START-UP - Schnelles Geld für schnelle Hunde

START-UP - Schnelles Geld für schnelle Hunde

Auf den Hund gekommen: Michael Hurnaus, Gründer und CEO des Linzer Start-ups Tractive, entwickelt GPS-Ortungshalsbänder für Haustiere. Mit dem Millioneninvestment kann er nun die Expansion vorantreiben.

Ein Rennfahrer steigt mit zwei Millionen Euro bei Tractive ein, einem Ortungsdienst für Haustiere. Und fünf weitere Prominente sind bereits als Investoren an Bord.

Er ist reicher Erbe, privater Investor, begnadeter Rennfahrer - und leidenschaftlicher Hundeliebhaber. Vier Vierbeiner begleiten regelmäßig Harold Primat, der vom Vater gemeinsam mit seiner Familie ein milliardenschweres Aktienpaket von Schlumberger, dem weltweit größten Unternehmen für Erdölexploration und Ölfeldservice, geerbt hat. Seine Schwester besitzt ebenfalls einen Hund - und dieser trägt stets ein kleines Halsband mit einem Spezialsender, damit er jederzeit geortet werden kann. Primat ist sofort begeistert, als er dies sieht, googelt nach und entdeckt, dass hinter dieser innovativen Technologie das kleine oberösterreichische Start-up Tractive steckt.

Für Primat, für den als ehemaliger Le-Mans-Fahrer Geschwindigkeit alles ist, ist bald klar: Er will nicht nur seinen Hunden derartige GPS-Sender umschnallen, sondern sich auch möglichst rasch an dem jungen Unternehmen beteiligen, für das er große Zukunftschancen sieht. Doch nirgendwo auf der Website findet sich ein Hinweis für potenzielle Investoren.

Erst die Support-Hotline bringt ihn schließlich zu Gründer Michael Hurnaus. "Wir waren gar nicht aktiv auf der Suche nach frischem Geld, weil wir uns gut aus dem Cashflow finanzieren können", erzählt Hurnaus heute, "aber wir haben immer gesagt, wenn der richtige Investor kommt, dann schlagen wir zu."

Harold Primat ist der richtige. Das stellt sich gleich beim ersten Treffen heraus, als der gut vernetzte Investor einfliegt und das Team von Tractive in Pasching bei Linz besucht. Drei Monate später, im Dezember des vergangenen Jahres, folgt das Handshake-Agreement in Genf, dem Sitz des in der Schweiz lebenden Franzosen, vergangene Woche schließlich das Closing.

Über zwei Millionen Euro investiert Primat und erhält dafür knapp zwölf Prozent der Tractive-Anteile. Die bisherigen Gesellschafter, zu denen auch Business Angel Hansi Hansmann sowie die vier Gründer von Runtastic mit Florian Gschwandtner an der Spitze zählen, bleiben dabei alle an Bord und reduzieren ihre Anteile entsprechend.

Das 2012 gegründete Unternehmen, das es bereits im Jahr darauf bei trend@venture unter die top drei der heimischen Start-up-Szene schaffte, beschäftigt mittlerweile 27 Mitarbeiter, liefert seine Pet Tracker - bislang eine mittlere fünfstellige Stückzahl - in über 80 Ländern aus und konnte im Vorjahr den Umsatz verdreifachen.

"Mit dem neuen Kapital können wir nun unser Geschäft richtig gut anschieben", frohlockt Hurnaus und denkt dabei erstmals an TV-Werbung und die Intensivierung der Markteroberung in Nordund Südamerika, wo im Moment noch mit Tagg der größte Konkurrent führend ist - in Europa ist Tractive längst unangefochtener Marktführer im Bereich der Pet Wearables. "Unsere Produkte sind kleiner, wasserdicht und senden in Echtzeit, wo sich der kleine Liebling gerade aufhält", weiß Hurnaus um die Vorteile der eigenen Technologie Bescheid.

Und Tractive ist bereits dabei, den "kleinsten und leichtesten GPS-Tracker der Welt" zu entwickeln.

Rasanter Investor: Harold Primat war 17 Jahre lang Autorennfahrer und steigt nun bei Tractive ein.


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