Schulbuch aus dem Web: Digitalisierungsschub zum Schulstart

Das Wiener Start-up SchuBu erstellt Online-Schulbücher, die von Schülern und Lehrern kostenlos genutzt werden können. Zum Start des Schuljahres 2021/22 sind 60 Schulen aus Österreich und einige aus Südtirol an Bord. Nun werden neue Investoren gesucht, um den Roll-Out voranzutreiben.

Deutschunterricht aus dem Web: Zum ABC-Champion mit dem digitalen Schulbuch.

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Nur noch wenige Tage, dann sind die Sommerferien an Österreichs Schulen vorüber. Am 6. September heißt es für die Schüler in Wien, Niederösterreich und im Burgenland wieder "zurück in die Schule", eine Woche darauf beginnt dann auch für die Schüler in den westlichen Bundesländern der Ernst des Lebens. Und der größte Wunsch der meisten Schüler, Lehrer aber auch Eltern ist, dass das bevorstehende Schuljahr 2021/22 eines "wie damals" wird - möglichst ohne Corona-Maßnahmen, geschlossener Klassen und Distance-Learning.

Dabei hat die Corona-Pandemie trotz aller mit ihr verbundenen Schwierigkeiten in den Schulen auch einiges zum Besseren bewegt, besonders was die Digitalisierung betrifft. An praktisch allen österreichischen Schulen gibt es mittlerweile Breitband-Internet, die Schüler sind mit Laptops ausgetattet und wissen - wie auch die Lehrer - damit ebenso umzugehen wie mit den Echtzeit-Kommunikationsplattformen; Teams, Zoom usw.

Gratis Online-Schulbücher

Das Wiener Start-up SchuBu bringt zum Start des neuen Schuljahres eine weitere Innovation für die heimischen Schulen. Es hat sich zum Ziel gesetzt, Schülern ab der 5. Schulstufe kostenlose Online-Schulbücher zur Verfügung zu stellen. Die ersten dieser Web-basierten Bücher sind nun fertig und stehen für die ersten Klassen in den Fächer Deutsch, Geografie, Biologie, Physik und Chemie zur Verfügung. "Wir haben uns vorwiegend auf die Nebenfächer konzentriert, weil es da in den Schulen oft kaum mehr ein Budget für herkömmliche Bücher gibt", sagt Paul Beyer-Klinkosch, einer der Gründer des Unternehmens.

Warum Flugzeuge fliegen: Anschauliches Physik-Unterrichtsmaterial

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Zu Beginn des Schuljahres 2021/22 hat SchuBu rund 60 Schulen in Österreich und einige weitere in Südtirol als Partnerschulen gewonnen, an denen die von einem eigenen Programmierer - und Redaktionsteam unter der Leitung von Pädagogen und erfahrenen Schulbuchautoren erstellten Online-Bücher genutzt werden. Mit und von diesen Pilotkunden will das Wiener Start-up lernen, weiter wachsen und das Angebot weiter ausrollen. Jahr für Jahr sollen digitale Schulbücher für weitere Fächer und weitere Klassen dazukommen, bis am Ende ein umfassendes Angebot für alle Schulen im deutschsprachigen Raum steht. Wobei es das Ziel ist, das Angebot für die Nutzung im Unterricht sowohl für Schüler als auch für Lehrer auf Dauer kostenlos zu halten und nur für zusätzliche Übungsblätter sowie weitere Arbeitsunterlagen oder Personalisierungen eine Pauschale von 12 Euro pro Schüler in Rechnung gestellt wird - und zwar für das komplette Angebot über alle Schulstufen und Schulfächer.

Zweite Finanzierungsrunde

Dafür hat SchuBu nun auch eine zweite Finanzierungsrunde gestartet, in deren Zug in den nächsten Monaten zwei bis drei weitere Investoren gesucht werden. Wobei der Finanzbedarf im Vergleich zu andern Start-ups äußerst bescheiden ist: "Mit rund zwei Millionen wären wir für die nächsten Jahre ausfinanziert", sagt Beyer-Klinkosch. Entsprechende Gespräche mit potenziellen Investoren - darunter dem an bildungspolitischen Projekten äußerst interessierten und engagierten Hannes Androsch - werden bereits geführt und sollen bis in den Oktober abgeschlossen sein.

Die SchuBu-Gesellschafter (von links): Stefan Prochaska, Hagen Wieshofer, Ulrich Müller-Uri, Lev Lumesberger und Paul Beyer-Klinkosch

Die SchuBu-Gesellschafter (von links): Stefan Prochaska, Hagen Wieshofer, Ulrich Müller-Uri, Lev Lumesberger und Paul Beyer-Klinkosch

Auch wenn das SchuBu-Projekt vielleicht nicht das Potenzial hat, an den Erfolg der Nachhilfe-Plattform GoStudent anzuschließen, die mittlerweile mit deutlich über einer Milliarde Euro bewertet wird: Beyer-Klinkosch und seine Mitstreiter sehen dennoch ein sehr großes Feld für weiteres Wachstum bei einem Roll-Out im gesamten deutschsprachigen Raum, zusätzlichen Übersetzungen des Angebots in verschiedene Fremdsprachen sowie einer Diversifikation des Lehrmittelangebots auch über das klassische Schul-Umfeld hinaus. Dazu gehören Feuerwehren ebenso wie Rettungsdienste, die regelmäßig Brandschutz- oder Erste-Hilfe-Kurse abhalten. Und eine in Entwicklung befindliche App wird das SchuBu-Angebot demnächst auch auf Smartphones und Tablets leichter zugänglich machen. Beyer-Klinkosch: "Das Ziel war, dass unsere Schulbücher auf allen Geräten und mit jedem Web-Browser genutzt werden können, ohne dass dafür irgendetwas zusätzlich installiert werden muss. Das ist auch möglich. Es hat sich aber gezeigt, dass wir auch eine App anbieten müssen, auch um die offizielle Qualitäts-Zertifizierung zu bekommen."

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