Claptic - automatischer Hilferuf per Smartwatch

Caregency-Gründer Michael Bindlechner (li.) und Gergely Teglasy.

Caregency-Gründer Michael Bindlechner (li.) und Gergely Teglasy.

Das Wiener Start-up Caregency hat mit der Smartwatch Claptic eine Uhr entwickelt, die automatische Notrufe absetzen kann. Zielgruppe sind ältere oder alleine lebende Menschen. Die neue Version "Rolli" ist eine Weiterentwicklung, speziell für Rollstuhlfahrer

Not macht erfinderisch, und im Falle der Smartwatch "Claptic" des Wiener Start-ups Caregency trifft das gleich im doppelten Sinne zu.

Die Gründungsgeschichte des Unternehmens liegt drei Jahre zurück. Michael Bindlechner, einer der beiden Gründer, machte sich Sorgen um seine damals bereits 83-jährige, rund 100 Kilometer entfernt allein lebende Mutter. Wenn Ihr etwas passiert, sie zum Beispiel stürzt und Hilfe braucht, bekommt er es nicht einmal mit. Sie schickte ihm jedem Tag ein E-Mail, dass es ihr gut gehe.

Das erzählte er seinem Freund Gergely Teglasy, und die beiden machten sich Gedanken, wie das besser zu lösen sei. Dabei entstand die Idee eine App zu entwickeln, die im Notfall automatisch Hilfe ruft. Daraus entstand gemeinsam mit Partnern wie der FH Technikum und der Caritas die Smartphone-App "b-cared" und in der Folge mit Samsung als Partner "b-cared" für die Samsungs Smartwatch Gear.

Automatischer Notruf

Die in der Folge mehrfach ausgezeichnete App nutzt die Smartphone- oder Smartwatch-Sensoren und erkennt Stürze automatisch. Wird ein Sturz erkannt, so wird eine Anfrage gestellt, ob alles in Ordnung ist und, falls keine Bestätigung erfolgt, automatisch ein Notruf an zuvor festgelegte Kontakte oder die Notrufzentrale der Caritas abgeschickt.

Smartwatch claptic ruft automatisch nach Hilfe.

Smartwatch claptic ruft automatisch nach Hilfe.

"Dann erkannten wir den Bedarf für eine Uhr, die auch ohne Smartphone funktioniert und entwickelten unsere eigene Smartwatch", erzählt Teglasy. Ein erfolgreiches Crowdfunding später und auch dank einiger gewonnener Preise wie dem mercur Innovationspreis konnte das Projekt "claptic" angegangen werden: Eine Smartwatch, die mit Hilfe eines integrierten Fallsensors und einer Inaktivitätserkennung automatisch Hilfe ruft oder das auch nach dreimaligem Klatschen macht. Seit kurzem ist auch eine neue, speziell für Rollstuhlfahrer weiterentwickelte Version der Uhr erhältlich.

"Die Zielgruppe wurde stetig ausgeweitet. Wir können nun Menschen helfen, die alleine leben, alleine arbeiten oder alleine unterwegs sind. Das heißt ältere Menschen, Menschen mit Behinderung, aber auch Outdoor-Sportler und Loneworker", sagt Teglasy.

Die "b-cared" App ist mittlerweile tausendfach auf diversen Smartphones und Samsung Smartwatches in Verwendung. Die neue, selbst entwickelte "claptic" Smartwatch wurde laut Teglasy mittlerweile auch schon an "dutzende sehr zufriedene Kunden" ausgeliefert.

Die Smartwatch ist inklusive aller Sicherheitsfunktionen für ein Jahr um 349 € (aktueller Aktionspreis 298 €) bei claptic.com erhältlich, danach werden für die weitere Nutzung der Sicherheitsfunktionen (Hilferufe nach dreimaligem Klatschen und Webservices) 4,90 € monatlich verrechnet. Die 24-Stunden-Anbindung an die Notrufzentrale der Caritas wird gegen eine Gebühr von 14,90 € pro Monat zur Verfügung gestellt.

Top Start-up-Unternehmer 2017: Travis Pittman (TourRadar), Reinhard Nowak (Linemetrics), Andreas Kern (Wikifolio) und Petra Dobrocka (Byrd).

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