Falkensteiner Ventures zieht es nach Wien

Falkensteiner Ventures zieht es nach Wien

Beat Blaser - Der Schweizer ist Mitgründer der Falkensteiner Ventures. Die Falkensteiner Michaeler Tourism Group hat 33 Hotels und 20 weitere Firmen in sieben Ländern mit mehr als 2.000 Mitarbeitern.

Der Investor von Tourismus-Start-ups investiert Millionen in österreichische Tourismusgründungen. Falkensteiner Ventures steht nun kurz vor der Übersiedlung von Zürich nach Wien.

Eigentlich hatte Beat Blaser bereits eine eigene Geschäftsidee im Kopf, als er 2018 den Job als Thomas-Cook-Geschäftsführer für das Europa-Geschäft nach fast 15 Jahren aufgab - als ihn der Anruf von Erich Falkensteiner erreichte. Der umtriebige Südtiroler, Gründer der Falkensteiner Michaeler Tourism Group, kommt direkt zum Punkt: "Lass uns die Zukunft im europäischen Tourismus mitprägen."

Blaser musste nicht lang überzeugt werden, denn die Digitalisierung fordert selbst so eine analoge Branche wie den Tourismus heraus, und "viele Geschäftsmodelle sind ans natürliche Ende ihres Lebenszyklus gekommen", sagt Blaser und meint nicht nur die klassischen Reiseveranstalter.

Im Oktober 2018 gründeten Blaser, Erich Falkensteiner und Andreas Arquin die Falkensteiner Ventures AG mit Sitz in Zürich und verfolgen dabei ein ambitioniertes Ziel. "Wir wollen der Venture-Partner für Tourismusgründungen in Mitteleuropa sein, primär digital, aber auch in der Verzahnung von Old mit New Economy", sagt Blaser und schiebt nach: "Unsere Konstellation, Infrastruktur und unser Netzwerk sind ziemlich einzigartig."

Dazu haben die drei Business Angels ein satt dotiertes Investitionsbudget und Ideen, die über den touristischen Tellerrand hinaus gehen: Sie reichen von einer smarten Lebensmittelproduktion, die dem Köchemangel begegnen soll, bis zum digital unterstützten Seniorenwohnen. Wie viele Millionen die Touristiker investieren werden, wollen sie nicht verraten, "aber jedes Start-up kann mit bis zu 500.000 Euro zum Start rechnen, und pro Jahr wollen wir vier bis fünf Projekte anschieben", so Blaser.

Das hat sich mittlerweile herumgesprochen, und seit Oktober haben sich die Touristiker rund 400 Start-ups präsentieren lassen. Blaser ist seit Monaten in ganz Europa unterwegs: "Gerade reise ich mehr, als ich wohne."

Fünf Neue auf der Shortlist

Auf der Fact-Finding-Mission ist er dabei immer wieder bei österreichischen Gründern gelandet. Zu den ersten fünf Investments zählen zwei österreichische Unternehmen (RateBoard, Rotwild & Frischling), zwei deutsche und ein finnisches. "Die nächsten fünf Investments sind auf der Zielgeraden, und auch hier haben wir zwei sehr coole österreichische Start-ups dabei", sagt Blaser, der ob der umtriebigen Tourismusdigitalkompetenz überlegt, die Falkensteiner Ventures von Zürich nach Wien zu übersiedeln. "Was Zürich für den Fintech-Sektor ist, könnte Wien eventuell für den Tourismus werden."



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