Warum Niko Alm in das Musik-Startup Record Bird investiert

Warum Niko Alm in das Musik-Startup Record Bird investiert

Das Musik-Startup Record Bird will eine App entwickeln und neue geographische Märkte erschließen. Dafür brauchen die Gründer Geld. Ein sechsstelliger Betrag kommt unter anderem von VICE CEE-Geschäftsführer und NEOS-Politiker Niko Alm.

Freilich können Sie in den Plattenladen gehen, um dort die Neuerscheinungen zu durchstöbern. Oder Sie abonnieren diverse Musikzeitschriften und hoffen, dass die dort schreibenden Redakteure den gleichen Musikgeschmack haben wie Sie und daher eine Rezension zum neuen Album Ihrer Lieblingsband verfassen. Doch diese Strategien zum Erkunden von neuen Musikstücken kosten Zeit und Geld - zur Lösung des Problems haben Wiener Gründer im Jahr 2014 Record Bird gegründet: Der Dienst informiert Musikliebhaber über kommende Neuerscheinungen und zeigt ihnen, wo sie diese vorbestellen können.

Bisher war die Website nur in einer geschlossenen Beta-Version verfügbar. Nun gehen die Wiener mit ihrem Projekt an die Öffentlichkeit. Apps sollen entwickelt werden, neue geographische Märkte werden erschlossen: Zuerst wird Deutschland erobert, in weiterer Folge soll in die führende westlichen Musikmärkte - UK und USA - expandiert werden. Weil Wachstum Geld kostet, hat Record Bird nun seine erste Finanzierungsrunde abgeschlossen: Ein insgesamt mittlerer sechsstelliger Betrag kommt aus dem Netzwerk von Startup300 (Klaus Hofbauer, Lukas Scherzenlehner sowie Erwin Stricker) und von Niko Alm (VICE, Super-Fi).

"Investiere nur in Dinge, die ich verstehe"

Alm hat mehrere Gründe, um in das junge Unternehmen zu investieren. Erstens, so sagt er, passt das Start-up gut in sein bestehendes Portfolio. Denn zwar hat er die Event-Managementagentur Comrades mitbegründet, die unter anderem das Musikfestival "Waves Vienna" organisiert - ein reines Musik-Startup fehlte ihm aber noch. Es ist eine gängige Weisheit unter Investoren, dass das eigene Portfolio möglichst breit aufgestellt sein sollte.

"Zweitens investiere ich nur in Dinge, die ich verstehe", sagt Alm: "Und das Thema Musik verstehe ich sehr gut." Der Prototyp sei bereits sehr ausgereift, und auch der Businessplan hat laut Alm Potenzial - wiewohl an der Monetarisierung noch gefeilt werden könnte. Derzeit verlinkt Record Bird auf die Dienste von Amazon und iTunes, wo die Nutzer die Neuerscheinung vorbestellen können; für diese sogenannten "Affiliate Links" bekommt Record Bird von Amazon und Apple Werbeeinnahmen. "Affiliate Links sind aber definitiv noch nicht der Weisheit letzter Schluss", sagt Alm: Andere Möglichkeiten zum Geldverdienen sieht er etwa in der direkten Kooperation mit Plattenfirmen.

Test von trend.at: Eine Frage der Hörgewohnheiten

Alm ist bei Record Bird nicht nur als Investor, sondern auch in beratender Funktion tätig. Die erste Aufgabe der Gründer sieht er nun darin, viele Nutzer für den Dienst zu begeistern. Derzeit sind Nutzerzahlen und Umsatz nicht der Rede wert, da Record Bird erst jetzt beginnt, aktiv um Nutzer zu werben.

Im Test von trend.at fielen die Reaktionen auf Record Bird gemischt aus, das Ausmaß der Begeisterung war stark abhängig von den Hörgewohnheiten. So verknüpfte ein Redakteur den Record Bird-Account mit dem Spotify-Konto, teilte alle Daten des Streaming-Dienstes mit dem Start-up und freute sich anschließend über personalisierte Empfehlungen zu Neuerscheinungen. Ein anderer Kollege hingegen schwört auf das gute alte Vinyl - und da Record Bird unmöglich seine rund 2500 Werke umfassende Plattensammlung scannen kann, wird das Konzept der personalisierten Empfehlungen hier nach aktuellem Stand der Technik wohl am Online-Offline-Medienbruch scheitern.

Top Start-up-Unternehmer 2017: Travis Pittman (TourRadar), Reinhard Nowak (Linemetrics), Andreas Kern (Wikifolio) und Petra Dobrocka (Byrd).

Start-ups

Ranking: Österreichs beste Start-ups 2017

trend@venture 2017: Die Finalisten

Start-ups

trend@venture 2017: Die Finalisten

Das Jobrocker Management-Team: Günther Strenn (CEO), Martin Pauer (CDO), Gregor Weihs (COO), Klaus Furtmüller (CTO)

Start-ups

Millionen-Investment für Wiener HR-Start-up JobRocker