Own Austria vor der nächsten Finanzierungsrunde

Own Austria vor der nächsten Finanzierungsrunde

Nächste Finanzierungsrunde für das FinTech Own Austria.

Das österreichische FinTech Own Austria will bis Ende Juni seine nächste Kapitalerhöhung vollziehen. Drei Top-Themen hat das Wiener FinTech auf seiner Agenda 2019. Mit an Bord ist nun Ex-Medienmanager Markus Fallenböck, der das Wachstum anschieben soll.

Wien. Ende des 2. Quartals 2019 soll die nächste Kapitalerhöhung vollzogen sein. Thomas Niss, Gründer vom Own Austria Standortfonds will mit seinem FinTech frisches Geld lukrieren. "Wir wollen mit dieser Finanzierungsrunde einen hohen einstelligen Millionenbetrag erzielen", sagt Niss. Ab 1. April sollen die Verhandlungen mit potenziellen Anlegern auf die Zielgerade kommen. Unter den Kandidaten sind verschiedenen Finanzinvestoren. Dazu zählen unter anderem Venture Capital Fonds aus dem europäischen Ausland sowie aus den USA.

Mit dem neuen Geld - im Fachjargon "Series–A-Finanzierung" genannt - soll das Wachstum des Unternehmens vor allem im benachbarten Deutschland befeuert werden. "Wir wollen uns breiter aufstellen", sagt Niss. Soll heißen: Der Fonds will mit seinem Finanzprodukt auch das englischsprachige Europa erreichen. "Das sind rund 90 Millionen Menschen. Dazu zählt Niss in erster Linie Anleger in Nordeuropa sowie den baltischen Staaten.

Niss ist zusammen mit Martin Foussek Eigentümer und Gründer des Fonds. Über das FinTech Coown Technologies wird der Own Austria Standortfonds verwaltet.

Unternehmensgründer, Ex-BCG-Consulter und Finanzexperte Thomas Niss hält 90 Prozent der Own-Anteile. Die Ortner-Gruppe ist im Vorjahr eingestiegen, hält nach einer kolportierten Millionenspritze 10 Prozent der Anteile.

Das im Jahr 2017 gegründete FinTech will die Kundenzahlen kräftig steigern. Seit Gründung haben laut Neo-Geschäftsführer Markus Fallenböck bereits 4000 Personen in den von Own aufgelegten Aktienfonds insgesamt rund 14 Millionen Euro investiert. Der Ex-Medienmanager wechselte erst zu Jahresbeginn von der Verlagsgruppe News in Wien zu dem FinTech-Start-up. Sein neues Unternehmen zählt insgesamt ein Dutzend Mitarbeiter. Fallenböck soll die Vermarktung weiter forcieren.

Der besondere Kick des Fonds: Own lockt die Anleger mit einfachen Strukturen. Der Kunde kann bereits mit einer monatlichen Mindesteinlage von 30 Euro investieren. Zudem wirbt das Unternehmen mit geringen Gebühren von knapp einem Prozent. Zeichnungs- oder Eröffnungsgebühren gibt es nicht. Die Gesamtkosten belaufen sich auf unter einem Prozent.

Über die App können die Own-Anleger selbst ihre Veranlagung via Smartphone verwalten und die Höhe ihrer Geldanlage bestimmen, steuern, aussetzen oder wieder ohne Einhaltung einer Kündigungsfrist verkaufen. Mit Grafiken und Zahlenmaterial wird die Performance des Fonds quasi in Echtzeit angezeigt. Der Kunde bekommt zudem neueste Börseninformationen, etwa zu den Unternehmen, in die Own investiert hat. Die Technologieentwicklung – App, Server, Security – erfolgt inhouse, genauso wie die Redaktion der Börsennews.

Das FinTech hat genau einen einzigen Fonds aufgelegt, der auf 250 börsenotierten Unternehmen in elf Branchen investiert ist. Der "Own Austria Standortfonds" setzt sich zusammen aus österreichischen ATX-Unternehmen (Gewichtung 40 Prozent), DAX-Unternehmen und europäischen Unternehmen (Gewichtung jeweils rund 17 Prozent) sowie Aktien von US-Unternehmen verschiedener Branchen. Googles Alphabet, Amazon oder Apple zählen ebenso zum Kreis der Unternehmen, in dem der Aktienfonds investiert ist, sie sind jedoch niedriger gewichtet.

Das Quiz für das Land der Anleger

Die Kunden sind „höchst internetaffin“ und im Schnitt 34 Jahre. „Wir wollen das Thema Aktien und Unternehmertum in Österreich neu beleben“, sagt der neue Co-Geschäftsführer Fallenböck.

Via App, Messenger und einem soeben erste gestarteten Quiz ("BizQuiz") soll die Nutzer-Community erweitert werden. Fallenböck will bei der Expansion aufs Tempo drücken und die Kundenanzahl kräftig erhöhen.

Das BizQuiz wird zu vorangekündigten Zeiten abends um 20 Uhr gestartet. Via Messenger wird ein Multiple-Choice-Quiz an die Kunden ausgespielt. Zuvor muss der Nutzer sich anmelden. Damit will Own Neukunden gewinnen, die freilich auch investieren. Dem Gewinner des 10 Fragen umfassenden Quiz, das sich thematisch an Wirtschaftsthemen orientiert und in einem vorgegebenen Zeitraum (ca. drei Minuten) gespielt wird, winken Fondsanteile im Wert von bis zu 500 Euro. Wer eine Frage nicht oder falsch beantwortet, kann einen Joker einsetzen, den er durch die Vermittlung eines Nutzers erhalten hat.

Alles mobile

Zum Jahresbeginn hat Own die App auch für Nutzer geöffnet, die noch nicht Anleger im Own-Fonds sind. Über die App wird Content zu den 250 Unternehmen angeboten, in denen der Aktienfonds investiert ist.

Zu den 4000 Anlegern wurden laut Fallenböck seit Anfang Jänner weitere 6000 Interessenten gewonnen, die sich die App auf ihr Smartphone geladen haben und seither nutzen. Die Zahl der Nutzer soll in den kommenden drei Monaten auf 30.000 verdreifacht werden. Ebenso soll auch die die Zahl der Zugriffe von derzeit 70.000 auf über 300.000 kräftig erhöht werden.

Die App soll quasi als Anker dienen, um die Nutzer zu Anlegern zu machen, sagt Fallenböck.

Und das Risiko? Durch die Investition in die 250 börsenotierten Unternehmen der 11 Branchen soll das Risiko breit gefächert werden. „Wir sagen aber dem Kunden, er soll nur Geld investieren, das er im Moment nicht braucht“, sagt Co-Geschäftsführer Fallenböck. Und klarerweise muss sich der Kunde im Klaren sein, dass es infolge schwankender Aktienkurses auch sein Investment verlieren kann.

Wie zuletzt im Oktober 2018 geschehen, als die Aktienkurse bis Jahresende massiv an Wert verloren hatte und somit die Performance des Fonds ebenso schlechter war. Seit Jahresbeginn geht es allerdings wieder in die andere Richtung. Die Aktienkurse der im Fonds abgebildeten Unternehmen haben wieder angezogen. Die Entwicklung des Fonds können die Kunden via App in realtime abrufen.

Einen Vergleich zu den Highflyer der FinTech-Branche N26 und Revolut scheut Fallenböck nicht. Er betont aber, dass Own im Gegensatz zu den beiden die eingeschlagene Nischenstrategie fahren wird: „Wir sind die Plattform für Fondsprodukte. Und das wird auch weiterhin so sein.“ Eine Erweiterung der Produktpalette dürfte auch nicht ohne Banklizenz nicht möglich sein. Derzeit ist Own Austria gegenüber der Finanzmarktaufsicht (FMA) berichtspflichtig. Als Plattformunternehmen braucht das Start-up daher keine Bankenlizenz lösen, die recht teuer kommt.

„Die Vision ist ein Own Europe“, so Fallenböck. Eine Plattform, die länderübergreifend im EU-Raum agiert. Mit dem englischsprachigen Europa soll laut Gründer Thomas Niss die erste Etappe genommen werden.

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