Rechtsbeistand zu Fixpreisen: Start-up Jaasper vermittelt Anwälte

Wenn die Pauschalreise zum pauschalen Ärgenis wird bieten Jaasper CEO Helmut Ablinger (li) und CTO Clemens Dickbauer Hilfe durch die Vermittlung von Rechtsanwälten.

Wenn die Pauschalreise zum pauschalen Ärgenis wird bieten Jaasper CEO Helmut Ablinger (li) und CTO Clemens Dickbauer Hilfe durch die Vermittlung von Rechtsanwälten.

Vom Wohnungskauf bis zu Streitigkeiten nach misslungenen Pauschalreisen: Das Wiener Legal-Tech-Start-up Jaasper bietet juristischen Rat zu Fixpreisen und binnen 48 Stunden.

Rund 55 Prozent der Österreicher und an die 20 Prozent der Wiener leben im Eigenheim. Beim Kauf oder der Übertragung, Schenkung oder Vererbung werden dabei große Geldwerte transferiert. Bereits kleine Unachtsamkeiten im Vertrag können großen Schaden anrichten. Darum gilt es eine Reihe an Stolpersteinen zu berücksichtigen, die Laien schnell an juristischen Grenzen bringen können und deren Prüfung eine Weile dauert.

Das Problem ist allerdings, dass es bei einem Immobilienkauf manchmal schnell gehen muss. Ist der Verkäufer unter Druck und das Angebot verlockend, sind gute Liegenschaften schnell wieder vom Markt. Hier setzt das Wiener Start-up Jaasper an. Es bietet ein schnelles und transparentes Rechtsservice rund um Immobilienkauf oder deren Weitergabe an: Die Onlineplattform verbindet Konsumenten binnen 48 Stunden und zu einem vordefinierten Fixpreis mit einem juristischen Spezialisten des jeweiligen Fachgebiets.

Je nach Größe und Art der Liegenschaft liegt der Preis dafür zwischen 3.600 bis 8.900 Euro. Darin sind neben einem persönlichen Beratungsgespräch mit einem Rechtsanwalt auch die Er- und Fertigstellung des Kaufvertrages sowie die treuhändische Abwicklung des Kaufs durch den Anwalt enthalten.

„Ist das gewünschte Objekt gefunden, muss meist alles schnell gehen. Dann sehen sich die Käufer nicht nur damit konfrontiert, in aller Eile das Kapital griffbereit zu haben, sondern auch auf die Schnelle einen Anwalt zu finden, der sie bei dieser wichtigen Entscheidung unterstützt“, weiß Helmut Ablinger, Gründer und Geschäftsführer von Jaasper.

Weitere Angebote

Nutzer erhalten über Jaasper auch Unterstützung, wenn es darum geht den Mietvertrag prüfen zu lassen oder zu hohe Maklerprovisionen einzuklagen. Abgesehen von der Erstellung von Immobilienkaufverträgen bietet das Startup neuerdings auch telefonische Erstauskünfte um 59 Euro für 30 Minuten an und prüft Immobilienkaufverträge ab sofort auch zum Fixpreis von 399 Euro. Ein Betrag, der insbesondere bei höherpreisigen Liegenschaften lukrativ und gut investiert ist – speziell, wenn der Vertragsentwurf von der Gegenseite kommt.

Über den Immobilienbereich hinaus bietet Jaasper auch bei Reisemängeln, Testamenten und Abofallen juristische Unterstützung. Das achtköpfige Wiener Legal Tech-Unternehmen greift dafür auf einen Pool an Juristen zurück. Die Rechtsvertretung für geschädigte Konsumenten wird zum Fixpreis von 99 Euro angeboten - der nur im Erfolgsfall zu zahlen ist.

Der Vorteil für die Rechtsanwälte ist dabei nicht nur die kostenlose Vermittlung neuer Klienten, sondern auch, dass Jaasper im Vorfeld die auf jaasper.com eingegebenen Daten aufbereitet und dadurch die Prüfung des Falles für den Rechtsanwalt vereinfacht. Das passiert schon jetzt mit einem eigens entwickelten Vertragsanalysetool, für das Jaasper eine FFG-Förderung erhalten hat. In Zukunft sollen damit nicht nur wichtigsten Fakten herausgelesen und markiert werden, sondern soll die Arbeit für den Anwalt noch detaillierter vorbereitet werden.

Dafür wird gerade nach neuen Finanzierungsquellen gesucht und mit Business Angels verhandelt - auch für die weiteren Expansionspläne. Denn die 400 Fälle, die bereits heuer vermittelt wurden, sind für Ablinger erst der Anfang: "2024 wollen wir für Konsumenten mit rechtlichen Problemen der Ansprechpartner Nummer eins in Europa sein."

Von links: Thorsten Niklass (CEO Elli) und Martin Klässner (CEO has.to.be)

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