Salzburger Start-up spendet für Schwarzeneggers Klima-Initiative

Salzburger Start-up spendet für Schwarzeneggers Klima-Initiative

Vision1-Eyewear-Gründer Raphael Reifeltshammer, Arnold Schwarzenegger und Müller-CEO Günther Helm (v.li.)

Beim Charity-Dinner in Kitzbühel wurde die "I'll be back"-Brille präsentiert, deren Verkauf die Climate Initiative von Arnold Schwarzenegger unterstützt. Für das Salzburger Start-up Vision1 ein voller Erfolg.

100.000 Dollar. So hoch ist die Summe, die das Salzburger Start-up Vision1 Eyewear spendete. An Arnold Schwarzenegger. Und das persönlich. Konkret beim Charity-Dinner im Rahmen des Hahnenkammrennens in Kitzbühel . Dabei ist das Geld dafür noch gar nicht verdient.

20.000 Sonnenbrillen, die um je 39,90 Euro ab Montag in allen Filialen der Drogeriemarktkette Müller sowie online (mueller-drogerie.at) vertrieben werden, sollen dafür sorgen. Fünf US-Dollar pro Brille gehen dabei an Schwarzeneggers "Climate Initiative". Das Besondere dabei sind die einzigartigen Sonnenbrillen. Denn auf den Gläsern ist der Schriftzug "I'll be back" zu lesen. Aber nur von vorne. Der Träger der Brille hat eine völlig unbeeinträchtigte Sicht.

BRILLENGLÄSER ALS WERBEFLÄCHE. Das Vision1-Duo Raphael Reifeltshammer und Ingomar Lang (r.).

Diese spezielle Technologie ist die Basis für ein völlig neues Geschäftsmodell: Brillengläser als Werbefläche. "Wir schaffen es damit, die wertvollste noch nicht genutzte Werbefläche subtil alltagstauglich zu machen", sagt Vision1-Gründer Raphael Reifeltshammer, "nämlich das Gesicht." Ob Coca-Cola, Audi oder AUA: Viele Unternehmen probieren die Brillen von Vision1 bereits aus - für Events, Kundenveranstaltungen oder als Give-aways, etwa für Influencer, jeweils ausgestattet mit dem Logo des Unternehmens oder einer individuellen Werbebotschaft auf den Gläsern. "Unsere Wintergaudi-Skibrillen sind ein echter Blickfang", erzählt Verena Mather, Digital-Commerce-Managerin von Coca-Cola, "als wir auf Vision1 aufmerksam wurden, haben wir sofort daran gedacht, wie unsere Kunden mit unserer Marke auf ihrer Nase auf den Skipisten unterwegs sind und sich dabei lachend fotografieren lassen."

Gläser mit Botschaft

Vor bald vier Jahren startete Reifeltshammer, ein ehemaliger Fußball-Innenverteidiger, der zuletzt beim SV Austria Salzburg spielte, seine zweite Karriere als Entrepreneur. Damals lernte er durch Zufall einen Halleiner Optiker kennen, der eine Technologie zum Beschriften von Brillengläsern erfunden hatte. Zunächst noch gemeinsam, später alleine - das Patent kaufte Vision1 dem Optiker ab - arbeitete Reifeltshammer mit einem kleinen Team an der Weiterentwicklung und vor allem Vermarktung der Brillengläser. Bei geeigneter Gelegenheit sprach er Florian Gschwandtner, den Gründer von Runtastic, an und präsentierte sein Start-up - und dieser war sofort von der Idee beeindruckt.

HANSI HANSMANN investierte in Vision1 und erwartet sich ein sehr profitables Unternehmen.

Gemeinsam mit seinen drei Co-Gründern und vor allem Business Angel Hansi Hansmann, den Gschwandtner an Bord holte, gab es alsbald eine erste Finanzierungsrunde. "Das Faszinierende dabei ist, dass es Vision1 gelingt, in dem riesengroßen Brillenmarkt eine Nische zu besetzen beziehungsweise überhaupt erst aufzubauen, die es bislang noch gar nicht gab", freut sich Hansmann über die Erfolge von Vision1. Er ist überzeugt davon, dass die Salzburger das Potenzial "für ein mittelgroßes, sehr profitables Unternehmen" haben.

Rahmen aus Recyclingmaterial

Der erste Erfolg Reifeltshammers war eine limitierte Sonderedition zum 25-jährigen Jubiläum des Life Ball 2018, die die nötige Grundaufmerksamkeit bescherte. Dem unglaublichen Verkaufstalent des heute 32-jährigen Gründers ist es auch zu verdanken, dass er es relativ rasch schaffte, bekannte Unternehmen wie auch BWT, Palfinger oder jetzt eben Müller für Vision1 zu begeistern. Die Mindestanzahl pro Serie sind 250 Brillen, die anfangs noch in Asien produziert wurden, inzwischen aber in Mailand aus Recyclingmaterial in besonders wertiger Qualität samt CE-Zertifizierung hergestellt werden.

DIE VISION1-KOLLEKTION. Neun verschiedene Rahmenmodelle stehen zur Auswahl. Coca-Cola, Audi, AUA und viele andere nutzen bereits die neue Werbemöglichkeit.

"Wir bieten keine billigen Werbemittel", betont Co-Founder und M&A-Experte Ingomar Lang, der vor einem Jahr von i5invest zu Vision1 gewechselt ist und seither dem quirligen Reifeltshammer mit seinen Managementfähigkeiten zur Seite steht, "sondern haben ein hochwertiges Produkt entwickelt, das die Menschen gerne tragen."

Über 50 Businesskunden konnte das Duo inzwischen akquirieren; rund 50.000 Stück in neun verschiedenen Varianten - darunter auch zwei Skibrillenmodelle - wurden bereits produziert und ausgeliefert; der Umsatz liegt in den letzten zwölf Monate bei über einer Million Euro.

Und jetzt kommen die 20.000 Stück der "I'll be back"-Brille dazu.

Die Idee dazu kam Reifeltshammer schon vor zwei Jahren, als er beim Ansehen eines TED Talks dieses "unfassbare Statement", das jeder kennt, wiederentdeckte: "Für mich ist das ein Symbol für alle Leute, die ein Ziel haben, hinfallen und weitermachen."

Für den Salzburger der ideale Satz, um zu verdeutlichen, dass jedes Statement auf den Vision1-Brillen verwirklichbar sei. Bald war die Idee geboren, ein Sample damit zu produzieren und Arnold Schwarzenegger zukommen zu lassen - was über Umwege und vor allem mit Hilfe von Anita Gerhardter, der Geschäftsführerin der Stiftung für Rückenmarksforschung Wings for Life, für die Vision1 ebenfalls eine Brille produzierte, auch gelang. Im Endeffekt schenkte Patrick Schwarzenegger seinem Vater diese Brille zu Weihnachten.

Die Folge: ein Post auf Instagram, auf dem ein entspannter Schwarzenegger samt Brille zu sehen ist, mit über einer Million Likes. Es folgten Gespräche über die Vermarktung der Brille, für die Reifeltshammer schließlich auch Müller-CEO Günther Helm gewinnen konnte, den vor allem die nachhaltige Produktion der Brillen begeistert.

US-Expansion

Die Überreichung des Schecks über 100.000 US-Dollar an Arnie ist der Schlusspunkt einer lang gereiften Idee. Und der Startschuss für die nächsten Schritte in Richtung USA.

Gerade eben hat Vision1 einen neuen Mitarbeiter in New York verpflichtet - das Ergebnis von etlichen vielversprechenden Gesprächen mit diversen US-Unternehmen und Agenturen. Das Feedback sei jedenfalls gewaltig, resümiert Reifeltshammer. Immerhin handle es sich selbst für internationale Werbeprofis "um eine Möglichkeit, ihre Marke in einer bisher nie dagewesenen Weise zu präsentieren".

Tipp:

Hier finden Sie die "I'LL BE BACK"-Brille.


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