E-Ladestationen: Start-up has.to.be kooperiert mit Volkswagen

Von links: Thorsten Niklass (CEO Elli) und Martin Klässner (CEO has.to.be)

Von links: Thorsten Niklass (CEO Elli) und Martin Klässner (CEO has.to.be)

Der Aufbau einer flächendeckenden Lade-Infrastruktur ist einer der Schlüssel um der Elektromobilität zum Durchbruch zu verhelfen. Der Volkswagen-Konzern kooperiert dabei nun mit dem Start-up has.to.be, dessen Technologie eine einfache Abrechnung an Stromtankstellen ermöglicht.

Langsam kommt die Elektromobilität kommt in Österreich in Schwung. Der Anteil an E-Fahrzeugen an den Neuzulassungen liegt zwar immer noch im einstelligen Prozentbereich, aber die 2017 geschaffene Investitionsförderung und Begünstigungen wie der Entfall der motorbezogenen Versicherungssteuer und die Begünstigungen bei der Versteuerung des Sachbezugs haben der E-Mobilität ein Momentum gegeben und die Skepsis in der Bevölkerung ist zurückgegangen.

Einer der großen Knackpunkte, mit denen der nun der weitere Erfolg der Elektromobilität steht oder fällt, ist die Ladeinfrastruktur. Besonders in den Städten gibt es hier noch großen Bedarf. Ein Mix aus Schnellladestationen und Anlagen, an denen Fahrzeuge mit geringerer Spannung über einen längeren Zeitraum aufgeladen werden können ist erforderlich.

Intelligentes Laden

Doch es geht nicht nur um die Errichtung neuer, physischer Ladesäulen. Auch die präzise und faire Abrechnung der aufgetankten Energie ist eine Herausforderung, die erst bewältigt werden muss. Autofahrer und besonders auch Unternehmen, die ihren Mitarbeitern Firmenwägen zur Verfügung stellen, benötigen dafür eine einfache und übersichtliche Methode.

Genau darauf hat sich das im salzburgischen Radstadt ansässige Start-up has.to.be spezialisiert. Das vom heute 36-jährigen Martin Klässner gegründete Unternehmen hat eine mittlerweile auf über 16.000 Ladestationen installierte und erprobte Softwarelösung entwickelt, eine All-in-One-Lösung für den Betrieb und das Management von E-Ladestationen und die punktgenaue Abrechnung der geladenen Energie. Firmenkunden können die dabei gewonnenen Daten direkt übernehmen, in ihre SAP-Systeme einspielen.

E-Ladesäulenmanagement von has.to.be

E-Ladesäulenmanagement von has.to.be

Volkswagen-Konzern steigt ein

Die bisherige Entwicklung des Unternehmens wurde vor allem mit den finanziellen Mitteln dreier prominenter Privatinvestoren - den früheren Siemens-Chef Peter Löscher, den Deutsche-Bank-Aufsichtsratschef Paul Achleiner und den vormaligen BASF-CEO Jürgen Hambrecht - finanziert. Mit August 2019 ist nun die Volkswagen-Tochtergesellschaft Elli in das Start-up eingestiegen und hat sich mit 21,15 Prozent an dem Unternehmen beteiligt. Über die Höhe des Investments wurde Stillschweigen vereinbart. "Die Beteiligung von Volkswagen ist ein wichtiger Schritt für unseren weiteren Weg zur Internationalisierung", sagt Firmengründer Klässner, der immer noch etwas über 30 Prozent der Unternehmensanteile an has.to.be. hält.

Wenn Klässner von Internationalisierung spricht, dann denkt er nach wie vor immer hauptsächlich an den europäischen Raum, wo er aber in den nächsten Monaten und Jahren mit einem geradezu exponentiellen Anstieg in der Zahl der installierten Ladepunkte rechnet. "Wir erwarten, dass die Zahl unserer Ladepunkte bis Ende 2020 von heute 16.000 auf rund 200.000 steigen wird", sagt er.

Volkswagen wird bis 2028 fast 70 neue, rein elektrische Modelle auf den Markt bringen, darunter den I.D. Buzz, eine elektrische Version des Bulli. Über 30 Milliarden werden dafür in die Modellentwicklung, intelligente Ladelösungen, Energieangebote und digitale Mobilitätsdienste investiert.

Volkswagen wird bis 2028 fast 70 neue, rein elektrische Modelle auf den Markt bringen, darunter den I.D. Buzz, eine elektrische Version des Bulli. Über 30 Milliarden werden dafür in die Modellentwicklung, intelligente Ladelösungen, Energieangebote und digitale Mobilitätsdienste investiert.

Vorangetrieben wird der Ladestellen-Ausbau nicht zuletzt durch den neuen Partner Volkswagen. "Einfaches und komfortables Laden ist ein Muss für den schnellen Durchbruch der E-Mobilität. Dafür brauchen wir nicht nur mehr Ladesäulen, sie müssen zusätzlich auch intelligent vernetzt sein und funktionierten", sagt Thomas Ulbrich, Vorstand für E-Mobilität der Marke Volkswagen. Das Laden eines E-Autos müsse so selbstverständlich sein wie das Laden eines Smartphones. Der Volkswagen-Konzern selbst hat sich das Ziel gesetzt, bis 2025 rund 36.000 Ladepunkte in Europa zu errichten.

Spagat mit Firmenkunden

Die größte Herausforderung sieht Klässner nun darin, zusätzliche Mitarbeiter zu finden, denn mit dem aktuell 70-köpfigen Team werden die auf das Unternehmen zukommenden Aufgaben nur schwer bewältigt werden können. Heute ist noch der 2017 gemeinsam von BMW, Daimler , Ford und Volkswagen gegründete Schnellladestationen-Betreiber der größte Kunde des Unternehmens. Doch Klässner will den Fokus nun verstärkt auf große Unternehmen mit E-Auto-Flotten und eigenen, halb-öffentlichen Ladesäulen legen, die von den Mitarbeitern mitbenutzt werden können. Continental und Schaefler gehören bereits zu den Kunden des Unternehmens.

"Wir bieten den Unternehmen eine 360-Grad-Lösung an. Die Mitarbeiter können damit so wie bisher an normalen Tankstellen kostenlos Energie tanken. Die Abrechnung erfolgt über das Unternehmen", sagt der has.to.be-Chef. Die technische Machbarkeit bereitet ihm dabei nur noch wenig Kopfzerbrechen, denn er vertraut auf die tausendfach erprobte Lösung des Unternehmens. "Die eigentliche Schwierigkeit sind die unterschiedlichen Umsatzsteuermodelle in Europa und die national vielen verschiedenen Abgaben rund um Energie. Das macht es sehr herausfordernd."

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