Salzburger Hologramm-Technologie für fälschungssichere Corona-Tests

Das bisher im Kampf gegen Produktpiraterie tätige Salzburger Start-up Authentic Vision will seine Hologramm-Technologie nun dafür nutzen, um Corona-Tests fälschungssicher zu machen.

Authentic Vision Gründer und CEO Thomas Weiss

Authentic Vision Gründer und CEO Thomas Weiss

Ein Salzburger Start-up hat sich zuletzt mit fälschungssicheren Siegeln zum Schutz vor Produktpiraterie einen Namen gemacht. Das Besondere: Die 3D-Hologramme von Authentic Vision können jederzeit mit einer Handy-App überprüft werden. Und sie wurden offenbar noch nie erfolgreich kopiert. Nun stößt das Technologieunternehmen mit Sitz in Wals-Siezenheim in den Markt der Authentifizierung von Corona-Testergebnissen oder Impfnachweisen wie dem geplanten Grünen Pass vor.

Bei den sogenannten "unbeaufsichtigten" Wohnzimmertests könnten die Hologramme für Rechtssicherheit sorgen, erklärte Thomas Weiss, Gründer und Geschäftsführer von Authentic Vision, im APA-Gespräch. "Es geht ja darum zu beweisen, dass genau dieser eine Test gemacht worden ist." Dazu werden gemeinsam mit den Schnelltests etwa in der Apotheke Aufkleber mit den Hologrammen ausgegeben. Diese werden dann von den Testpersonen am Schnelltest angebracht. Der Nutzer gibt seine Daten ein und scannt das Ergebnis mit einer App.

Fälschungssichere Dokumente

Dafür wurde Authentic Vision etwa bereits für einen Probelauf in die App des Landes Salzburg integriert. Zugleich könnte ein Hologramm-Sticker aus einem Dokument wie dem klassischen gelben Impfpass rasch ein fälschungssicheres Sicherheitsdokument machen. "Das Hologramm wird vom Arzt dazu geklebt und kann dann per App beim Betreten eines Restaurants, Hotels, Frisörsalons oder einer Event-Location gescannt werden", erklärte Weiß. "Dabei werden nur jene Daten angezeigt, die gesetzlich vorgeschrieben sind. Wir selbst haben zu keinem Zeitpunkt Einblick in diese Informationen."

Vor Corona haben die Hologramm-Siegel von Authentic Vision beispielsweise HDMI-Kabel, Spirituosen, Kinderspielzeug aus Frankreich, Pharmaprodukte aus Japan oder Stromkabel in Afrika geschützt. "Es ist am Ende aber egal, ob es um die Sicherheit von Medikamenten, Konsum- oder Industriegütern oder eben von Dokumenten geht", sagte Weiss. "Wir wollen die Technologie so weiterentwickeln, dass sie wirklich auf jedes denkbare Produkt hinauf kommen kann. Damit wird die Möglichkeit von Fälschungen im Ansatz verhindert."

Nicht manipulierbare Lösung

Das Einzigartige sei, dass die Technologie auf einem zufälligen holografischen Fingerabdruck aufbaue, den Authenic Vision erfunden habe und der eben durch ein Smartphone auslesbar sei. "Bei Produkten im Supermarkt kann ich dann mit einer frei verfügbaren App prüfen, ob es sich um ein Original handelt." Hologramme würden zwar sehr viele Hersteller auf der Welt anbieten, "bei der Koppelung mit der Authentifizierung am Mobiltelefon sind wir jedoch mit Abstand Marktführer", erzählte Weiss. Außerdem sei man seit vier Jahren am Markt und noch immer nicht gefälscht worden.

"Unser Sicherheits-Hologramm kann auch nicht entfernt werden. Versucht man es abzulösen, zerstört es sich von selbst", erklärte Weiss. Anders als ausgedruckte QR-Codes könnten Hologramme nicht nachgemacht, mehrfach verwendet oder manipuliert werden. "Das ist wie beim menschlichen Fingerabdruck. Selbst eineiige Zwillinge haben unterschiedliche Fingerabdrücke."

Starkes Wachstum

Authentic Vision wurde 2012 im Umfeld der Fachhochschule Salzburg gegründet und unterhält derzeit Büros in Salzburg und in San Francisco. "Die ersten fünf Jahre waren sehr forschungslastig, erst dann sind wir global in den Markt gegangen." Die hohe Zahl der Gesellschafter - das Firmenbuch nennt über 30 Teilhaber, wenngleich nur wenige davon größere Anteile halten - sei für die Finanzierung des Unternehmens wichtig gewesen. Über das große Netzwerk habe man zudem leichter Zugang zum Markt bekommen.

Erst im vergangenen Herbst hat das Unternehmen fünf Millionen US-Dollar an frischem Kapital gesammelt, um global expandieren zu können. Das Geld kam dabei von bestehenden Investoren - etwa der Custos-Privatstiftung rund um Andritz-Vorstand Wolfgang Leitner, der Gronova Vision aus den Vereinten Arabischen Emiraten und Dolby Family Ventures aus den USA. Derzeit beschäftigt Authentic Vision mehr als 30 Mitarbeiter. Der Umsatz hat sich zuletzt von Jahr zu Jahr verdoppelt.

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