iWarn - Ein Start-up, das Leben retten will

iWarn - Ein Start-up, das Leben retten will

Auf der Start-up-Show von Puls4 "2 Minuten 2 Millionen" hat Thomas Stelzl.

Thomas Stelzl, der iWarn-Erfinder, vor seiner Produktionsstraße in Deutschlandsberg: "Wir bieten die stärkste derartige Warnleuchte der Welt an."

Seit 30 Jahren ist Thomas Stelzl, 53, ehrenamtlicher Sanitäter beim Roten Kreuz. Unzählige schreckliche Unfälle hat er dabei schon erlebt - viele davon erst von nachfolgenden Fahrzeugen verursacht, die auf schlecht gesicherte Pannenfahrzeuge auffuhren. "Trotz modernster Sicherheitssysteme in den Autos setzt man im Falle eines Unfalls auf das über 50 Jahre alte Prinzip des Pannendreiecks", ärgert sich Stelzl. Denn das Dreieck sehe man oft nur schlecht oder viel zu spät.

So begann der Projektleiter des Koralm-Pumpspeicherkraftwerks bereits vor fünf Jahren damit, ein neues und deutlich sichereres System zu entwickeln. Herausgekommen ist iWarn: ein Kreuz, das mit extrem starken roten Leuchtdioden ausgestattet ist und damit in einer Entfernung von bis zu zehn Kilometern auf eine Gefahr aufmerksam machen kann. Zusätzlich ist das robuste, wasserdichte Gerät, das mit einem Magnetfuß direkt auf das Auto gestellt werden kann, mit GPS und einem besonders leistungsstarken Mobilfunksender ausgestattet.

Im Falle einer Panne oder eines Unfalls sichert man zunächst den Wagen mittels iWarn ab, indem das Warnkreuz platziert und eingeschaltet wird - wobei zu den zehn verschiedenen auswählbaren Signalfolgen auch Pfeile zählen, um zu signalisieren, auf welcher Seite nachfolgende Lenker vorbeifahren können. Zusätzlich lässt sich ein Notrufsystem aktivieren, das auf einen halben Meter genau die eigene Position an die Notrufzentrale weiterleitet.

"Mir war es ein Anliegen, ein besonders einfach zu handhabendes Sicherheitssystem zu entwickeln, das Leben retten kann", sagt Stelzl, der vor einem Jahr seinen Brotberuf aufgegeben hat und sich voll und ganz seiner inzwischen serienreifen, patentrechtlich geschützten Erfindung widmet, die er im Cluster mehrerer Produzenten ganz in der Steiermark entwickelt hat - von der Elektronik bis zum Spritzguss - und dort auch produzieren lässt.

Die Partner, die in Summe bereits 750.000 Euro investiert haben, werden künftig auch Teilhaber sein. Wobei Stelzl gerade auf weiterer Investorensuche ist. Vorige Woche bei der Puls-4-Startup-Show "2 Minuten 2 Millionen", hatte Stelzl dem fünfköpfigen Investorenteam eine Beteiligung von zehn Prozent an seinem Unternehmen für 400.000 Euro angeboten.

Jury-Mitglied und Investor Hans-Peter Haselsteiner hat dem iWarnerfinder ein Gegenangebot gelegt. Haselsteiner bot 500.000 Euro für 25 Prozent plus einer Aktie. Stelzl hatte nach Beratung mit seinen bisherigen Investoren Haselsteiners Gebot als zu niedrig abgelehnt. Er wollte Haselseiner als Investor, allerdings ohne Sperrminorität oder als zweite Variante mit einem erhöhten Betrag. Haselsteiner hatte das neue Offert abgelehnt. Stelzl und seine bisherigen Investoren wollen sich offenbar die Chance offen halten, auch andere Investoren an Bord holen zu können.

Dass seine Erfindung, die im Handel zwischen 165 und 175 Euro kosten soll, ein Erfolg wird, daran zweifelt Stelzl nicht, schließlich gebe es bereits viele positive Gespräche mit europäischen Autofahrerclubs - beim ADAC hat eine Umfrage unter 500 Mitgliedern ergeben, dass 450 iWarn kaufen würden -, Autoherstellern oder auch Asfinag und Exekutive. Denn iWarn ist auch in einer gelben Variante etwa für Baustellen und in einer blauen Variante für Polizei oder Rettung erhältlich.

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