Start-up-Szene in Österreich: Potenzial zur "Job-Maschine"

Start-up-Szene in Österreich: Potenzial zur "Job-Maschine"

Praktisch alle (95,6 Prozent) Start-ups betrachten ihre aktuelle wirtschaftliche Situation als zufriedenstellend, ein gutes Drittel (38,5 Prozent) sogar als gut.

Start-ups in Österreich sind männlich dominiert, zwei Drittel sind in Wien angesiedelt und sie haben das Potenzial zur "Job-Maschine". Das schreiben die Autoren einer Studie des WU-Gründerzentrums.

Österreich hat eine dynamische Start-up-Szene, die sich stark selber finanziert und sehr zuversichtlich in die Zukunft schaut. Diese Firmen haben das Potenzial zur "Job-Maschine" und damit zur treibenden Kraft für die heimische Wirtschaft, schreiben die Autoren Lisa-Maria Fass und Rudolf Dömötör in einer am Montag publizierten Studie des WU-Gründungszentrums.

Start-ups sind demnach maximal zehn Jahre alt und haben entweder eine innovative Idee beziehungsweise Technologie oder planen ein massives Wachstum, so die Definition des "European Startup Monitor", in dessen Rahmen die Studie erstellt wurde. Gründer sind zumeist männliche (84,5 Prozent) Österreicher (80,4 Prozent), die mit durchschnittlich 31,6 Jahren in Wien tätig werden (62,7 Prozent). Der Rest teilt sich gleichmäßig auf die anderen Bundesländer, vor allem auf die Landeshauptstädte, auf. Nach gut zwei Jahren (2,19 Jahre) haben sie - inklusive Gründern - 7,5 Personen einen Job geschaffen. Gut zwei Drittel (70,4 Prozent) machen allerdings noch weniger als 150.000 Euro Umsatz.

Praktisch alle (95,6 Prozent) Start-ups betrachten ihre aktuelle wirtschaftliche Situation als zufriedenstellend, ein gutes Drittel (38,5 Prozent) sogar als gut. Drei Viertel erwarten in der Zukunft eine noch bessere Lage, nur 2,2 Prozent eine Verschlechterung. Im Schnitt werden in den nächsten 12 Monaten 5,5 zusätzliche Beschäftigte erwartet - wobei 91,8 Prozent von ihnen Jobzuwächse vorhersagen.

Zwei Drittel der österreichischen Start-ups entwickeln eine globale oder zumindest europäische Innovation. Mehr als drei Viertel der Start-ups sind mit ihren Innovationen bereits auf internationalen Märkten aktiv, und um ihre Wachstumsziele zu erreichen, brauchen sie Geld - drei Viertel der Start-ups wollen in den nächsten 12 Monaten bis zu 500.000 Euro aufnehmen. Digitale Wirtschaft (44 Prozent) und Life Sciences (20 Prozent) sind die wichtigsten Betätigungsfelder.

Gründer greifen auf eigenes Geld zurück

Dabei bauen Gründer solcher innovativer Firmen zumeist auf eigenes Geld (89,9 Prozent). Dazu erhalten sie Subventionen der öffentlichen Hand (48,6 Prozent), von Familien und Freunden (24,8 Prozent) und Business Angels. Risikokapital (Venture Capital) fließt nur in 10 Prozent der Start-ups, Kredite in 11 Prozent, ergab die Studie. 39 Prozent der Gründer sind schon zumindest zum zweiten Mal am Start.

Männer gründen im Schnitt mit 31,9 Jahren ihr Start-up. Unter ihnen sind nur 14,2 Prozent keine Österreicher. Das Gründungsteam besteht im Schnitt aus 2,55 Personen. Frauen hingegen gehen schon mit durchschnittlich 27,5 Jahren an den Start, unter ihnen sind 27,8 Prozent keine Österreicherinnen. Ihre Gründungsteams sind mit durchschnittlich 2,22 Personen kleiner. Während in Summe aller Start-ups 19,2 Prozent der Gründer Ausländer sind, haben 27 Prozent der Beschäftigten eine andere Staatsbürgerschaft.

Die Studie ist Teil der Initiative "European Startup Monitor", die vom "Bundesverband Deutsche Start-ups" initiiert wurde. Es wurden in Europa und Israel über 2.300 Start-ups mit zusammen mehr als 31.000 Arbeitnehmern befragt. In Österreich wurden 121 Start-ups befragt. Wie viele Firmen insgesamt in Österreich dieser Kategorie von Neugründungen zuzurechnen sind wurde nicht erhoben, auch will sich Dömötör nicht auf eine Schätzung einlassen. Eine Untersuchung für die Wiener Wirtschaft hatte für die Bundeshauptstadt im Jahr 2013 638 Start-ups geschätzt - das würde darauf hinweisen, dass es österreichweit etwa 1.000 Start-ups gibt.

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