Sezame: Smart bezahlen per Fingerabdruck

Passwörter eingeben war gestern: Das Wiener Start-up Sezame ermöglicht die Benutzer-Identifizierung durch Fingerprint-Scans am Smartphone.

Fingerabdruck statt Passwort: Sezame-Gründer Markus Gürtler (li) und Florian Randa wollen die in Smartphones integrierten Fingerabdruck-Sensoren zum universellen Schlüssel machen.

Fingerabdruck statt Passwort: Sezame-Gründer Markus Gürtler (li) und Florian Randa wollen die in Smartphones integrierten Fingerabdruck-Sensoren zum universellen Schlüssel machen.

Jeder kennt das Problem: Onlineportale, Shops und Apps verlangen bei der Registrierung oder spätestens einem Einkauf die Eingabe eines Passworts. Dabei sollten sich alle Passwörter unterscheiden, so komplex sein, dass sie nicht erraten werden können, und trotzdem leicht zu merken.

Das Wiener Start-up Sezame hat einen Schlüssel dafür gefunden: Statt mittels Passwort sollen Benutzer ihre Identität mit dem Fingerabdruck-Scanner ihres Smartphones bestätigen. "Es hat uns selbst gewundert, dass bisher noch niemand auf die Idee gekommen ist", geben sich die Gründer Markus Gürtler und Florian Randa überrascht. Ihr Joker ist, dass Fingerabdruck-Scanner mittlerweile in nahezu allen Smartphones integriert sind, die neu in den Handel kommen.

Sezame hat eine Möglichkeit entwickelt, wie die Touch-ID von Apple-Geräten, respektive der Android-Fingerabdruck-Scan für die Online-Benutzer-Authentifizierung auf beliebigen Websiten eingesetzt werden kann. "Die biometrische Erkennung kann in alle Onlineportale und Shops integriert werden. Aktuell gibt es diese Funktion unter anderem für WordPress und Magenta", sagt Markus Gürtler, technischer Kopf des Unternehmens.

Weitere Einsatzmöglichkeiten

Co-Founder und CEO Randa, hat indessen bereits weitere Einsatzmöglichleiten im Kopf, etwa für Zutrittssysteme. Benutzer müssen lediglich die Sezame-App auf ihren Smartphones installieren und diese Art der Authentifizierung bei den entsprechenden Websites auswählen. Die Sezame-Gründer betonen, dass es dabei für Benutzer keine Risiken gibt, da Sezame selbst keine Daten speichert und die Fingerprints verschlüsselt über sichere Verbindungen vom Smartphone aus an die jeweilige Website gesendet werden.

Die den Angaben der Unternehmer zufolge sehr überschaubaren Kosten für die Sezame-Integration sollen die jeweiligen Betreiber der Online-Portale übernehmen, die Abrechnung soll nutzungsbezogen, also nach der Zahl der über Sezame abgewickelten Transaktionen erfolgen.

Das EU-Patent hat Sezame in der Tasche, die Anträge für US-Patent und den weltweiten patentrechtlichen Schutz wurden eingebracht . Nun geht es daran, das Produkt zu verkaufen, wofür ein Außendienst aufgebaut wird. 50 bis 100 Kunden will man 2017 gewinnen. Erste Aufträge und die Nominierung für den Staatspreis "Digital Solutions 2017" geben dem großteils aus eigener Tasche finanzierten Start-up Auftrieb. Bislang wurden zwei Business Angels mit fünf, beziehungsweise zehn Prozent beteiligt und mit Alexander Koppel, dem früheren CCO des Red Bull Media House, konnte nun ein weiterer Unterstützer gefunden werden. Randa: "Die nächsten 18 Monate sind damit finanziert."

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