Start-up Wefox gewinnt Hollywood-Star Ashton Kutcher als Geldgeber

Start-up Wefox gewinnt Hollywood-Star Ashton Kutcher als Geldgeber

Ashton Kutcher steigt erneut ins Versicherungsbusiness ein - als Investor. Die Wiener Speedinvest hat ihn auf die Fährte gebracht.

Das Versicherungs-Start-up Wefox, an dem auch die Wiener Speedinvest beteiligt ist, hat mit dem Hollywodstar Ashton Kutcher einen weiteren zahlungskräftigen Investor an Land gezogen. Gleichzeitig mit Kutcher sind einige weitere deutsche Prominente eingestiegen.

Wenn bei Start-ups Geld in der zweiten oder dritten Finanzierungsrunde Geld nachgeschossen wird, geht es im Regelfall um Millionenbeträge. Das Berliner Versicherungs-Start-up Wefox, an dem der Wiener Investor Speedinvest mit Oliver Holle und Daniel Keiper-Knorr seit der ersten Finanzierungsrunde im Jahr 2015 mit einem Minderheitenanteil beteiligt ist, geht nun in die nächste Runde. Einen wesentlichen Beitrag dazu hat die Wiener Investorengruppe dazu geleistet, wenngleich Speedinvest bei der nun erfolgten dritten Finanzierungsrunde von Wefox nicht mitzogen.

Dafür konnten die Wiener mit dem Hollywoodstar und Start-up-Investor Asthon Kutcher einen neuen Financier und Teilhaber an Land ziehen.

Neben dem Hollywood-Star sind weitere, ebenfalls prominente Financiers eingestiegen: Das deutsche Versicherungsschwergewicht Munich RE sowie die Popsternchen Lena Meyer-Landrut, Sasha und Sarah Connor.

Wie hoch das Investment Kutchers war, wollte Speedinvest-Partner Keiper-Knorr nicht verraten. Darüber wurde Stillschweigen vereinbart. Der Anteil von Speedinvest bleibt bei einem Geschäftsanteil im einstelligen Prozentbereich. "Wir sind spezialisiert auf Finanzierungen im frühen Stadium", sagt Speedinvest-Partner Keiper-Knorr. Wefox sei bereits in der Wachstumsphase angelangt. Daher sei ein weiteres Investment nicht mehr vorgesehen. "Es ist üblich, dass sich ab dem frühen Einstieg mit dem Wertzuwachs und weiteren Investoren der Anteil am Unternehmen verwässert", so Keiper-Knorr. À la longue sei für Speedinvest ohnehin ein Exit geplant. "Wann das sein wird, kann ich derzeit nicht sagen."

Versicherungen per Smartphone

Kerngeschäft von Wefox sind Versicherungen, die via Smartphone direkt und unkompliziert an Kunden verkauft werden können und bei denen der Schadensfälle genauso unkompliziert - "in weniger als zwei Stunden" - abzuwickeln sind. Ehe das Unternehmen in das Versicherungsgeschäft eingestiegen ist hatte es sich als Platformbetreiber für Makler verdingt.

2017 hat Wefox in Liechtenstein eine Versicherungslizenz in Liechtenstein erworben. Seither darf das Start-up in Europa als Versicherungsanbieter auftreten. Vorab bietet das Unternehmen einen Versicherungsscheck für die Haushalts- und Haftpflichtversicherung an. Nach Angaben von Wefox sollen 90 Prozent der deutschen Haushalte "entweder überflüssige oder zu teure Versicherungen" abgeschlossen haben.

Noch im Oktober wollte Wefox mit ONE nur eine Haushalts- und Haftpflichtversicherung verkaufen. Mit dem Einstieg von Munich RE sollen nun weitere Versicherungsprodukte folgen. Die Unternehmenszahlen zeigen, dass das Konzept angenommen wird", sagt Speedinvester Keiper-Knorr. Alleine anhand der Mitarbeiter - seit 2015 wurden 150 neue Mitarbeiter eingestellt - sowie den Geschäftszahlen, die allerdings nicht öffentlich bekannt gegeben werden,

In drei Finanzierungsrunden sollen unbestätigten Angaben zufolge 55 Millionen Euro in das Start-up geflossen sein. Beim Start im Jahr 2015 wurden rund vier Millionen Euro von Investoren aufgebracht, weitere 22 Millionen Euro konnten bereits 2016 lukriert werden.

Von Budapest über Wien nach Berlin

Das Start-up-Business ist auch ein People Business - und wenn es um Investments geht, dann können auch außergewöhnliche Locations den Kick und Anschub zugleich geben. Der wesentliche Anstoß zum Wefox-Engagement von Hollywood-Star Ashton Kutcher erfolgte im Sommer 2017 in Budapest beim Rundendrehen der Formel-1 auf dem Hungaroring. Auf Einladung des österreichischen Mercedes-Formel-1-Team-Chefs Toto Wolf kam Speedinvestor Keiper-Knorr nach Budapest, wo er Kutcher kennenlernte.

Start-up-Investments sind für Kutcher nichts Neues. Seit dem Jahr 2010 hat der Schauspieler bereits in 37 Start-ups investiert. Darunter sind Investments in Unternehmen wie Uber, Shazam, AirbnB oder Spotify.

"Wir wurden uns vorgestellt, recht schnell haben wir verstanden, dass wir ein ähnliches Interesse für Geschäfte haben", sagt Keiper-Knorr. Der Wiener Speedinvest-Mann hat dem Hollywoodstar von den rund 80 Beteiligungen der Wiener erzählt, darunter auch vom Berliner Versicherungs-Start-up Wefox. Und genau da habe es einen konkreten Anknüpfungspunkt gegeben, denn Kutcher hält auch eine Beteiligung an einem US-Versicherungsstart-up, das dem Geschäftskonzept von "Wefox ähnlich sei", so Keiper-Knorr.

Nach dem Treffen in Budapest Ende Juli 2017 sei es Schlag auf Schlag gegangen: Nur eine Woche nach dem Formel-1 Grand Prix in Budapest sei Kutcher in Wien bei Speedinvest auf Besuch gewesen. Kurz danach wurde im Spätsommer in Berlin der nun vollzogene Einstieg bei Wefox vereinbart.

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