Was Konzerne und Start-ups von einander lernen können

Was Konzerne und Start-ups von einander lernen können

Im Betahaus Berlin haben sich Start-ups ebenso wie Konzerne eingemietet. Sie wollen von einander lernen.

Immer mehr etablierte Unternehmen suchen den Kontakt zu innovativen Start-ups, um mit ihnen Ressourcen und Wissen zu teilen. Doch was muss beachtet werden, damit die Kooperation gelingt? Ein Experte gibt Antworten.

Immer mehr etablierte Unternehmen entdecken die agile Szene der Start-ups für sich und versuchen, mit den innovativen Neulingen zu kooperieren. So hat in Österreich etwa die Telekom Austria ihren A1 StartUp Campus gegründet, Cisco unterstützt Gründer mit dem eigenen Ökosystem im Rahmen des "Entrepreneurs in Residence"-Programms und auch Konica Minolta kooperiert mit Jungunternehmern - wie etwa mit dem Augmented-Reality-Experten Wikitude. Doch wie können die alte und die neue Welt von einander lernen, und was müssen sie dabei beachten?

Maximilian von der Ahé hat in diesem Bereich Erfahrung: Vor sieben Jahren gründete er mit Freunden das "Betahaus Berlin", eines der größten europäischen Startup-Ökosysteme. Heute beherbergt der Coworking Space in Berlin mehr als 500 Mitglieder auf fünf Etagen - dort vernetzen sich die Gründer untereinander ebenso wie mit Kunden, Investoren und großen Konzernen.

Langer Atem statt langer Meetings

Damit die Zusammenarbeit zwischen Groß und Klein erfolgreich ist, müssen die Teilnehmer laut von der Ahé einiges beachten: „Ein Unternehmen sollte wissen, dass es einen langen Atem braucht, um einen Innovationstransfer zu erreichen“, sagt er. Jede Organisation funktioniere anders und müsse herausfinden, was zur eigenen Firmenkultur passe. „Wichtig sind feste Kapazitäten, die nicht zu stark ergebnisorientiert arbeiten müssen.“

Es brauche außerdem einen Start-up-Regelkatalog, um von Anfang an zu klären, welche Einkaufsbedingungen, Rechte oder Datenschutzbestimmungen gelten. Lange, häufige Meetings, bei denen die Entscheider nicht mit am Tisch sitzen, seien hingegen Gift für die Zusammenarbeit.

Konzerne im Coworking Space

Inzwischen nutzten auch viele Konzerne Coworking Spaces als eine Art Zweigstelle ihres Betriebs. „Manche schätzen das nicht-klassische Unternehmensumfeld und schicken zum Beispiel ihre Innovationsabteilungen, die anders arbeiten sollen als man das früher gemacht hat", sagt von der Ahé. Es gehe immer darum, die eigenen Mitarbeiter in eine aktive Community zu integrieren und ihnen eine Art "Entrepreneur-Denke" zu vermitteln.

Allerdings gibt es dem Coworking-Pionier zufolge auch Dinge, die etablierte Unternehmen besser können als Start-ups und die es auf dem Weg hin zu mehr Agilität nicht zu verlieren gilt. „Beim Thema Personalentwicklung sehe ich bisher die Stärken vor allem auf Seiten der Corporates", sagt er: "In einer schnellen Start-up-Kultur, die ständig wächst oder sich verändert, bleibt wenig Zeit dafür.“

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