Ewige Jugend: Hannes Androsch investiert in Gesundheits-Start-up Longevity Labs

Ewige Jugend: Hannes Androsch investiert in Gesundheits-Start-up Longevity Labs

Gegen die Zellalterung: Hannes Androsch (2. v.re.) wird Mehrheitseigentümer bei Longevity Labs von Herbert Pock, Frank Madeo und Gerald Sitte (v.l.n.re).

Das Grazer Gesundheits-Start-up Longevity Labs bekommt eine Millionenspritze von Hannes Androsch. Der Industrielle übernimmt die Mehrheit am Start-up, dessen Nahrungsergänzungsmittel die Zellalterung aufhalten soll.

Vor drei Jahren als Spin-off der Karl-Franzens-Universität Graz gegründet, bekommt das Gesundheits-Start-up Longevity Labs nun einen prominenten Investor. Der Industrielle und einstige Finanzminister Hannes Androsch hat sich am Start-up mit drei Millionen Euro beteiligt. Androsch hält ab sofort 51 Prozent der Geschäftsanteile. Das Start-up entwickelt ein Produkt, das die "Zeitalterung des Körpers" verlangsamen soll.

„Demenz, Alzheimer, Parkinson - wenn man das mildern, verhindern oder verzögern kann, dann wäre das ein gewaltiger Gewinn an Lebensqualität – in der Lebensspanne und Gesundheitsspanne einander möglichst nah kommen“, erklärt Androsch das Motiv für sein Investment. Zudem hat Androsch das Unternehmen bereits seit mehreren Jahren am eigenen Radar, die wissenschaftliche Arbeit des Teams und das innovatorische Produkt somit gekannt.

Ewige Jugend

Das von den Gesellschaftern Herbert Pock und Gerald Sitte geführte Unternehmen forscht in enger Kooperation mit dem Institut für Molekulare Biowissenschaften der Karl-Franzens-Universität Graz zum Thema Zellalterung. In langjährigen Studien wurde herausgefunden, dass dieser Effekt aber auch durch eine im menschlichen Körper vorkommende Substanz - das „Spermidin“ - ausgelöst wird. Der Wirkstoff Spermidin wird aus Weizenkeimen mittels eines eigens entwickelten Extraktionsverfahren gewonnen. Spermidin soll unter anderem dazu beitragen, dass der zelluläre Alterungsprozess verlangsamt wird. Damit soll der körpereigene Autophagieprozess aktiviert werden.

Mitgesellschafter und Molekularbiologe Frank Madeo, Universitätsprofessor an der Karl-Franzens-Universität Graz, hat vor etwa zehn Jahren die Wirksamkeit von Spermidin nachgewiesen. Daraufhin folgten mehrere Studien aus seiner Feder. Weltweit forschen bereits 80 Forschungsteams an Sremidin und seinen Wirkungen. „Wir konnten nachweisen, dass Spermidin auch beim Menschen einen Anti-Aging-Effekt auslöst. Wer ausreichend Spermidin zu sich nimmt, verlängert damit möglicherweise seine gesunde Lebensspanne“, so Madeo

Das von Longevity Labs entwickelte Mittel Spermidinlife wird als Nahrungsergängzungsmittel verkauft. Der Vertrieb erfolgt derzeit in elf Ländern Europa via Internet. In Österreich und Deutschland ist der Wirkstoff auch über ausgewählte Apotheken erhältlich. Die Zulassung für den US-Markt soll im Laufe des Jahres 2019 erfolgen. Nachfragen soll es laut Longevity Labs aus Nord- und Südamerika sowie Russland und Asien, vor allem China und Indien geben.

Klinische Studie

Der Einfluss des spermidenhaltigen Weizenextrakts der Grazer wird derzeit auch in einer klinischen Studie an der Charité in Berlin untersucht. Man versucht herauszufinden, inwiefern es die Lernfähigkeit und das Gedächtnis von älteren Personen beeinflusst, die zu Gedächtnisverlust neigen.

Nach Angaben von Longevity Labs sollen erste Ergebnisse zeigen, dass das Extrakt die Gedächtnisleistung von Menschen mit erhöhtem Alzheimerrisiko verbessern kann. Die kognitive Leistung der Studienteilnehmer habe sich demnach im Verlauf der Studie "nachweislich" verbessert. Die Placebo-Kontrollgruppe zeigte keine Veränderungen bei der Gedächtnisleistung.

Eigentümer und Testimonial

Nach der Finanzierungsrunde gibt es neben Neo-Mehrheitseigentümer Hannes Androsch (51 Prozent der Geschäftsanteile) fünf weitere Gesellschafter. Darunter sind die bisherigen Eigentümer wie Molekularbiologe Frank Madeo (16,9 Prozent), die Geschäftsführer Herbert Pock (16,9 Prozent) und Gerald Sitte (4,9 Prozent) sowie Karin Schaupp (4,9 Prozent) und Slaven Stevkovic (~6,3 Prozent).

Der 81jährige Androsch betont, dass er selbst Spermidinlife selbst einnimmt, das im übrigen aufgrund seiner pflanzlichen Eigenschaft auch für Vegetarier geeignet ist. Androsch gibt sich - wie empfohlen - zwei Kapseln pro Tag. "Ich nehme das Produkt seit drei Monaten. Wie es bei mir wirkt, sage ich ihnen bei meinem 90. Geburtstag“, meint Androsch.

Longevity Labs beschäftigt aktuell zwölf Mitarbeiter. Angaben zum Umsatz gibt es derzeit keine. Der Bilanzverlust beläuft sich laut Firmenbuch auf 228.023,56 Euro (2017). Das Jahr davor waren es noch 13.000 Euro Verlust.

Start-ups

Start-up-Festival Pioneers in der Hofburg wird eingestellt

Hadi App bei "2 Minuten 2 Millionen". Damals war die Welt noch in Ordnung.

Bonität

Start-up-Pleite: Grazer "Hadi App" ist insolvent

Start-ups

Grossnig und Niederhauser steigen bei startup300 ein

Start-ups

Runderneuerte E-Waren: Nachhaltig für kleines Geld