Hallo Taxify! Neuer Fahrdienst für Wien

Florian Löschenberger, Taxify

TAXIFY-Chef Florian Löschenberger bringt nach Flixbus nun Taxify in Österreich an den Start und will dabei einiges anders machen als die Konkurrenz.

Uber bekommt Konkurrenz: Der estnische Anbieter Taxify geht in Wien an den Start.

Wer in Wien von A nach B will, hat ab 19. Oktober eine Option mehr. Uber bekommt Konkurrenz von der Firma Taxify: 2013 in Estland gegründet, in Osteuropa und Afrika ein echtes Schwergewicht mit über einer Million Fahrten im Monat. Die lokalen Geschäfte führt Florian Löschenberger, der mit der Flixbus-Markteinführung erkleckliches Start-up-und Verkehrs-Know-how einbringt und seit Monaten den Markteintritt vorbereitet. Warum sich schon vor dem Start Tausende die gleichnamige App geladen haben, kann er nur vermuten: "Viele kennen uns vielleicht schon aus Bratislava, und die Fahrer berichten offensichtlich fleißig in ihren Communities, dass sich etwas tut am Markt." Aber was?

Vom Prinzip ist Taxify nicht anders als Apps wie My-Taxi, Uber &Co. Nach einmaliger Registrierung ruft der Kunde via App einen Wagen (Vorbestellung ist nicht möglich), bezahlt die Fahrt mittels hinterlegter Kreditkarte oder bar - nach dem Aussteigen bewerten einander Fahrer und Kunde. Warum viele Mietwagenunternehmer dem Anbieter hoffnungsvoll entgegenblicken, ist leicht erklärt: Die Provision an den Vermittler beträgt hier nur 15 (statt 25 Prozent), und Taxify verspricht besseres Service.

"Günstiger als der Mitbewerb"

Für Löschenberger ist das entscheidend: "Im Tagesgeschäft tauchen regelmäßig Probleme und Fragen auf, die Fahrer und Kunden schnell gelöst haben wollen." Wenn Kunden nicht auftauchen oder Diskussionsbedarf über Bewertungen entsteht, muss das auf unkompliziertem Weg per Telefon geklärt werden können. Dass für die Fahrgäste der Preis das wichtigste Kriterium ist, weiß Löschenberger auch. Deshalb gibt es zum Start nicht nur Rabatte für die Dienstleister, sondern auch für die Gäste. Wie wird der Fahrpreis berechnet? "Er richtet sich nach Wegzeit, gefahrenen Kilometern sowie einer Standgebühr und wird als Schätzung über die App ausgewiesen. Mondpreise bei Konzerten etwa wird es bei uns nicht geben." Fix ist: "Für Fahrten über zehn Euro gibt es Rabatte. Wir werden günstiger sein als der Mitbewerb."

Mitbewerber Uber hat am 8. Oktober eine Schlappe einstecken müssen. Das Oberlandesgericht Wien wies den Rekurs gegen eine einstweilige Verfügung zurück, die eine Mietwagenfirma eingebracht hatte. Im Kern geht es darum, dass Mietwagenfirmen keine Uber-Aufträge annehmen dürfen, die nur via App eingehen. Die Uber-Anwälte sprechen dem Beschluss die Rechtskraft ab. Uber fährt also weiter. Was bedeutet das für Taxify? "Wir halten uns an geltendes Recht. Was die Zukunft bringt, wird sich zeigen. Wir sind ein flexibler Betreiber und passen uns den jeweiligen Märkten an", sagt Löschenberger. "In Budapest haben wir eine Taxilizenz, in London kämpfen wir noch darum, und in Wien fahren wir jetzt einmal los."


Der Artikel stammt aus der trend-Ausgabe 41/2017 vom 12. Oktober 2017
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