Start-up Anyline erhält Starthilfe aus der Heimat

Start-up Anyline erhält Starthilfe aus der Heimat

Anyline-Gründer Lukas Kinigadner, Jakob Hofer und Daniel Albertini (v.li.)

Das Start-up Anyline bekommt 1,5 Millionen Euro frisches Kapital. Mit dabei: Gernot Langes-Swarovski.

150 Meter liegen zwischen dem Elternhaus von Lukas Kinigadner und dem in Wattens ansässigen Kristallkonzern Swarovski. Sein erstes Ferialpraktikum absolvierte er in einem der Werke, dockte später bei einer Tochterfirma an, bevor er sich in Wien mit dem Start-up Anyline selbstständig machte. Danach spielte der klangvolle Name in seinem Leben eigentlich keine Rolle mehr. Zumindest nicht bis vergangenen Sommer. Da erhielt er eine Einladung, als eines von zwei Dutzend Start-ups an einem Pitch in Wattens teilzunehmen. Absender war Gernot Langes-Swarovski, der über seine GLS-Gruppe nach Beteilungen an jungen Unternehmen suchte.

Der Auftritt in Wattens war für Kinigadner ein Heimspiel, das er mit Bravour absoliverte. Danach ging alles Schlag auf Schlag: Es gab einige Treffen, dann die üblichen Prüfungen im Vorfeld einer Beteiligung und schließlich das Okay zum Einstieg. Insgesamt beteiligt sich die Investorengruppe rund um Gernot Langes-Swarovski mit 1,5 Millionen Euro an Anyline, einem Spezialisten für das Einscannen von Daten via Smartphone und trend@venture-Gewinner 2014.

Rendite zweitrangig

Gernot Langes-Swarovski, vormals Langzeitchef des Swarovski-Konzerns, betritt mit der Beteiligung an einem Start-up Neuland. "Im Kern ist es mein Unternehmergeist, der mich dazu bewogen hat“, begründet er seinen Schritt und ergänzt: "Die Rendite dieses Investments steht nicht im Vordergrund. Es geht mir darum, Jungunternehmern in einem schwierigen Umfeld, wo es kaum Finanzierungsmöglichkeiten über Banken gibt, eine Chance zu geben.“

Neben Langes-Swarovski, der sich über seine GLS-Gruppe mit einem mittleren sechsstelligen Betrag beteiligt hat, zählen der Windkraftunternehmer Lukas Püspöck und Bernhard Niesner vom Sprachlern-Portal Busuu zu den Investoren. Und auch der Business Angel Hansi Hansmann, der bereits Ende 2014 bei Anyline eingestiegen ist, hat weiteres Geld investiert. "Hansi ist unser Vertrauensbonus. Dank ihm ist es uns gelungen, diese prominente Runde zusammenzustellen“, sagt Kinigadner.

Die nun eingesammelten 1,5 Millionen Euro will er nutzen, um neue Kunden zu gewinnen, vor allem in den USA und in Großbritannien. Und auch technologisch soll sich das Start-up weiterentwickeln und die Möglichkeiten von Smartglasses zusammen mit den Partnern Konica Minolta, Epson und Wikitude erkennen. Daraus könnten sich in Zukunft dann ganz neue Anwendungen ergeben, etwa dass Flughafenmitarbeiter die Pässe künftig per Smartbrille kontrollieren. "Mit unserer Software haben wir dem Smartphone das Lesen beigebracht. Nun setzen wir den nächsten Schritt in Richtung Augmented Reality“, so Kinigadner. Dass er dabei von einem Unternehmer wie Langes-Swarovski begleitet wird, freut ihn umso mehr.

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