Österreichs Bundesregierung will 1000 Start-ups fördern

Österreichs Bundesregierung will 1000 Start-ups fördern

Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ) und Vize Reinhold Mitterlehner (ÖVP) haben ein Startu-up-Paket geschnürt.

Österreichs Bundesregierung will mit einem Start-up-Paket neue innovative Unternehmen fördern. 10.000 bis 15.000 neue Jobs sollen dadurch entstehen. Gleichzeitig sollen Investments von Privatinvestoren gefördert werden.

Wien. Die Bundesregierung macht nun ernst mit der Start-up-Förderung: Junge Firmen mit innovativen Geschäftsideen, die maximal fünf Jahr als sind, sollen gefördert werden.

Das Start-up-Paket soll mit 185 Mio. Euro aus dem Steuertopf gefördert werden. Zusätzlich 100 Mio. Euro an Garantien für die Startphase von innovativen neuen Unternehmen aufgewendet werden. Damit sollen 1000 neue Start-ups entstehen. Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ) sprach bei der Vorstellung am Dienstag nach dem Ministerrat von 10.000 bis 15.000 neuen Jobs. Die Unternehmen sollten aber nicht nur stark exportorientiert sein, sondern auch ein starkes Wachstumspotenzial haben.

"Natürlich wird das Geld kosten, aber wenn man davon ausgeht, dass diese Maßnahmen dazu führen sollen, dass 1.000 neue Firmen gegründet werden, dann scheint das gerechtfertigt zu sein", sagte Finanzminister Hans Jörg Schelling (ÖVP) vor dem Ministerrat. Die Finanzierung sei letzten Endes "budgetneutral", weil durch die neu gegründete Unternehmen wieder Steuerzahlungen zurück erfolgen.

Man wolle klarstellen, dass Österreich ein guter Standort ist. Auch für Vizekanzler und Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP) ist es ein "ganz massiver Schritt", der Österreich bei der Start-up-Förderung dort hinbringen werde, wo Großbritannien und Deutschland jetzt schon sind. Insbesondere sei es eine "gravierende Neuerung", dass die ersten drei Mitarbeiter in den ersten drei Jahren des Unternehmens gefördert werden, indem die Lohnnebenkosten teilweise gestundet werden.

Von der Uni in die Wirtschaft

Der Löwenanteil der Förderung entfällt mit rund 100 Mio. Euro auf eine Verringerung der Lohnnebenkosten in den ersten drei Jahren. Fünf Mio. Euro soll es für Unternehmensgründungen aus Universitäten heraus geben, hier ist die Schweizer ETH Zürich das Vorbild. Der Business-Angels-Fonds soll um fünf Mio. Euro aufgestockt werden. Hier besteht die Hoffnung, dass aus dem Europäischen Investitionsfonds (EIF) weitere fünf Mio. Euro dazukommen. Die Business Angels sollten noch einmal 20 Mio. Euro zusätzlich zur Verfügung stellen. Für die Finanzierung der Frühphase (Seed-Finanzierung) sind weitere 20 Mio. Euro vorgesehen.

Abgesehen von diesem frischen Geld, will die Bundesregierung auch die Garantien aufstocken, die Start-ups über das aws gewährt werden. Bisher sind es jährlich 200 Mio. Euro, ab 1. Jänner 2017 sollen weitere 100 Mio. Euro dazukommen. Das soll 350 Mio. Euro an Investitionen auslösen und 9.000 Jobs schaffen bzw. sichern.

Weitere Leistungen sind beispielsweise Schecks über 10.000 Euro für die Einreichung von Patenten, neue Ideen können künftig für ein Jahr geschützt werden, auch wenn sie noch nicht patentreif sind.

Start-ups von anderen Jungunternehmen zu unterscheiden sei kein Problem, ist sich die Regierung sicher. Dafür gebe es schon klare Definitionen. Grundsätzlich haben diese Unternehmen ein innovatives Produkt oder eine innovative Dienstleistung oder ein innovatives Verfahren. Sie müssen auf schnelles Wachstum ausgerichtet sein. Das Unternehmen darf maximal fünf Jahre alt sein und muss den Hauptstandort in Österreich haben.

Junge Wirtschaft: Warum nur Start-ups fördern?

Dem Enthusiasmus der Regierung zum Trotz hat Herbert Rohrmair-Lewis, Bundesvorsitzender der Jungen Wirtschaft (JW), das vorgestellte Förderpaket in einer Presseaussendung lediglich als "ersten wichtigen Schritt" bezeichnet. Speziell der Vorstoß zur Reduktion der Lohnnebenkosten wird vonseiten der JW sehr begrüßt, die Interessensvertretung sieht darin eine "wesentliche Entlastung beim Aufbau des eigenen Unternehmens". Unverständlich ist für Rohrmair-Lewis aber, dass die Entlastung auf „innovative Startups“ beschränkt ist: „Jeder einzelne Gründer und jede einzelne Gründerin leisten einen immensen Beitrag für unsere wirtschaftliche Zukunft. Sie alle schaffen im Durchschnitt 2,4 Arbeitsplätze im ersten Betriebsjahr," sagt er: "Die heute vorgestellte Lohnnebenkostenentlastung muss daher für alle Gründer gelten, um diesen wichtigen Jobmotor nicht unnötig zu drosseln".

Die Start-up-Förderung ist zwar noch kein großer Wurf für ein großes Wirtschaftsprogramm. Die Regierung hat aber darauf hingewiesen, dass nächste Woche Details für eine gesenkte Bankenabgabe bekanntgegeben werden. Und im Herbst soll eine große Reform der Gewerbeordnung folgen.

Das myVeeta-Team rund um CEO Jan Pichler (Mitte).

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