Emotion3D: Österreichische Technologien für autonomes Fahren

Emotion3D: Österreichische Technologien für autonomes Fahren

Emotion3d-Simulator. Co-Gründer und CEO Florian Seitner und CTO Michael Hödlmoder (r.) in ihrem „Testfahrzeug“.

Emotion3D arbeitet an neuen Technologien, die Autofahrer und autonom fahrende Fahrzeuge unterstützen.

Achten Sie genügend auf den Verkehr oder sind Sie vielleicht schon müde? Ist der Kindersitz korrekt angeschnallt? Und ist der Fahrersitz auch richtig justiert? Eine ganze Reihe von Parametern, die das Fahrerlebnis, aber auch die Sicherheit der Fahrzeuginsassen erhöhen können.

Für das Wiener Start-up Emotion3D, das vor wenigen Tagen mit einem Auftreten auf der CES in Las Vegas offiziell gestartet ist, ist die berührungslose Innenraumanalyse von Fahrzeugen das nächste große Ding in der Entwicklung der Automobilindustrie. Ob radarähnliche Systeme (Time of Flight) oder Stereovision (3D-Kameras) – das Ziel ist stets, das Verhalten von Fahrer und Fahrgästen zu analysieren, auf mögliche Gefahren aufmerksam zu machen oder Maßnahmen zur Verbesserung des Fahrkomforts vorzuschlagen.

So kann das Fahrzeug etwa automatisch den Sitz an Fahrer oder Beifahrer anpassen oder aber auch davor warnen, wenn der Fahrer abgelenkt oder erschöpft ist. Der Vorteil: Dazu müssen nicht mehr die Lenkbewegungen des Fahrers ausgewertet werden – was künftig bei autonom fahrenden Fahrzeugen, die in den Anfangsjahren noch die Aufmerksamkeit des Fahrers benötigen, gar nicht möglich wäre. Auch eine Gestensteuerung soll mit derartigen Systemen möglich werden: Dann muss man vielleicht nur noch auf einen Parkplatz deuten und erfährt, ob dieser in einer Kurzparkzone liegt.

Das System erkennt dabei exakt die Körperhaltung und die Bewegungen der Insassen.

Alle großen Autohersteller arbeiten intensiv an Systemen, die Sicherheit und Komfort erhöhen sollen – Emotion3D ist da an vorderster Front mit dabei und arbeitet Seite an Seite mit Autozulieferern oder -herstellern wie etwa BMW, Nvidia oder AVL an entsprechenden Referenzlösungen. „Die Fahrzeughersteller haben erkannt, dass das Fahrerlebnis ein immer größeres Thema wird“, erklärt CEO Florian Seitner, „und gerade beim automomen Fahren ist es enorm wichtig für das System, zu wissen, was der Fahrer gerade macht.“

Auch neue Richtlinien, die schon in wenigen Jahren gelten werden, unterstützen die Arbeit von Emotion3D: So müssen innerhalb der EU ab Mitte 2022 neue Kraftfahrzeuge spezielle Systeme zur Müdigkeits- und Aufmerksamkeitsüberwachung sowie eine fortgeschrittene Ablenkungserkennung eingebaut haben. Und in den USA müssen neue Autos schon bald mit einer Innenraumüberwachung ausgestattet sein, damit keine Kinder mehr im heißen Auto vergessen werden können.

Die Augen der Autos

Die 20 Mitarbeiter von Emotion3D, einem Spin-off der TU-Wien, das seit Jahren unter anderem Namen Dienstleistungen im Automotive-Bereich anbietet, arbeitet derzeit intensiv an der Forschung und Entwicklung verschiedener Module, von denen die ersten Ende des Jahres serienreif sein sollen. Künstliche Intelligenz, Machinelearning und vor allem selbst entwickelte Simulationstools kommen dabei zum Einsatz.

In einem zweiten Schritt soll auch das Scannen des Außenbereichs verwirklicht werden, etwa um zu beurteilen, ob ein Fußgänger einen Zebrastreifen überqueren will oder nicht. „Autonom fahrende Fahrzeuge sind nur dann realisierbar, wenn das System alle Parameter sowohl innen als auch außerhalb des Wagens beurteilen kann“, erklärt Seitner, der für 2020 eine Finanzierungsrunde mit einem strategischen Partner plant – „nicht, weil wir das Geld so sehr brauchen, sondern weil wir unsere Produkte möglichst rasch auf den Markt bringen wollen.“



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