Kjero: Über das organisierte Weitersagen

Kjero: Über das organisierte Weitersagen

Stefan Ramershoven, Geschäftsführer von Kjero. Hat das Unternehmen zu 100 Prozent eigenfinanziert.

Die Tiroler Firma Kjero bringt Produkttester und Markenartikler zusammen und generiert authentische Bewertungen statt gekaufter Fake-Prosa.

Zufriedene Kunden sind die beste Vertriebsunterstützung. Über soziale Netzwerke und E-Commerce- Plattformen verbreiten sich Empfehlungen heute schnell und einfach. Auf diesen Effekt bauend, gründete Stefan Ramershoven 2010 mit den Studienkollegen Thomas Lhotta und Stefan Engl die Firma Kjero, die sich auf "Word of Mouth Marketing Kampagnen" (WoM) spezialisiert hat: Über gezielte Produkttests werden Empfehlungen generiert.

Über die Jahre haben die Gründer eine Datenbank mit über 220.000 Testern aus der D-A-CH-Region aufgebaut. "Über diese große Anzahl können wir sämtliche Interessengebiete abdecken", sagt Ramershoven. Auf der Plattform Kjero.com können Kunden Kampagnen "bestellen". Die Anzahl teilnehmender Tester richtet sich nach den Budgetvorgaben. Auf Wunsch werden auch gezielt größere Influencer-Kampagnen aufgesetzt.

"Wir bilden den kompletten Prozess ab - vom Produkthandling über die Aktivierung der Tester bis zur Auswertung der Kampagne", sagt Ramershoven. Das zwölfköpfige Team betreut Kunden wie Nestlé, Barilla, Beiersdorf oder Henkel. "Durch die genaue Bestimmung der Zielgruppe sind die Streuverluste sehr gering, und man hat die ideale Möglichkeit, Produkte direkt bei der gewünschten Konsumentengruppe zu platzieren", sagt Nestlé-Beneful-Brand- Managerin Sandra Marx. Die Nutzer sind angehalten, die Produkte - und das coram publico im Netz - in Form authentischer Beurteilungen zu "bewerten", die auch konstruktiv kritisch ausfallen dürfen.

Für eine Katzenfutter-Kampagne etwa wurden 1.000 Tester angeworben, die über 630.000 Empfehlungen generierten. "Da sich Empfehlungen auf die Kaufentscheidungen auswirken, ist der Effekt in den Verkaufszahlen meist gut messbar," sagt Ramershoven. Auf Anfrage des deutschen Axel-Springer-Konzerns entwickeln die Tiroler Gründer seit 2017 eine White-Label-Lösung (Kjero Canva), mit der Marken solche Kampagnen direkt in die eigenen Online-Auftritte und Kundendatenbanken integrieren können.


Die Geschichte ist der trend-Ausgabe 28-29/2018 vom 13. Juli 2018 entnommen.

 v.l.n.r.: Philipp Braunsberger (CFO Eversports), Emanuel Steininger (VP of Engineering Eversports), Vincent van den Tol (CPO Fitmanager), Maarten Borgers (CEO Fitmanager), Hanno Lippitsch (CEO Eversports), Stefan Feirer (CPO), Thomas Fritz (CTO)

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