12 Millionen Dollar Finanzierung für Wiener Start-up Anyline

Das Anyline-Gründerteam rund um CEO Lukas Kinigadner (2. v. re.)

Das Anyline-Gründerteam rund um CEO Lukas Kinigadner (2. v. re.)

Vor fünf Jahren hat das auf mobile optische Texterkennung spezialisierte Wiener Start-up Anyline die erste Runde des Start-up-Wettbewerbs trend@venture gewonnen. Jetzt ist das Unternehmen mit 12 Millionen Dollar frischem Kapital in der Tasche am Sprung in die USA.

"Wir wollen der Weltmarktführer im Bereich der mobilen Texterkennung werden." Nicht zuletzt wegen dieser selbstbewussten Ansage von Lukas Kinigadner, dem Gründer, CEO und Mastermind des Unternehmens, hat das Wiener Start-up Anyline im Jahr 2014 bei der ersten Auflage des Start-up-Wettbewerbs trend@venture die Jury überzeugt und den Wettbewerb gewonnen.

Seither ist viel geschehen. "Anyline ist großartig gewachsen. Wir haben hunderte Kunden weltweit, unser Produkt generiert etliche Millionen Euro Umsatz und jetzt haben wir eine riesige Wachstumsfinanzierung über zwölf Millionen Dollar bekommen. Das ist richtig cool. Ich bin narrisch stolz auf das Team", sagt Kinigadner, für den der Sieg bei trend@venture vor gut fünf Jahren der eigentliche Startschuss war. Kurz danach ist Hansi Hansmann als erster Investor in das Unternehmen eingestiegen, danach auch noch Senovo PUSH Ventures, Hermann Hauser und die Gernot Langes-Swarovski-Stiftung, und die Reise ist für Kinigadner noch lange nicht zu Ende.

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Das Angebot von Anyline: Das Unternehmen hat eine Technologie entwickelt, die es ermöglicht, mit der Smartphone-App beliebige Zahlen- und Buchstaben-Kombinationen zu erfassen für dahinterliegende Anwendungen nutzbar zu machen. Zum Einsatz kommt die Lösung schon in etlichen Ländern, zum Beispiel im Polizeidienst, wo Nummerntafeln von Autos eingelesen und anschließend mit den Zulassungsdaten abgeglichen werden. Das gleiche gilt für Führerschein-Nummern oder für Energieversorger, die mit der Anyline-App Stromzähler ablesen und die Zählerstände sofort mit den Kundendaten verknüpfen. Im Zahlungsverkehr können z.B. die IBAN-Nummern von Bankkarten ausgelesen und in Online-Formulare eingebettet werden.

Die Anyline-Crew. Bis Jahresende wird das Unternehmen über 100 Mitarbeiter haben.

Die Software, die künstliche Intelligenz nutzt und wesentlich genauer und 20 Mal schneller als die manuelle Erfassung ist, kann auch im Smart Factory Bereich genutzt werden und wird dort unter anderem auch schon von Toyota und Pepsi verwendet. Einer der bisher herausforderndsten Use-Cases war, die in Autoreifen eingeprägten Zahlen- und Buchstabencodes auszulesen. Doch den Anyline-Spezialisten gelang es, selbst diese Nuss zu knacken und schwarze Schrift auf schwarzem Untergrund zu einem hohen Grad fehlerfrei einzuscannen

Ins Land der unbegrenzen Möglichkeiten

Jetzt geht es zunächst in die USA, nach Boston. CFO Christoph Braunsberger wird als President von Anyline Inc. das Büro dort aufbauen und den Wienern ist es gelungen, gleich zum Start erfahrene und gut vernetzte Sales-Manager aus der Telekom-Branche zu gewinnen, um den Vertrieb in den USA in die Gänge zu bekommen.

Mit dem frische Kapital, das zum Großteil vom Berliner Venture Capital Unternehmen Project A stammt - der Rest kommt von den bisherigen Investoren, die ebenfalls Geld nachgelegt haben - sollen aber auch der Vertrieb und das Marketing in Europa gestärkt werden und es wird außerdem in die Produktentwicklung investiert, die auch weiterhin am Standort Wien erfolgen soll. "Zum Jahreswechsel hatten wir 50 Mitarbeiter, mittlerweile sind es 60 und bis Jahresende werden es 100 bis 120 sein", sagt Kinigadner.

Den Firmenchef freut es übrigens besonders, dass es Anyline gelungen ist, die Finanzierungsrunde mit einem Partner aus Deutschland abzuwickeln: "Wir hatten auch Angebote aus den USA und aus dem UK, haben uns aber bewusst für Project A, einen mitteleuropäischen Fonds entschieden." Mit dem soll nun das gelingen, was Kinigadner schon 2014 bei seinem Pitch bei trend@venture in Aussicht gestellt hat: "Der Weltmarktführer im Bereich der mobilen Texterkennung werden." Denn, so Kinigadner weiter: "Wir brauchen europäische digitale Vorzeigebetriebe."

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