Cashpresso: Schnelles Geld in langsamer Branche

Cashpresso: Schnelles Geld in langsamer Branche

Erfolgreiche Credi2-Gründer: COO Jörg Skornschek, CEO Daniel Strieder, CTO Michael Handler (v. l.).

Cashpresso, das revolutionäre Portal für Sofortkredite, ruft nun die Großbanken auf den Plan - als Kunden des Wiener Fintechs.

Der Rekord liegt bei fünf Minuten und 46 Sekunden. So kurz hat ein Kunde benötigt, um einen Kredit abzuschließen. Vom ersten Klick auf der Website cashpresso.com bis zur Auszahlung eines Kredits in der Höhe von 1.500 Euro auf das eigene Girokonto. "Da muss aber alles zusammenpassen", relativiert Daniel Strieder, Co-Gründer und CEO der Wiener Credi2 GmbH, die seit zweieinhalb Jahren das Sofortkreditportal cashpresso betreibt, "im Durchschnitt benötigen unsere Kunden zehn Minuten" - im Vergleich zu einem Kreditabschluss bei einer herkömmlichen Bank nicht weniger rekordverdächtig.

"Unser Ziel ist es, die Kreditvergabe so einfach wie möglich zu machen", erklärt Strieder, der mit seinen 38 Lenzen bereits viel Erfahrung in der Finanzbranche gemacht hat. Wie seine beiden Gründerkollegen war er vor dem Start seines eigenen Unternehmens zuletzt im Senior-Management-Team von payolution, dem von Michael Altrichter gegründeten Onlinebezahlsystem.

Schnell, einfach, flexibel, transparent -das sind die wichtigsten Attribute der innovativen Kreditplattform. So gibt es bei cashpresso keine Bearbeitungsgebühren, sämtliche Auszahlungen und Rückzahlungen sind völlig kostenfrei. Einkäufe in Partnershops, etwa bei electronic4you oder McShark, sind 60 Tage zinsfrei, danach fällt ein Effektivzinssatz von 14,99 Prozent an, wobei die Rückzahlung in selbst gewählten Raten erfolgt - alles via App abwickelbar.

Ein Teil der zu zahlenden Zinsen geht dabei als Provision an das Fintech, das bereits über 15.000 aktive Kunden verfügt, mit einer aushaftenden Kreditsumme von insgesamt rund 15 Millionen Euro.

Natürlich vergibt cashpresso die Kredite nicht selbst. Dafür hat sich das Wiener Start-up die Deutsche Handelsbank als Partner geholt, eine B2B-Bank, die auf diese Weise einen Zugang zum B2C-Markt bekommt. Die dafür nötigen Bonitätsprüfungen laufen im Hintergrund ab, neben dem Zugriff auf KSV und die deutsche Schufa reicht dem automatisierten System ein Blick in aktuelle Kontoauszüge, um einen Kredit nach genau zwischen der Bank und cashpresso vereinbarten Kriterien freizugeben - "wobei das System, wie jede Bank, auch relativ viele Kreditanträge ablehnt", so Strieder.

Genau diese vollautomatisierte Kreditabwicklung ist es, die bereits im Vorjahr mehrere österreichische und deutsche Großbanken auf cashpresso bzw. Credi2 aufmerksam werden ließ. "Wir arbeiten gerade an ganz großen Projekten, um unser System als White-Label- Lösung für andere Banken auszurollen", erklärt Strieder.

Zwar würden etablierte Banken intern oft viel Geld für die Digitalisierung ihrer Systeme zur Verfügung stellen, doch in den vorhandenen Strukturen sei es mitunter schwer, rasch neue digitale Vertriebswege zu implementieren. "Darum greifen große Banken gerne auf externe Lösungen zurück."

Gemeinsam mit der VW Bank gibt es zudem in Deutschland eine neue Lösung zur Finanzierung von hochwertigen Fahrrädern (financeabike.de), und in Österreich wird mit einer Bank an einer innovativen Leasing-Plattform im Autobereich gearbeitet, deren Kreditrahmen dann schon um die 15.000 bis 20.000 Euro betragen wird.

Selbst wenn viele dieser Projekte erst im Laufe des Jahres starten werden, erwarten Strieder und seine 23 Mitarbeiter heuer ein Wachstum von 80 bis 90 Prozent. Zielumsatz: ein niedriger einstelliger Millionenbetrag. Für die Investoren in Credi2 jedenfalls gute Nachrichten.

Neben den vier Runtastic-Gründern, Speedinvest und zwei deutschen Fonds mit in Summe sechs Millionen Euro an Investment ist auch Business Angel Hansi Hansmann von Anfang an mit dabei - und von Credi2 begeistert: "Da merkt man, dass erfahrene Founder am Werk sind. Das Potenzial ist jedenfalls enorm. Das kann ganz groß werden."



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