Vorzeige-Start-up Number26 im Kreuzfeuer der Kritik

Die Kritik am österreichische Banken-Start-up Number26 mit Sitz in Berlin reißt nach der Kündigung von Hunderten Kunden Ende Mai nicht ab. Für erneute Aufregung auf Facebook und Twitter sorgte nun, dass die Smartphone-Bank einen Fragenkatalog des deutschen "Handelsblatt" nicht beantworten wollte.

Vorzeige-Start-up Number26 im Kreuzfeuer der Kritik

Das Banken-Start-up kündigte Ende Mai einigen Hundert Kunden, weil sie zu häufig Bargeld abgehoben hatten - das ist für sie kostenlos, aber Number26 muss jedes Mal Gebühren bezahlen. Weil sich das Unternehmen fünf Tage Zeit mit einer Erklärung ließ, gab es zum Teil heftige Kritik in den sozialen Medien. Im Durchschnitt hätten die gekündigten Kunden rund 15 Abhebungen pro Monat, teilweise auch über 30, über mehrere Monate hinweg getätigt, hieß es in der Number26-Stellungnahme. In Deutschland liegen die Kosten pro Abhebung für die Smartphone-Bank über dem europäischen Durchschnitt - bei 1,50 bis 2,00 Euro. Diese Gebühren übernimmt Number26 in der Annahme, "dass Kunden das Konto im gewöhnlichen Ausmaß verwenden".

In Österreich fallen pro Bargeldabhebung Gebühren von 40 Cent bis zu einem Euro für Number26 an. "Das war nachhaltig nicht managebar, das mussten wir in der Praxis lernen", sagte Firmengründer Valentin Stalf kürzlich gegenüber der "Presse". In Österreich, wo das Start-up rund 20.000 Kunden zählt, wurden 25 gekündigt. Die Smartphone-Bank will nun in den nächsten zwei Wochen eine Fair-Use-Policy entwickeln, inklusive Monatsgrenze für Abhebungen.

160.000 Kunden - 12 Millionen Euro Investment

Number26 hat mit seinem kostenlosen Girokonto für Smartphone- und Online-Banking seit Jänner 2015 bereits 160.000 Kunden geködert. Derzeit können Kunden mit Wohnadresse in Deutschland, Österreich, Irland, Frankreich, Spanien, Italien, Griechenland oder der Slowakei ein Number26-Girokonto eröffnen. Die beiden Wiener Maximilian Tayenthal und Valentin Stalf gründeten Number26 in Wien, verlagerten ihren Firmensitz aber nach einem Monat nach Berlin.

Das Banken-Start-up verlangt für die Kontoführung sowie die Maestrocard und Mastercard keine Gebühren, bietet aber keine Zinsen auf Kontoguthaben und verdient bei jeder Kreditkartentransaktion einen kleinen Betrag, der nicht vom Kunden, sondern vom Händler übernommen wird. Das Start-up hat bisher 12 Mio. Euro an Investments eingesammelt und arbeitet mit der deutschen Wirecard Bank AG zusammen, die über eine Bankenlizenz verfügt. Mitte März gab es Medienberichte über eine kolportierte Finanzierungsrunde in Höhe von 40 Mio. Euro für Number26 plus eine eigene Bankenlizenz.

Bedenken gibt es auch von Datenschützern in Bezug auf Fintechs - also Start-ups, die im Revier der Banken und Versicherungen fischen. Denn die Newcomer nutzen die Daten der Kunden, um damit ihre Geschäftsmodelle zu optimieren. Auch Number26 schwimmt auf dieser Welle mit. Weiterlesen unter diesem Link.

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