Pixelrunner gewinnt Start-up Wettbewerb trend@venture'17

Pixelrunner, die stolzen Gewinner von trend@venture'17 bei der Siegerehrung.

Pixelrunner, die stolzen Gewinner von trend@venture'17 bei der Siegerehrung.

Der Start-up Wettbewerb trend@venture 2017 ist geschlagen. Die Sieger kommen aus Oberösterreich und heißen Pixelrunner. Der eigentliche Star des Abends war ein schwarz-gelber Roboter, der Landschaftsmaler der Zukunft.

Die fünfte Auflage des Start-up Wettbewerbs trend@venture ist geschlagen. Am Abend des 23. Novembers traf sich im Wiener T-Center, dem Hauptsitz des trend@venture Partners T-Mobile, das Who-is-Who der heimischen Start-up-Szene, um den Sieger des Jahres zu küren.

trend@venture 2017 - das Finale

Aus rund 100 Bewerbern hatten es acht in das große Finale geschafft, wo sie vor einer Jury bestehend aus Speedinvest-Gründer Oliver Holle, tecnet-equity Chefin Doris Agneter, T-Mobile Austria CEO Andreas Bierwirth, Business Angel Hansi Hansmann und trend-redakteurin Vanessa Voss ihre Ideen in jeweils dreiminütigen Live-Pitches präsentieren konnten und sich anschließend nochmals drei Minuten lang den Fragen der Jury stellen mussten.

Im Finale waren das auf automatisierte Buchhaltung spezialisierte Start-up "Abacus", sowie "Avocard", Erfinder der E-Card für Wahlärzte, das Photovoltaik-Unternehmen "Efficient Energy Technology (E2T)", die Erfinder Terminplanungs-App "MyAlfred", das oberösterreichische Unternehmen "Pixelrunner", die Zeiterfassungs-Programmierer "Planery", die Immobilien-VR-Spezialisten "Squarebytes" und das junge Videotechnik-Team von "We need light".

ABACUS - Intelligente Buchhaltung

KÜNSTLICHE INTELLIGENZ. "Unsere Software ist in der Lage, viele Tätigkeiten eines Buchhalters mit Hilfe von künstlicher Intelligenz zu automatisieren." Christoph Prieler (r.) ist Co-Gründer, selbst erfahrener Buchhalter und war langjähriger CFO multinationaler Konzerne - bis er festgestellt hat, dass die Technologie, die er sich für seine Arbeit als Unterstützung wünscht, um regelmäßig wiederkehrende Vorgänge zu beschleunigen, noch nicht existiert. Mittlerweile hat das Wiener Start-up den automatisierten Buchhalter fertig programmiert und bietet seine Dienste, wie CTO Patrick Sagmeister ergänzt, "vor allem auch kleineren Unternehmen an, die von unserem sehr einfach zu bedienenden System profitieren können."

abacus.ac

AVOCARD - E-Card für den Privatarzt

WAHLARZTKARTE. Noch gibt es erst die Idee und konkrete Pläne und Gespräche zur Umsetzung, aber schon bald soll es möglich sein, mit der AvoCard "Honorarnoten von Wahlärzten nicht mehr umständlich über den Postweg, sondern direkt und digital einreichen zu können", erklärt Wiener Co-Founderin Sabine Walch (im Bild mit Frederik Ledermüller), der die Idee dazu nach ihrem ersten Privatarztbesuch gekommen ist: "Als ich das erste Mal so eine Papierrechnung in die Hand gedrückt bekommen habe, wurde mir bewusst, wie ineffizent dieses System ist." Mit der AvoCard soll es künftig auch möglich sein, bargeldlos beim Privatarzt zu bezahlen - und die Versicherungen ersparen sich eine Menge Papierkram.

avocard.co.at

Die Stunde der Roboter

Einer spannenden Diskussion mit Speedinvest-CEO Oliver Holle und Axel Menneking vom Berliner Start-up Hub, in der Holle den für Start-ups immer noch überbordenden Bürokratismus in Österreich beklagte und Menneking das nicht zuletzt auch durch Wetztbewerbe wie trend@venture und Initiativen wie WeXelerate verbesserte Chancen für Start-ups hervorhob, folgten die Live-Pitches der Start-ups, die alle gekommen waren, um zu gewinnen und den Hauptpreis - 8.000 Euro gestiftet von tecnet-equity sowie Beratungsschecks der Rechtsanwaltskanzlei Brandl & Talos mit nach Hause zu nehmen. "Der olympische Gedanke ist nicht so ganz unser Ding", erklärte beispielhaft Rainer Kargel, einer der Geschäftsführer und Mitbegründer des späteren Siegers "Pixelrunner" vor seinem Pitch.

Der eigentliche Star des Abends war aber kein Mensch, sondern ein Roboter - der von "Pixelrunner" kreierte, autonom fahrende, überdimensionale Tintenstrahl-Drucker, der völlig selbstfahrend Bilder und Logos von beliebiger Größe in die Landschaft malen kann und somit zum Landschaftsmaler der Zukunft wird. Im

"Der weltweit erste Outdoor-Drucker. Sieht aus wie ein Rasenmäher und druckt riesige Bilder auf z.B. Felder oder in Sportarenen" twitterte T-Mobile-Chef Andreas Bierwirth begeistert vom Jury-Podium aus.

Ob man den Pixelrunner mehr wie einen Rasenmäher oder wie ein Mondfahrzeug sieht - Tatsache ist, dass dessen Erfinder mit dem Roboter ein Ding geschaffen haben, das sich bereits im Einsatz bewährt hat. Es war ein weiter Weg vom ersten Prototyp, bei dem die Tüftler noch Fässer mit Farben an einen Traktor befestigt hatten.

Besonders im Bereich des Sport-Sponsorings wie etwa beim Formel-1-Grand-Prix in Barcelona, beim Ski-Weltcup in Kitzbühel oder beid der Heißluft-Ballon-Weltmeisterschaft 2018 konnten die Erfinder bereits das Können des Pixelrunners unter Beweis stellen. Nun soll der Roboter in Serienproduktion gehen, mit seinen zahlreichen Klonen bald weltweit im Einsatz sein und Wiesen, Felder, Straßen oder Skipisten bedrucken.


Slideshow: Der Pixelrunner und erste Projekte

Der Pixelrunner, der selbstfahrende Outdoor-Drucker. Die Serienproduktion soll demnächst anlaufen.

Der "Landschaftsmaler" der Zukunft bedruckt beliebig große Flächen mit Bildern und Logos. Im Einsatz auf der Streif auch auf Schnee.


Die Präsentation des Robo-Printers und seine vielfältigen Einsatzgebiete begeisterten auch den Rest der Jury. Der erfahrene Start-up-Investor Oliver Holle, der in den letzten Jahren hunderte Pitches miterlebt hat, erklärte: "Das ist cool, so etwas habe ich noch nie gesehen!"

Pixelrunner-Chef Kargel war vom erhofften aber dann doch unerwarteten Sieg sichtlich überwältigt. "Dieser Sieg und das Preisgeld kommen gerade zur rechten Zeit für uns. In der Phase, in der wir uns befinden können wir jede Unterstützung und jeden Cent brauchen", sagte er, ehe der noch handgesteuerte Pixelrunner 1.0 aus dem Auditorium gesteuert wurde.

Pixelrunner war nicht der einzige Sieger des Abends. Die Plätze zwei und drei und damit Beratungsschecks für rechtliche Beratung von Brandl & Talos gingen an Abacus und Efficient Energy Technology (E2T). Plannery wurde mit dem Special Award des Berliner Inkubators hub:raum ausgezeichnet und darf vier Monate lang kostenlos dessen Einrichtungen nutzen. Der Publikums-Award ging an Avocard.

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