Österreichisches Uber GoCubaGo für Kuba

Unter abenteuerlichen Umständen hat ein österreichisches Trio in Kuba ein Taxi-Vermittlungsservice ins Rollen gebracht.

Thema: Start-ups
Österreichisches Uber GoCubaGo für Kuba

EXPORT. Österreichisches Know-how für die Taxler in Havanna, Trinidad, Santiago & Co.

Für viele Globetrotter ist das Aktivieren der Uber-App auf dem Smartphone instinktiv der erste Schritt, um vom Ankunftsflughafen einer Stadt ins Zentrum zu kommen. Doch in Havanna ticken die Uhren und die Apps nach wie vor anders. In Kuba sind wegen der US-Wirtschaftssanktionen keine Taxi-Vermittlungsservices aus den USA wie Uber und Lyft verfügbar.

Diesen Umstand macht sich der Wiener Agenturbetreiber Roland Vidmar zunutze. Der Chef der Digitalagentur echonet communication hat mit einem seiner ehemaligen Mitarbeiter, der in Kuba ein Privatquartier betreibt, und einem weiteren Österreicher ein "Uber für Kuba" entwickelt, das seit einem halben Jahr verfügbar ist.

GoCubaGo hat inzwischen 70 Taxiunternehmer lizenziert und schielt auf die rund eine Million Individualtouristen, die das Land in der Karibik jährlich bereisen. "Wir haben bereits das größte Netz und streben fünf bis acht Prozent Marktanteil in diesem Segment an", sagt Vidmar. Bedient werden neben Havanna auch die Städte Varadero, Trinidad, Holguin, Santiago und Viñales.

Dass Wirtschaften auf einer kommunistisch regierten Insel völlig anders funktioniert, musste das österreichische Trio allerdings erst mühsam lernen. Von einer voll automatisierten App zu sprechen ist eine glatte Übertreibung: Weil Datenübertragung via Internet in der Regel extrem teuer ist, erfolgt die Vermittlung telefonisch. "Feedback zu den Fahrern holen wir manuell ein", so Vidmar. Außenwerbung ist nicht erlaubt. Die Zahlungsabwicklung über Kreditkarten ist nur beschränkt möglich, weswegen derzeit alle Buchungen über PayPal abgewickelt werden. Via PayPal kann auch in US-Dollar bezahlt werden -dessen Wechsel ist in Kuba mit einer zehnprozentigen Strafsteuer belegt.

Die Bestellungen über die Homepage sind bisher kaum messbar, Hauptankurbler des Geschäfts sind die Betreiber von Casas Particulares, den typischen kubanischen Privatquartieren für Touristen.

Die GoCubaGo-Telefonvermittler sind nicht etwa Angestellte, sondern formaljuristisch Mitglieder eines Vereins; eine klassische kommerzielle Aktivität mit Eintrag in ein Firmenbuch ist nicht möglich. Vidmar & Kompagnons sind aber gute Dinge, auch unter diesen abenteuerlichen Bedingungen dauerhaft zu reüssieren: GoCubaGo bietet Fixpreise für Airporttransfers und andere Punkt-zu-Punkt-Fahrten - denn trotz staatlicher Vorgaben sind die Preise in der Praxis höchst schwankend.

Der Artikel ist dem trend-SPEZIAL zum EUROPÄISCHEN FORUM ALPBACH vom 14. August 2019 entnommen.

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