Start-ups stärker von Coronakrise betroffen als KMU

Die Wirtschaftskammer hat mit der neuen Start-up-Initiative StatupNOW ein Aufstockung der Hilfsgelder gefordert. Darlehen sollen außerdem später zurück gezahlt werden.

Start-ups stärker von Coronakrise betroffen als KMU

Wien. Die Wirtschaftskammer hat zum Start ihrer Initiative StartupNOW mehr Unterstützung für Start-ups gefordert. Der Covid-Start-up-Hilfsfonds solle seitens des Bundes um weitere 50 Mio. Euro aufgestockt werden. Für aufstrebende Unternehmen in den Bereichen Ökologisierung, Digitalisierung und Gesundheit/Life Science solle es einen Bonus geben. Förderdarlehen sollten später zurückgezahlt werden können, um Start-ups eine Liquiditätsbrücke zu schaffen, so WKÖ-Präsident Harald Mahrer.

Außerdem wünscht sich die Wirtschaftskammer mehr Ressourcen für schnellere Förderungen. Zwischen Zusage und Auszahlung sollten maximal zehn Werktage liegen.

Start-ups seien von der Coronakrise noch stärker betroffen als Klein- und Mittelbetriebe, wie eine im September/Oktober durchgeführte Umfrage unter 134 Firmen zeige. 51 Prozent der Start-ups sagten, sie hätten vermehrt Schwierigkeiten bei der Finanzierung bzw. bei der Suche nach Investoren, ebenso viele beklagten, dass sie ihre Produkte bei Kunden oder Messen nicht vorstellen könnten. Außerdem ein großes Problem für Start-ups: der Rückgang der Nachfrage bzw. die Stornierung von Aufträgen. Dennoch waren die Start-ups im Befragungszeitraum optimistischer für die kommenden Monate als die österreichischen Unternehmen gesamt. Nur etwas mehr als ein Drittel der Befragten hatte aber den Eindruck, dass Start-ups auch ausreichend berücksichtigt werden.

Am Donnerstag ernannte die WKÖ Kambis Kohansal Vajargah zum "Head of Startup Services". Vajargah war Mitgründer der Jobvideoplattform whatchado. "Mein Ziel ist es, so nahe an den Start-ups dran sein wie möglich: als waschechter Gründer und Mentor für Jungunternehmen", so der neue Start-up-Ansprechpartner in der Kammer. Eine der ersten Maßnahmen von StartupNOW sind "Open Office Hours" für Start-ups sowie virtuelle "Pitching Days", an denen auch Investoren teilnehmen sollen.

Die Regierung hatte im Frühjahr ein Start-up-Hilfspaket im Umfang von 150 Mio. Euro geschnürt, wobei nach damaligen Angaben 100 Mio. Euro private Investoren und 50 Mio. Euro der Bund schultern sollen. Ursprünglich hätte das Geld in einen Digitalisierungsfonds fließen sollen. Dieser war im Mai 2019 angekündigt worden, wurde aber nicht umgesetzt.

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