Österreichs beste Start-ups 2019 - das trend-Ranking

Österreichs beste Start-ups 2019 - das trend-Ranking

Österreichs beste Start-ups 2019: Plätze 1 bis 10

Das trend-Ranking der innovativsten Gründer des Landes wird 2019 vom Wiener Start-up Bitpanda angeführt. Bitpanda hat das Zeug, Österreichs erstes Unicorn zu werden. Doch das bleibt die Ausnahme: Die heimischen Start-ups kämpfen mit viel Gegenwind.

Eine hochkarätige, 18-köpfige Jury aus den bekanntesten Investoren und Experten der heimischen Start-up-Szene hat Österreichs Start-up-Szene unter die Lupe genommen und für den trend das Ranking der besten Start-ups des Jahres 2019 erstellt.

Die Juroren konnten dabei aus einer Shortlist von 150 Start-ups Punkte an die jungen, innovativen Unternehmen vergeben und diese Shortlist gegebenenfalls auch ergänzen. Eigenes Beteiligungen waren dabei wie auch in den vergangenen Jahren kein Ausschließungsgrund. Sie wurden auch als Zeichen der Güte und des Commitments für ein Start-up gewertet wurden.


Platz 1: Bitpanda

Die Gewinner 2019: Eric Demuth (CEO), Chrisitan Trummer (CTO) und Paul Klanschek (CEO; v.li.n.re.) waren im Vorjahr aus dem Nichts aufgetaucht und belegten 2018 noch Rang 8 im trend-Ranking der 100 besten Start-ups.

HANDELN VIA HANDY. Ursprünglich war Bitpanda ein Brokerdienst für Kryptowährungen – der größte und sicherste in Europa mit über einer Million Nutzern. Doch zuletzt entwickelte das Wiener Fintech mit seinen 160 Mitarbeitern eine Online-Börse, über die nicht nur mit Bitcoin & Co., sondern auch mit Gold und weiteren digitalen Assets gehandelt werden kann – per Smartphone oder Desktop und zu vergleichsweise äußerst geringen Kosten, selbst wenn nur Kleinstmengen getraded werden. „Mit der Blockchain-Technologie haben wir erstmals die Chance, eine Alternative zum bestehenden Finanzsystem zu etablieren“, erklärt Paul Klanschek, der Bitpanda Ende 2014 gemeinsam mit Eric Demuth und Christian Trummer aus der Taufe hob. Dabei können die Assets sowohl in Kryptowährungen als auch in Euro oder sogar Amazon-Gutscheine getauscht werden. „Unser Ziel ist es, all unsere Erfahrungen aus dem Kryptobereich zu verwenden, um das Thema Investieren für die digitale Generation attraktiv zu machen“, sagt Demuth.

Nach Gold, Silber oder Platin sollen künftig viele weitere Assetklassen erschlossen werden, etwa Immobilien. Dafür wird gerade ein eigenes Launchpad entwickelt, über das diese Assets digitalisiert und sofort gehandelt werden können. „Das wird die IPO-Plattform 2.0“, so Demuth, der mit seinen Co-Gründern noch 87 Prozent von Bitpanda besitzt. Eine Finanzierungsrunde wird nicht ausgeschlossen, doch nur mit einem strategischen Partner, schließlich wies Bitpanda bereits 2017 einen Vorsteuergewinn von 14 Millionen Euro aus.

bitpanda.com


Platz 2: N26

Banking für die Next Generation: Valentin Stalf, CEO (re.) und Maximilian Tayenthal von N26 konnten sich erneut verbessern, nachdem sie im trend-Ranking 2018 noch den 5. Platz erzielten.

FINTECH. Die von den beiden Wienern Valentin Stalf und Maximilian Tayenthal gegründete und in Berlin ansässige Onlinebank N26 bietet ein kostenloses Smartphone-Konto für alle an. Nach mehreren internationalen Finanzierungsrunden wird N26 derzeit mit rund 3,5 Milliarden US-Dollar bewertet und ist damit eines der wenigen Unicorns in Deutschland mit bald vier Millionen Kunden in 26 Ländern insgesamt – zuletzt wurden die Schweiz und die USA erobert. Im Oktober eröffnete N26 sein Technologie- und Innovationszentrum im Wiener Start-up-Hub weXelerate, wo bis zu 300 Mitarbeiter an einem flexiblen Bankkonto für Freelancer arbeiten werden.

n26.com


Platz 3: Tourradar

TourRadar-Gründer Travis und Shawn Pittman (2. und 3. von links) im Kreise ihrer Mitarbeiter.

Tourradar Gruppenreisen: Österreichs bestes Start-up des Jahres 2018 wurde heuer Dritter.

REISEVERMITTLUNG. 2018 schloss das Wiener Reise-Start-up mit 50 Millionen Dollar eine der größten Finanzierungsrunden in Österreich ab – von Anfang an dabei: Speedinvest. Das von den australischen Brüdern Travis (Bild M.) und Shawn Pittman gegründete Start-up vermittelt geführte Reisetouren auf der ganzen Welt – eine der letzten kaum digitalisierten Nischen der Touristikbranche. 275 Mitarbeiter aus 50 Ländern arbeiten in Wien, Brisbane und Toronto. Die Zahl der kooperierenden Reiseveranstalter konnte in den letzten zwölf Monaten von 900 auf 2.500 gesteigert, der (nicht publizierte) Umsatz verdoppelt werden.

tourradar.com


Platz 4: Bitmovin

Bitmovin: Klappe für den großen Dreh

Bitmovin Gründer Christoph Müller (li.) und Stefan Lederer konnten den 4. Rang des Vorjahres -Ranking halten.

VIDEOSTREAMING. Im April sicherte sich das Kärntner Start-up eine 25 Millionen-Euro- Finanzierung von internationalen Investoren, im November folgte ein 20-Millionen-Euro- Kredit von der Europäischen Investitionsbank. Mit dem Geld aus Luxemburg will das auf Online-Videostreaming spezialisierte Unternehmen seine F&E-Abteilung und den Vertrieb stärken. Investoren sehen Bitmovin als eines der aussichtsreichsten österreichischen Start-ups auf dem Weg zur Unicorn- Milliardenbewertung.

bitmovin.com


Platz 5: wikifolio

wikifolio: Das von Andreas Kern (blaues Hemd Bildmitte) gegründete Fintech setzt auf Social Trading - Im Jahr 2017 noch Nummer 1, im Vorjahr kam der Trader auf Platz 2.

SOCIAL TRADING. Noch trägt Wikifolio-Gründer Andreas Kern einen Bart. Das heißt allerdings auch, dass sein Unternehmen noch keine Milliarde Euro wert ist. Denn erst dann – so die eingegangene Wette – darf Kern zum Bartschneider greifen. In den sieben Jahren des Bestehens schwoll die Zahl der handelbaren Wikifolios, also Musterdepots, denen Anleger über Wikifolio-Zertifikate folgen können, auf rund 8.000 Stück an. Mit der kürzlich lancierten Vergleichsplattform Cleanvest will man kooperieren und die aggregierten Daten für nachhaltige Investments nutzen.

wikifolio.com


Platz 6: Anyline

Die Anyliner Jakob Hofer, Lukas Kinigadner (CEO), Daniel Albertini und David Dengg (v.li.n.re.).

Die Anyliner Jakob Hofer, Lukas Kinigadner (CEO), Daniel Albertini und David Dengg (v.li.n.re.) setzen auf Texterkennung via Handy. Im Vorjahr auf Platz 3 des trend-Rankings.

SMARTPHONE-SCAN. Lukas Kinigadner, Co-Gründer und CEO von Anyline, bereitet gerade eine Series-A-Runde vor, um seine Vision zu verwirklichen: „Wir streben danach, Marktführer im Bereich der mobilen Texterkennung zu werden.“ 2019 stand im Zeichen des Wachstums: Der Umsatz wurde erneut verdreifacht, die Anzahl der Mitarbeiter verdoppelt. Neue Kunden sind PepsiCo und Toyota. Seit dem Sommer gibt es eine neue Technologie, mit der die Scan-Lösung, mit der bisher z. B. Zählerstände via Smartphone ausgelesen werden, auch über Webseiten genutzt werden kann.

anyline.com


Platz 7: Adverity

Alexander Igelsböck (li.) und Martin Brunthaler

Adverity-Gründer Alexander Igelsböck (li.) und Martin Brunthaler werden beste Exit-Chancen gegeben. Im trend-Ranking 2018 auf Rang 17.

MARKETING-ANALYSE. Die Gründer von Adverity, haben sich zum Ziel gesetzt, das datengetriebene Marketing zu revolutionieren. Mit ihrer cloudbasierten Analyseplattform erzielen sie dreistellige Wachstumsraten. Im Frühjahr erhielten sie elf Millionen Euro frisches Kapital.

adverity.com


Platz 8: Tractive

GPS für Hund und Katz: Michael Hurnaus (Bild) hat den Haustier-Tracker für das Smartphone entwickelt. Im trend-Ranking 2018: Rang 6.

HAUSTIER-TRACKING. Als Michael Hurnaus und seine Co-Gründer vor sieben Jahren ins Tracking von Haustieren einstiegen, galt das Geschäftsmodell noch als exotisch. Heute ist die weltweite Überwachung von Hunden und Katzen mit den Spezial-Produkten von Tractive eine gefragte Sache: 2018 wurde eine sechsstellige Anzahl von Trackern verkauft. Letzter prominenter Neuzugang unter den Kapitalgebern waren die Trivago-Gründer, die mehr als eine Million Euro investierten.

tractive.com


Platz 9: Busuu

Busuu-Gründer Bernhard Niesner

Der Österreicher Bernhard Niesner verbreitet seine Sprachlern-Plattform Busuu von London aus. Im Vorjahr strahlte er noch von Rand 12.

SPRACHENLERN-APP. Bernhard Niesner ist so etwas wie ein Start-up-Pioneer. 2018 konnte er bereits das zehnjährige Jubiläum der von ihm zusammen mit Adrian Hilti gegründeten Sprachlern-Plattform Busuu feiern. Mit dabei war selbstverständlich Business Angel Hansi Hansmann, der Busuu von Anfang an unterstützt. Etliche Kapitalrunden später zählt das in London ansässige Unternehmen eine 90 Millionen Mitglieder umfassende Community, die von mehr als 100 Mitarbeitern betreut wird. Zwölf Sprachlernprogramme stehen zur Auswahl, die sich entweder über das Smartphone, das Web oder neuerdings auch über Sprachassistenten abrufen lassen.

busuu.com


Platz 10: Linemetrics

Reinhard Nowak, Gründer und CEO Linemetrics

PropTech: Linemetrics von Reinhard Nowak erfasst mittels Funksensoren unterschiedlichste Gebäudedaten in Echtzeit und analysiert sie via Cloud. Vorjahresplatzierung: Rang 7

Smart Building. Ob Bürokomplex oder Industrieareal: Mit Echtzeitdaten zu Nutzung, Verbrauch, Raumklima oder Störungen lässt sich der Gebäudebetrieb optimieren. Die von LineMetrics entwickelte Sensor-to-Dashboard-Lösung liefert diese Daten und kann einfach in bestehenden Immobilien eingesetzt werden. Das 2012 von Reinhard Nowak gegründete Unternehmen mit Sitz in Haag konzentriert sich derzeit voll auf den Ausbau des Geschäfts. Mittlerweile ist der Gewinner von trend@venture 2013 in mehr als 20 Ländern tätig. Mit Hansi Hansmann und den Runtastic-Gründern sind prominente Investoren an Board.

linemetrics.com


Das Start-up-Ranking ist in der Print-Version im trend.PREMIUM 48/2019 am 28. November 2019 erschienen.


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