ausverkauft. Wir wollen das ändern. Hotels können ihr Angebot optimal an die Nachfrage anpassen."

Investoren und Exit

Erst 2018 erhielt RateBoard ein Investment von aws Gründerfonds, Falkensteiner Ventures und Next-Floor Ventures zur Umsetzung der Wachstumspläne. Mit dem Investment wurde die Expansion im DACH-Raum und in Italien weiter vorangetrieben und die technologische Weiterentwicklung der Plattform mit zusätzlichen intelligenten Features umgesetzt.

Seither sind die Nutzerzahlen auf das Sechsfache angewachsen und es wurde ein monatliches zweistelliges Umsatzwachstum erwirtschaftet. Neben vielen anderen Auszeichnungen wurde RateBoard nicht zuletzt deshalb von TIC (Travel Industry Club) und VIR (Verband Internet Reisevertrieb) im November 2019 unter die Top drei der erfolgreichsten Travel Start-ups in der DACH-Region gewählt.

Nach nur fünf Jahren im Business übergeben die Investoren und die Gründer nun ihre Anteile Gänze an das italienische Softwarehaus Zucchetti. Der italienische IT-Marktführer integriert die Software von RateBoard in das eigene Produktportfolio und baut den Bereich „Hospitality and Retail“ damit weiter aus. Die Gründer und die 20 RateBoard-Mitarbeiter weiter an den zwei österreichischen Standorten in Innsbruck und Wien beschäftigt.

"Rateboard hat eine sehr innovative Lösung entwickelt, die dem Management von Hotels und Hotelketten echte Vorteile bringt; aus diesem Grund hatten wir bereits einen Handelsvertrag für den Vertrieb ihrer Dienstleistungen unterzeichnet, der den besten Tarif empfiehlt", sagt Angelo Guaragni, Direktor von Zucchetti Horeca.

"Zucchetti, ein bewährter italienischer Marktführer im Horeca-Bereich (Anm.: Hotel/Restaurant/Café), kann durch die Übernahme einer international bekannten Marke wie RateBoard auch weltweit schneller wachsen", sagt Enrico Itri, COO von Zucchetti International. "In unserer Strategie für 2020 wollen wir den weltweiten Horeca-Markt nicht nur für ERP- und HR-Anwendungen verbessern, sondern auch für spezifische Lösungen für vertikale Märkte wie Hotellerie."

Zukunftspotenzial

Zucchetti hat mit seinen über 400.000 Kunden 2019 einen Umsatz von 850 Millionen Euro erwirtschaftet. Beraten wurden die Gründer bei dem Exit von der in der Start-up-Szene fest verankerten Rechtsanwaltskanzlei Brandl & Talos, die RateBoard schon in den vergangenen Jahren umfassend betreut hat.

Das Brandl & Talos Team um Roman Rericha, Stephan Strass und Matea Plavotic beriet nun auch beim erfolgreichen Exit als Transaktionsanwalt. "Nachdem wir RateBoard bereits in den vergangenen Jahren intensiv begleiten durften, freuen wir uns sehr, dass wir nun auch beim Exit erfolgreich unterstützen konnten. Der Verkauf an Zucchetti ist eine großartige Sache für RateBoard und die gesamte österreichische Start-Up- Szene: Der Exit zeigt, dass sich auch Top-Industrieunternehmen aus dem Ausland mit heimischen Jungunternehmen auseinandersetzen," erklärt Rericha.

„RateBoard hat sich erstaunlich schnell in den Sweetspot eines internationalen Strategen hineinentwickelt", sagt Ralf Kunzmann, Geschäftsführer aws Gründerfonds, der sich den aws Gründerfonds immer als Wegbelgleiter auf Zeit sieht. Kunzmann: "Wir sind überzeugt, dass die beiden Gründer weiterhin einen steilen Erfolgsweg vor sich haben und sind gespannt auf die weitere Entwicklung!“

Für Erich Falkensteiner, Geschäftsführer Falkensteiner Ventures ist das Thema Revenue Management ist ein unglaublich spannender Bereich für die Hotellerie. Ein Bereich, der nicht nur derzeit relevant für jeden Hotelier ist, sondern auch immenses Zukunftspotenzial hat. "Daher war für mich von Anfang an klar, dass ich dieses Thema unterstützen möchte. Auch beim Verkauf, war es mir wichtig, den richtigen Partner für RateBoard zu finden", sagt er. "Ich bin mir sicher, dass RateBoard gemeinsam mit Zucchetti eine erfolgreiche Zukunft bevorsteht.“

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