Hackabu - Die Wachstumsmacher

Alexander Meyer und Tamir Israely (r.), Gründer Hackabu

Chief Growth Hacker: Alexander Meyer und Tamir Israely (r.) gründeten das Marketing- Start-up Hackabu.

Das Wiener Start-up Hackabu zündet mit der innovativen Methode des sogenannten Growth Hackings den Wachstumsturbo für Unternehmen.

Sie sind jung und kreativ. Sie sind schnell und schlagkräftig. Und sie sind auf keinen Fall eine Agentur, sondern nennen sich "Wachstumsstrategen". Das ist den beiden Gründern von Hackabu mit Headquarter im Wiener WeXelerate-Hub enorm wichtig.

Hackabu steht für "Hack a Business". Dabei geht es um die innovative Methode des "Growth Hackings", also um rasches Wachstum, das, so die Gründer, nicht mit dem üblichen Agenturalltag erzielt werden könne - ein Erfolgsrezept, auf das mittlerweile so namhafte Kunden wie A1, ÖBB, Post, easybank, Red Zac oder auch die Sacher-Hotelgruppe abfahren.

Alexander Meyer, 39, und Tamir Israely, 27, wollen nicht weniger, als das Rad des Marketings neu erfinden. Oder zumindest neu daran drehen. "Wir haben keine Geheimwaffe", räumt Meyer ein, "aber wir setzen sehr strukturiert die neuesten Tools ein." Der Vorarlberger hatte Erfahrungen bei 18 Agenturen gesammelt und Kunden wie ADAC, Doppelmayr oder die Schweizer Spar betreut - bis er im Rahmen eines B2B-Start-ups, in das er investiert war, auf den aus Israel stammenden Tamir Israely stieß, der als Growth Hacker geholt wurde und die Umsätze binnen drei Monaten um 180 Prozent steigerte.

Das war der Beginn einer neuen Partnerschaft. Im März 2017 gründeten die beiden das Start-up Hackabu, das sich zum Ziel gesetzt hat, Unternehmen zu überproportionalem Wachstum zu verhelfen, sei es beim Verkauf von Produkten, bei der Stärkung einer Marke oder in der Kundenakquise. Meyer bringt dabei sein Netzwerk und seine jahrelange Agenturerfahrung mit, Israely ist der Experte fürs Growth Hacking.

Probieren und wachsen

Die Idee dahinter: So wie Hacker Hunderte Methoden ausprobieren, um zum Beispiel einen Code zu knacken, geht es auch hier darum, viele verschiedene Methoden auszuprobieren, um die am schnellsten wirkenden Hebel für Wachstum zu identifizieren und gezielt zu nutzen.

Oft werden dabei nur Minibudgets von wenigen Hundert Euro eingesetzt, um bestimmte Online-Werbetools oder Claims auszuprobieren; es geht darum, herauszufinden, wer wann über welches Medium und mit welcher Textierung am besten ansprechbar ist. "Dazu analysieren wir die dabei gewonnenen Daten sehr tiefgehend und ziehen unsere Schlüsse", erklärt Meyer. Wenn etwas nicht gut genug funktioniert, wird es sofort verworfen. Weiter verfolgt werden nur nachvollziehbar erfolgreiche Methoden. "Wir setzen dabei stets auf die neuesten Tools, etwa aus dem Bereich der Marketing Automation, die wir dann unseren Kunden zur Verfügung stellen", sagt Meyer. Auch das unterscheidet Hackabu von den meisten Agenturen.

In einem gemeinsamen Workshop wird zunächst definiert, welche Ressourcen aus dem Unternehmen selbst kommen können. "Uns geht es dabei immer darum, mit den Kunden so eng und transparent wie möglich zusammenzuarbeiten", plaudert Israely aus dem Nähkästchen. Ein Wachstumsteam aus Mitarbeitern des Unternehmens und Hackabu-Spezialisten beginnt nun damit, exakte Zielgruppen zu definieren, unterschiedliche Ideen zu entwickeln, wie diese erreicht werden können, und erste Minikampagnen zu planen. Alle Ideen werden danach je nach Budgetaufwand, potenzieller Reichweite, Zeitaufwand und vielem mehr gereiht, dann geht es an Umsetzung und Analyse jeder einzelnen Aktion -"wobei wir stets bemüht sind, den Umgang mit den neuen Werkzeugen unseren Kunden beizubringen."

Konkurrenzlos

Weltweit gibt es nach eigenen Angaben keinen Mitbewerber, der ein ähnliches Konzept verfolgt, das also nicht nur Wachstum generiert, sondern gleichzeitig auch die Kunden dahingehend schult. Mit ein Grund, warum sich Hackabu mit derzeit 30 Mitarbeitern der Aufträge kaum erwehren kann und neben Wien und Tel Aviv im April auch in Hamburg eine Dependance eröffnen wird.

"Wir sind nicht nur an Resultaten, sondern vor allem von der neuen Denk-und gemeinsamen Arbeitsweise sehr angetan", ist Daniel Döller, Leiter der Energiesparte bei der Post, von Hackabu begeistert, "für mich ist Growth Hacking die neue Generation der Onlinevermarktung." Auch Hotel- Sacher-Geschäftsführer Matthias Winkler ist vom Teamwork begeistert: "Mit unserem Growth-Team, das sich aus Experten von Hackabu und Sacher zusammensetzt, entwickeln wir gemeinsam digitale Strategien, um den Gast von morgen schon heute bestmöglich digital abzuholen."

Die Kosten für eine derartige Zusammenarbeit halten sich übrigens im Rahmen: Das monatliche Package kostet einen hohen vierstelligen Betrag -natürlich exklusive der konkreten Werbeaufwendungen. "Dafür bekommt der Kunde von uns ein komplettes Wachstumsteam", sagt Meyer, der gemeinsam mit Israely gerade dabei ist, eine Investmentrunde aufzustellen - Größenordnung: zwei Millionen Euro -, und an neuen Ideen bastelt. So wird es am 28. und 29. März den ersten Growth-Hacking-Workhop für Unternehmen in Wien geben (Infos: hackabu.com), und ab April startet in einem Joint-Venture mit TheVentury im Rahmen der Lauder Business School eine Growth-Hacking-Academy, die zwölfwöchige Intensivlehrgänge anbieten wird. Tamir Israely ist überzeugt: "Wir wollen Growth Hacking mit diesen Initiativen zunächst in Österreich und bald auch international federführend vorantreiben - denn der Bedarf ist gewaltig."


Der Artikel ist der trend-Ausgabe 11/2018 vom 16. März 2018 entnommen

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